Hefenhofen ist nur an einem Ort urban -

Die Gemeinde Hefenhofen orientierte die Bevölkerung über den Stand der Ortsplanung. Zu reden gab vor allem die Verkehrssituation. Kritik gab es zudem für die kurze Dauer der Vernehmlassung.

Manuel Nagel
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Das «Striitholz» direkt an der Grenze zu Amriswil ist der einzige Ort in Hefenhofen, wo verdichtetes Bauen möglich ist. Mit den beiden Eigentümern der Parzellen 120 sowie 122 und 499 gab es bereits mehrere Gespräche, sagt Gemeindepräsident Diethelm. (Bild: Manuel Nagel/Grafik: Infografik Tagblatt)

Das «Striitholz» direkt an der Grenze zu Amriswil ist der einzige Ort in Hefenhofen, wo verdichtetes Bauen möglich ist. Mit den beiden Eigentümern der Parzellen 120 sowie 122 und 499 gab es bereits mehrere Gespräche, sagt Gemeindepräsident Diethelm. (Bild: Manuel Nagel/Grafik: Infografik Tagblatt)

Hefenhofen ist ein Sonderfall im Thurgau. Nebst Salenstein ist es die einzige Gemeinde von der der Kanton verlangt, dass sie ihr Bauland innert der nächsten drei Jahre reduziert. 8000 Quadratmeter zu viel sind es in Hefenhofen.

«Es ist nicht so, dass wir das Bauland auszonen wollen»

sagte Gemeindepräsident Andreas Diethelm an der Orientierungsveranstaltung zur Revision Ortsplanung. Diese lockte am Dienstagabend über hundert Personen in die Mehrzweckhalle Sonnenberg, denn damit verbunden sind auch emotionale Themen wie «Schleichverkehr» und «sicherer Schulweg».

Andreas Diethelm informiert in der Mehrzweckhalle Sonnenberg über den neuen Zonenplan. (Bild: Manuel Nagel)

Andreas Diethelm informiert in der Mehrzweckhalle Sonnenberg über den neuen Zonenplan. (Bild: Manuel Nagel)

Die Baulandreduktion ist also eine Vorgabe des Kantons, der die eidgenössische Volksabstimmung durchzusetzen hat. Und vielleicht ist ausgerechnet ein Stück Land des Kantons die Lösung für dieses Problem. Denn im Gebiet Striitholz zwischen der Romanshornerstrasse und der Neustudenstrasse, der sogenannten «Spange Hölzli» besitzt der Kanton die Parzelle 124, die 8424 Quadratmeter gross ist. Also ein wenig grösser als die geforderte Reduktion. Das Land hatte sich der Kanton gesichert, weil einst die Bodensee-Thurtalstrasse dort entlang gehen soll.

Bei der Buschenschenke ist eine Sperre angedacht

Doch das «Striitholz» ist noch aus weiteren Gründen interessant. Zum einen ist es der einzige Ort auf Gemeindegebiet, der gemäss kantonalem Richtplan zum «urbanen Raum» gezählt wird. Nach dem Entwurf der Gemeinde ist dieses Gebiet das einzige der Kategorie WA3, also eine Wohn- und Arbeitszone mit drei Geschossen. Allerdings kann der Gemeinderat im Rahmen eines Gestaltungsplans auch vierstöckige Gebäude bewilligen. Letztlich kann und muss die Gemeinde Hefenhofen nur in diesem Raum in die Höhe wachsen.

Der dritte interessante Punkt in diesem Gebiet betrifft die Kreuzung Romanshornerstrasse und «Spange Hölzli». «Ausgerechnet heute Morgen», sagte Gemeindepräsident Andreas Diethelm, «habe ich auf einem unverbindlichen Plan des Kantons einen Kreisel eingezeichnet gesehen.» Diethelm betonte aber, dass dies nicht bedeute, dass der Kreisel bald oder überhaupt komme. Jedoch gebe es beim Kanton zumindest schon Überlegungen in diese Richtung.

Ein Kreisverkehr an dieser neuralgischen Stelle ist ein Wunsch vieler Hefenhofer, besonders im Weiler Chressibuech, wo besonders viel Schleichverkehr herrscht – nicht zuletzt deshalb, weil zwischen Chressibuech und dem Schulhaus Sonnenberg viele Kinder unterwegs sind. Im «Richtplan Verkehr» ist deshalb bereits eine Sperre eingezeichnet, um allenfalls die Strasse bei der Buschenschenke unterbrechen zu können.

Weiter gibt es Überlegungen für Fahrverbote zwischen Moos und Sonnenberg sowie zwischen Moos und Auenhofen, um so den Durchgangsverkehr auf die Hauptstrasse zu zwingen.

Bis Ende März Zeit für die Vernehmlassung

Für Chressibuech ändert sich noch etwas anderes, wie auch für Chatzerüti. Beide Weiler sollen von der Weilerzone in die Dorfzone umgewandelt werden, «damit auch in Zukunft Entwicklung möglich sein wird», sagte Andreas Diethelm. Es bestehe die Gefahr, dass dort einst keine Neubauten mehr erstellt werden dürfen, respektive der Kanton und nicht mehr die Gemeinde bestimme. Dem will man mit dieser Änderung vorbeugen. Beim Weiler Tohueb ist dies jedoch nicht möglich, weil dieser zu klein ist.

Bis zum 31. März dauert nun die Vernehmlassung zu dieser Ortsplanungsrevision. Ein Bürger wandte ein, dies sei sehr wenig Zeit in diesem langen Verfahren. Man wolle den Prozess zügig durchbringen, entgegnete Boris Binzegger von NRP-Ingenieure, der die Gemeinde bei der Umsetzung der Ortsplanung begleitet. Dies auch deshalb, weil es ab Juni mit dem Wechsel von Andreas Diethelm zu Thomas Schnyder einen neuen Gemeindepräsidenten gebe. Bis dann wolle man diese Etappe abschliessen und die Dokumente dem Kanton zur Vorprüfung zukommen lassen.

Hinweis
Die Dokumente zur «Vernehmlassung Ortsplanungsrevision» gibt es als Download auf der Website www.hefenhofen.ch