Eiskalt erwischt: Der HC Thurgau verliert auswärts gegen Ajoie 0:1

Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt bot der HC Thurgau dem Swiss-League-Leader zwar lange Paroli. Den Rückstand aus dem Startdrittel kann er aber nicht mehr wettmachen. Auch, weil Ajoie einen neuen Torhüter zwischen den Pfosten hatte.

Matthias Hafen aus Pruntrut
Drucken
Teilen
Janick Schwendener zeigte eine starke Leistung, konnte den HCT damit aber nicht belohnen. (Bild: Mario Gaccioli, Kreuzlingen, 18. August 2019)

Janick Schwendener zeigte eine starke Leistung, konnte den HCT damit aber nicht belohnen. (Bild: Mario Gaccioli, Kreuzlingen, 18. August 2019)

Der HC Ajoie hat schon lange den Ruf, das Ambri-Piotta der NLB zu sein. Das Team vertritt eine Randregion der Schweiz, hält sich trotz schwacher Wirtschaftslage in der Nationalliga und kann auf eine treue Anhängerschaft zählen. In dieser ­Saison ist eine weitere Parallele ­dazugekommen. Das Stadion ist mit Abstand das kälteste der ganzen Liga.

Wegen des Umbaus der Patinoire de Voyeboeuf ist derzeit eine Seite der Halle ganz offen, die andere fast zur Hälfte. Das führte am Dienstagabend dazu, dass das Spitzenspiel zwischen Ajoie und dem HC Thurgau bei einem bis zwei Grad Celsius «Innentemperatur» stattfand. Der Tabellenerste aus dem Jura und die viertplatzierten Ostschweizer trugen quasi die erste «Winter Classic» der Saison aus. So wird in der NHL das traditionelle Spiel unter freiem Himmel genannt.

Fribourgs Leihgabe im Tor nicht zu überwinden

Angesichts der bitterkalten Bedingungen zeigten die beiden Kontrahenten ein munteres Duell auf Augenhöhe, wobei Ajoie aus zwei Gründen das bessere Ende für sich behielt und schliesslich 1:0 gewann. Einerseits konnte der Leader dank der Partnerschaft mit dem NLA-­Team Fribourg-Gottéron an diesem Abend erstmals auf Goalie Ludovic Waeber zählen, der mit einer herausragenden Leistung bewies, weshalb ihn die ZSC Lions für die nächste Saison unter Vertrag genommen haben. Andererseits hatte Ajoie mit dem kanadischen Duo Jonathan Hazen/Philip-Michael Devos einmal mehr die kaltblütigeren Skorer auf seiner Seite.

Hazen/Devos machten mit ihrem Tor in der zehnten Minute den ebenso verdienten Shut-out von HCT-Goalie Janick Schwendener zunichte. Dass der Treffer, der auf eine Unordnung in der Thurgauer Hintermannschaft zurückzuführen war, bereits die Entscheidung brachte, konnte zu jenem Zeitpunkt noch keiner ahnen.

Ab dem zweiten Drittel auf Augenhöhe mit Ajoie

Für den HC Thurgau war die 0:1-Niederlage der erste Auftritt in Pruntrut seit dem famosen Sieg im siebten Spiel der Playoff-Viertelfinalserie der vergangenen Saison. Hatte sich der HCT am 8. März mit der erstmaligen Halbfinalqualifikation seit 21 Jahren in die Club-Annalen eingetragen, blieb der Auftritt am Dienstagabend weit weniger geschichtsträchtig. Zwar hielt das Team von Trainer Stephan Mair nach dem 0:1 bis zur Schlusssirene Schritt mit dem Leader. Die Differenz machte es aber nicht mehr wett.

Connor Jones kam dem Ausgleich in der Schlussphase am nächsten. Der Kanadier hatte in der 49. Minute ein halbleeres Tor vor sich, sah seinen Schuss aber von Ajoie-Goalie Waeber abgewehrt. Die Fribourg-Leihgabe bugsierte den Puck mit dem Fanghandschuh wundersam um den Pfosten herum. Fünf Minuten später bewies Connor Jones, dass er vielleicht nicht der geborene Torschütze ist, indem er eine weitere Riesenchance ausliess. Auch Michael Loosli und Joel Moser hatten zuvor den Ausgleich auf dem Stock gehabt.

Ajoie macht sich Thurgaus Spezialität zu eigen

So reichte dem HC Ajoie ein Fehler in der Thurgauer Defensive zum Sieg im Gipfeltreffen der Swiss League. Und für den HC Thurgau, bei dem Lars Frei und Nico Engeler überzählig waren, endete der bitterkalte Abend im Jurazipfel mit einem bitteren Resultat, das eigentlich die Spezialität der Ostschweizer ist. Dreimal hatten sie eine Partie in dieser Saison mit 1:0 zu ihren Gunsten entschieden.

Ajoie – Thurgau 1:0 (1:0, 0:0, 0:0)

Voyeboeuf, Pruntrut – 1517 Zuschauer – SR Massy/Hürlimann, Dreyfus/Rebetez.
Tor: 10. Hazen (Devos, Muller) 1:0.
Strafen: 1-mal 2 Minuten gegen Ajoie, 3-mal 2 Minuten gegen Thurgau.
Ajoie: Waeber; Pouilly, Ryser; Hauert, Casserini; Pilet, Birbaum; Dotti, Gfeller; Muller, Devos, Hazen; Schmutz, Frossard, Thibaudeau; Huber, Privet, Staiger; Henry, Arnold, Macquat.
Thurgau: Schwendener; Parati, Seiler; Wildhaber, Scheidegger; Collenberg, Fechtig; Kellenberger; Janik Loosli, Connor Jones, Kellen Jones; Altorfer, Rundqvist, Merola; Hollenstein, Brändli; Michael Loosli; Moser, Niedermaier, Rehak; Zanzi.
Bemerkungen: Ajoie ohne Joggi, Mäder (beide verletzt), Prysi (Biel/NLA) und Aebi (Fribourg/NLA). Thurgau ohne Hobi (verletzt), Frei, Engeler (beide überzählig), Schmuckli, Dufner (beide Rapperswil-Jona/NLA), Steinauer, Moosmann, Huber und Schnetzer (alle Farmteam). – 58:28 Timeout Thurgau, danach bis 59:24 mit einem sechsten Feldspieler anstelle des Goalies. – Best Players: Waeber; Kellen Jones.