Heldswil wehrt sich gegen Mobilfunkantenne

Die Einwohner haben Unterschriften gesammelt, ein Transparent aufgestellt und eine Sammeleinsprache eingereicht. Gemeindepräsident Lukas Hoffmann fordert von Sunrise die Bereitschaft zum Dialog.

Georg Stelzner
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Die bereits existierende Swisscom-Mobilfunkantenne auf dem Areal der Firma Schenk wird diesen Monat in Betrieb genommen.

Die bereits existierende Swisscom-Mobilfunkantenne auf dem Areal der Firma Schenk wird diesen Monat in Betrieb genommen.

Bild: Donato Caspari

Seit Herbst 2019 ist die Welt in Heldswil nicht mehr in Ordnung. Die Absicht von Sunrise, im 300-Seelen-Dorf eine Mobilfunkantenne zu errichten, löste einen Sturm der Empörung aus.

Dies nicht nur wegen der Strahlenbelastung, sondern auch wegen der Wertminderung der Liegenschaften und der Beeinträchtigung des Ortsbildes.

Gemeinderat nimmt Thema ernst

Die Gegner sind nicht bereit, klein beizugeben. Sie führten eine Informationsveranstaltung durch, sammelten Unterschriften und taten ihren Unmut mit einem grossen, unübersehbaren Transparent kund.

Lukas Hoffmann, Gemeindepräsident von Hohentannen, versprach an der Gemeindeversammlung vom 25. November 2019, sich für das Anliegen der verärgerten Einwohner einzusetzen: «Der Gemeinderat wird das Thema Mobilfunkantenne nicht auf die leichte Schulter nehmen.»

Es gäbe alternative Standorte

In der Zwischenzeit haben der Kanton und der Mobilfunkanbieter dicke Post in Gestalt einer Sammeleinsprache erhalten. Ein normaler demokratischer Vorgang sei das und kein Ausdruck einer Verweigerungshaltung gegenüber dem Fortschritt, betont Hoffmann im Wissen, dass die Gesetzeslage keinen allzu grossen Handlungsspielraum gewährt.

«Wir sind ja nicht gegen die Antenne an sich, sondern gegen den ins Auge gefassten Standort», betont der Gemeindepräsident. Er untermauert seine Aussage, indem er auf der Landkarte umgehend einige Stellen im Gemeindegebiet zeigt, die als alternative Standorte problemlos in Frage kämen.

Forderung nach Mitsprache

Hoffmann mag nicht akzeptieren, «dass man sich hinter Paragrafen versteckt und über den Kopf der Einwohner hinweg entscheidet». Er erwarte von Sunrise eine Dialogbereitschaft, eine Diskussion auf Augenhöhe, sagt der Gemeindepräsident.

Im Moment habe er jedenfalls den Eindruck, dass die Bürger und die Gemeinde nicht ernst genommen werden. «Der Ball liegt nun bei der Firma Sunrise», stellt Lukas Hoffmann klar.

Ostermundigen als Vorbild?

Der Hohentanner Gemeindepräsident ist überzeugt, dass das Problem bereits im Ansatz ganz anders angegangen werden müsste. Vorbildwirkung könnte seiner Meinung nach jener Modus haben, der in der Berner Gemeinde Ostermundigen zur Anwendung kommt.

Beim sogenannten Kaskadensystem werde zunächst abgeklärt, ob die Benützung eines schon vorhandenen Antennenmasts möglich ist. Sollte das nicht der Fall sein, muss eine Lösung in einem Gewerbegebiet gesucht werden.

Warten auf Reaktion von Sunrise

Ein Mitspracherecht für direkt betroffene Leute ist für Hoffmann die Voraussetzung für einen allseits befriedigenden Abschluss eines solchen Antennenprojekts. Das Einreichen der Sammeleinsprache hat zur Folge, dass Sunrise zu den Kritikpunkten Stellung nehmen muss.

Hoffmann geht davon aus, dass dies im Laufe des ersten Halbjahres geschehen wird. «Dann werden wir einen weiteren öffentlichen Anlass durchführen», kündigt der Gemeindepräsident an.