Heiss begehrte Maschinen: Der riesige Bedarf nach Schutzmasken beschert Rinco Ultrasonics AG in Romanshorn viel Arbeit

Auf Anfang April hatte die Firma Kurzarbeit angemeldet. Jetzt leisten die Angestellten Überstunden, um die vielen Bestellungen für Ultraschall-Schweissgeräte und -Schneidanlagen erledigen zu können.

Markus Schoch
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Ultraschall-Schweissgeräte, die bei der Produktion von Schutzmasken und medizinaltechnischen Apparaten zum Einsatz kommen.

Ultraschall-Schweissgeräte, die bei der Produktion von Schutzmasken und medizinaltechnischen Apparaten zum Einsatz kommen.

Bild: PD

«Es ist verrückt», sagt Geschäftsleiter Serge Patamia. Zuerst gab es zuwenig Arbeit, dann fast zu viel. Bei Rinco Ultrasonics ging es in den letzten Wochen Auf und Ab. Nach dem Lockdown standen die Maschinen aus Sicherheitsgründen vom 23. bis 27.März ganz still. «Ich wollte meine Mitarbeiter keinem gesundheitlichen Risiko aussetzen», sagt Patamia. Ab 1.April führte er wegen der wirtschaftlichen Abkühlung Kurzarbeit ein und stellte sicher, dass die Hygienevorschriften des Bundes im Betrieb mit 43 Angestellten eingehalten werden können.

Gleichzeitig bemühte sich die Firma um neue Aufträge. Die Bestellungen aus aller Welt liessen nicht lange auf sich warten. Innerhalb einer Woche kamen so viele rein wie sonst in einem Monat. Vor allem von Unternehmen aus dem medizinischen Bereich und von Schutzmasken-Herstellern.

Swiss made ist gefragt

Wegen der Coronakrise müssen sie die Produktion hochfahren, wovon Rinco Ultrasonics profitiert. Sie baut Ultraschall-Schweissmaschinen und Schneidanlagen, die sich in die automatischen Fertigungs-Prozesse integrieren lassen und deshalb derzeit heiss begehrt sind, weil sie Hightech mit Verlässlichkeit kombinieren, einfach in der Bedienung sind und die Zuverlässigkeit einer Schweizer Uhr haben, sagt Patamia. «Die neueste Generation ist bereit für die Industrie 4.0.»

Serge Patamia, Geschäftsführer von Rinco Ultrasonics AG.

Serge Patamia, Geschäftsführer von Rinco Ultrasonics AG.

(Bild: PD)
«Wir fertigen aktuell 200 Systeme für Skandinavien, 150 für Deutschland und einige für Russland und China.»

Statt kurzer Arbeitstage sind jetzt Überstunden angesagt. Die Firma hat auf Zweischicht-Betrieb umgestellt und die Produktion auf Samstag ausgedehnt, um die hohe Nachfrage befriedigen zu können. Zudem hat sie drei neue Mitarbeiter angestellt. «Wir sind froh, dass wir einen Beitrag zur Bekämpfung des Coronavirus leisten können. Unser ganzes Team ist involviert und mit vollem Engagement dabei», sagt Patamia.

Ausbau kommt gerade zur richtigen Zeit

Ein Glücksfall ist für Rinco Ultrasonics in der aktuellen Situation der Anfang April in Betrieb genommene Anbau mit 1'000 Quadratmetern Arbeits- und Lagerfläche. Dort seinen Platz gefunden hat auch das neue Ultraschall-Kompetenzzentrum. Er habe in der Region bleiben wollen und sich dann entschieden, am bestehenden Standort auszubauen, sagt Patamia.

«Swissness ist sehr bekannt in der Welt, und darum kämpfen wir dafür, die Produktion in Romanshorn beibehalten zu können.»

Rinco Ultrasonics habe den eigenen Maschinenpark in den letzten Jahren zu 90 Prozent erneuert, um konkurrenzfähig zu bleiben. «Ich bin glücklich, dass wir in dieser globalen Krise unseren Mitarbeitern einen sicheren Arbeitsplatz bieten, einen sozialen wie ökonomischen Beitrag für die Schweiz leisten und für Stabilität sorgen können.»

Mehr als 130 Mitarbeiter

In über 40 Ländern der Welt präsent

Innerhalb von knapp 40 Jahren ist Rinco Ultrasonics nach eigenen Angaben von einem kleinen Familienbetrieb zu einem weltweit führenden Unternehmen im Bereich der Ultraschall-Schweiss- und Schneidtechnologie aufgestiegen. «Unsere Maschinen schweissen alle verschiedenen Plastikteilchen, die wir im Alltag um uns herum haben», sagt Geschäftsleiter Serge Patamia. Die Kunden kommen aus allen möglichen Bereichen der Wirtschaft: aus der Automobilbranche, dem Medizinalsektor oder der Textil-, Verpackungs- und Kosmetikindustrie, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Rinco stellt Ultraschall-Schweissmaschinen in drei Produktserien her, die sich durch minimale Schweisszeiten, hohe Präzision und einem geringen Wartungsaufwand auszeichnen, schreibt die Firma auf ihrer Website. Das Romanshorner Unternehmen beschäftigt über 130 Mitarbeiter und ist in mehr als 40 Ländern vertreten. (mso)