Der HC Thurgau kriegt die Kurve im letzten Moment

Mit einem 2:1-Sieg nach Penaltyschiessen gelingt in La Chaux-de-Fonds die Revanche für das 3:6 vom Freitag. Mit den zwei Punkten ist die Mannschaft des Trainerduos Mair/Winkler nun definitiv für das Playoff qualifiziert.

Matthias Hafen aus La Chaux-de-Fonds
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Connor Jones (vorne, gegen Kevin Kühni) verwertete im Penaltyschiessen seinen Versuch souverän.

Connor Jones (vorne, gegen Kevin Kühni) verwertete im Penaltyschiessen seinen Versuch souverän.

Bild: Mario Gaccioli (Weinfelden, 3. Januar 2020)

Am Ende hallten die Jubelgesänge der Handvoll Thurgauer Anhänger durch die leere Patinoire des Mélèzes. Das verwegene Dutzend, das die Reise in den Neuenburger Jura mitgemacht hat, musste sich die Glücksgefühle aber geduldig verdienen, lieferte der HC Thurgau gegen La Chaux-de-Fonds doch auch zwei Tage nach der 3:6-Heimniederlage eine zwiespältige Leistung ab.

Die grösste Errungenschaft der Ostschweizer an diesem Sonntagabend war, dass sie sich mit dem Skore von 1:1 ins Penaltyschiessen retteten. Dort zeigte sich zum ersten Mal im neuen Jahr die Abgeklärtheit wieder, die dem HCT 2019 so viel Erfolg gebracht hat. Dominic Hobi und Connor Jones verwerteten zwei von drei Thurgauer Penaltys äusserst souverän, während seitens der Neuenburger Makai Holdener, Roman Karaffa, Timothy Coffman und Alain Miéville alle am starken Janick Schwendener im Thurgauer Tor oder am Pfosten scheiterten.

Haarsträubende Fehlpässe und Löcher im System

So reiste der HCT doch noch mit seinem ersten Sieg im Jahr 2020 nach Hause. Einer, der zwar nur zwei Punkte brachte, angesichts der beiden jüngsten Auftritte gegen La Chaux-de-Fonds aber vor allem für die Moral wichtig war. Denn wie schon am Freitag suchte die Equipe von Trainer Stephan Mair nach ihrer Form, wies eine haarsträubende Fehlpassquote auf und liess sich von La Chaux-de-Fonds, das am Sonntag auf den erkrankten Kanadier Brett Cameron verzichten musste, immer wieder aus der Defensivformation locken. Mit dem 1:1 nach dem Startdrittel waren die Thurgauer gut bedient. Auch, weil Niki Altorfer im Nachstochern Sekunden vor der Sirene Holdeners Powerplay-Treffer aus der zehnten Minute egalisieren konnte.

Kämpferisch verdient sich der HCT gute Noten

Eine ungewöhnliche Strafenflut auf beiden Seiten zerzauste die Begegnung in allen drei Dritteln. Am Ende kam man zur Erkenntnis, dass dieses Spiel nicht als Gradmesser für die weiteren Partien stehen kann. Immerhin kämpferisch verdiente sich der HCT in La Chaux-de-Fonds wieder guten Noten. Bei vielem anderen besteht Handlungsbedarf - gerade im Hinblick aufs Playoff, für das sich die Thurgauer bereits zehn Runden vor Ende der Regular Season definitiv qualifiziert haben.

La Chaux-de-Fonds – Thurgau 1:2 n. P. (1:1, 0:0, 0:0)

Les Mélèzes – 2145 Zuschauer – SR Gäumann/Unterfinger, Wermeille/Micheli.
Tore: 10. Holdener (Coffman, Iglesias/Ausschluss Rehak) 1:0. 20. (19:18) Altorfer (Spannring, Brändli) 1:1.
Penaltyschiessen: Holdener –, Hobi 0:1; Karaffa –, Altorfer –; Coffman –, Connor Jones 0:2; Miéville –.
Strafen: 8-mal 2 Minuten gegen La Chaux-de-Fonds, 8-mal 2 Minuten plus 10 Minuten (Connor Jones) gegen Thurgau.
La Chaux-de-Fonds: Ritz; Jaquet, Barbero; Iglesias, Kühni; Ahlström, Wollgast; Fontana, Hofmann; Carbis, Coffman, Grezet; Karaffa, Augsburger, Holdener; Schmidt, Miéville, Bogdanoff; Voirol, Wetzel, Dubois.
Thurgau: Schwendener; Seiler, Parati; Fechtig, Profico; Wildhaber, Scheidegger; Collenberg, Engeler; Rehak, Connor Jones, Janik Loosli; Hobi, Rundqvist, Merola; Spannring, Brändli, Altorfer; Hollenstein, Niedermaier, Frei.
Bemerkungen: La Chaux-de-Fonds ohne Cameron (krank), Tanner (Biel/NLA), Zubler, Bays und Hasani (alle verletzt). Thurgau ohne Kellen Jones (verletzt), Schmuckli, Dufner, Michael Loosli (alle Rapperswil-Jona/NLA), Zanzi, Steinauer, Kellenberger, Moosmann, Huber, Moser und Schnetzer (alle Farmteam). – 6. Lattenschuss Carbis. 27. Pfostenschuss Coffman. – 61:59 Time-out Thurgau.