HC Thurgau verpasst den ersten Heimsieg im Jahr 2020 nur knapp

Der HC Thurgau zeigt beim 1:2 nach Penaltyschiessen zu Hause gegen Visp erstmals in diesem Jahr wieder eine Aufwärtstendenz. Deshalb ist das Resultat nach 65 Minuten mehr als bloss ein Punktgewinn.

Matthias Hafen
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Lars Frei (ganz vorne) und Adam Rundqvist sorgen für Gefahr vor dem Tor des EHC Visp. Die Walliser Defensive stand der Thurgauer aber in nichts nach.

Lars Frei (ganz vorne) und Adam Rundqvist sorgen für Gefahr vor dem Tor des EHC Visp. Die Walliser Defensive stand der Thurgauer aber in nichts nach.

Bild: Mario Gaccioli

Das Tal ist tief, durch das der HC Thurgau im Moment schreitet. Am Dienstagabend resultierte auch gegen den Tabellennachbarn EHC Visp eine Niederlage. Damit verbunden ist das Abrutschen in der Swiss-League-Tabelle auf Platz sechs. Immerhin blieb beim 1:2 nach Penaltyschiessen ein Punkt im Thurgau. Das ändert aber nichts daran, dass sich die Niederlagenserie des HCT auf drei Spiele ausweitete. Und auch die Weinfelder Eishalle Güttingersreuti ist keine uneinnehmbare Burg mehr. Den zwölf Heimsiegen in Folge zum Ende des Jahres 2019 stehen Anfang 2020 nun schon drei Heimniederlagen hinter­einander gegenüber. Im neuen Jahr wartet der HCT noch immer auf seinen ersten Sieg vor heimischem Publikum.

Thurgauer melden Visper Toptrio weitgehend ab

Gegen Visp hätte es damit klappen können, wenn auch die Offensive mitgespielt hätte. Denn in der Verteidigung fanden die Ostschweizer zu ihren Tugenden zurück und liessen die Walliser über die gesamte Partie kaum zu Chancen kommen. Der Fokus war dabei primär, die erste Linie des Gegners aus dem Spiel zu nehmen. Die Amerikaner Troy Josephs und Mark Van Guilder sowie der Schweizer Tomas Dolana hatten zuvor 139 Skorerpunkte gesammelt. Das sind mehr als die besten sieben (!) Skorer des HCT bislang realisiert haben. Gegen Thurgau blieb das Visper Toptrio indes wirkungslos. Nur: So stark das Heimteam hinten funktionierte, so harmlos agierte es vorne.

Joel Scheideggers 1:0 in der 22. Minute blieb der einzige Treffer des HC Thurgau trotz grossem Chancenplus. Bezeichnend, dass ihn ein Verteidiger realisierte. Den Stürmern mochte einfach nichts gelingen. Auch schien der verletzte Kanadier Kellen Jones wieder sehr zu fehlen im HCT-Kollektiv. Mit Connor Jones stand erneut nur ein Ausländer im Aufgebot. So reichte den Vispern ein vehementer Vorstoss in der 49. Minute und ein Treffer des 19-jährigen Jeremi Gerber, um sich in die Verlängerung zu retten.

Verlängerung bietet Spektakel pur

In der Overtime boten beide Teams Spektakel pur. Zuerst brach Visps Verteidiger Sandro Wiedmer bei einem Slapshot die Schaufel, dann verpasste Van Guilder das offene Tor. Auf der anderen Seite vergaben Dominic Hobi, Patrick Parati und Frantisek Rehak Sekunden vor Schluss Riesenchancen zum Siegtreffer. Im Penaltyschiessen traf lediglich der Amerikaner Josephs, der Visp damit den Sieg sicherte. Thurgau kann sich für das nächste Spiel am Samstag in Sierre zumindest auf seine wiedererstarkte Defensive stützen.

Thurgau – Visp 1:2 n. P. (0:0, 1:0, 0:1)

Güttingersreuti, Weinfelden – 1147 Zuschauer – SR Hendry/Potocan, Rebetez/Bichsel.
Tore: 22. Scheidegger (Brändli) 1:0. 49. Gerber (Nater, Brantschen) 1:1.
Penaltyschiessen: Dolana – (verschiesst), Hobi – (Lory wehrt ab); Gerber – (Schwendener wehrt ab), Altorfer – (Lory wehrt ab); Van Guilder – (Schwendener wehrt ab), Connor Jones – (verschiesst); Josephs 0:1, Rehak – (Pfosten); Ranov – (verschiesst), Merola – (Lory wehrt ab).
Strafen: 1-mal 2 Minuten gegen Thurgau, 3-mal 2 Minuten plus 10 Minuten (Josephs) gegen Visp.
Thurgau: Schwendener; Seiler, Parati; Wildhaber, Scheidegger; Collenberg, Fechtig; Engeler; Rehak, Connor Jones, Altorfer; Hobi, Brändli, Merola; Spannring, Rundqvist, Janik Loosli; Hollenstein, Niedermaier, Frei; Moser.
Visp: Lory; Wiedmer, Furrer; Haueter, Heynen; Steiner, Nater; Brantschen, Zeiter; Josephs, Van Guilder, Dolana; Riatsch, Ritz, Ranov; Spinell, Berger, Petrig; Gerber, Hof­stetter, Christen.
Bemerkungen: Thurgau ohne Kellen Jones (verletzt), Michael Loosli, Schmuckli, Dufner (alle Rapperswil-Jona/NLA), Huber, Kellenberger, Moosmann, Schnetzer, Steinauer und Zanzi (alle Farmteam). Visp ohne Achermann, Camperchioli, Brügger, Rochow, Burgener und Haberstich (alle verletzt).