HC Thurgau: Der bundesrätliche Lichtblick verdrängt das ungute Gefühl nicht ganz

Beim HC Thurgau ist man nach dem Bundesratsentscheid vom Mittwochnachmittag erleichtert und vorsichtig optimistisch. Noch sind aber zahlreiche Fragen im Hinblick auf die Eishockeysaison 2020/21 ungeklärt. Und dass Spiele kantonal unterschiedlich bewilligt werden könnten, mache die Sache nicht einfacher, sagt HCT-Geschäftsführer Thomas Imhof.

Matthias Hafen
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Maskenpflicht: Die Anhänger des HC Thurgau verfolgen am Dienstagabend im EZO Romanshorn das Testspiel zwischen dem HCT und Rapperswil-Jona.

Maskenpflicht: Die Anhänger des HC Thurgau verfolgen am Dienstagabend im EZO Romanshorn das Testspiel zwischen dem HCT und Rapperswil-Jona.

Bild: Mario Gaccioli

«Zum Feiern haben wir keinen Grund», sagt Thomas Imhof, Geschäftsführer des HC Thurgau. Der Swiss-League-Klub aus Weinfelden hatte sich am Mittwoch vom Bundesrat deutlichere Signale zu Gunsten grösserer Sportveranstaltungen in der Schweiz gewünscht.

Die Landesregierung ebnete mit der Aufhebung des Verbots von mehr als 1000 Zuschauern bei Veranstaltungen per 1. Oktober zwar den Weg für mehr Ambiance in den Sportstadien. Allerdings obliegt es den Kantonen, Grossveranstaltungen zu bewilligen oder nicht. «Das vereinfacht die Lage nicht», sagt Imhof.

«Erfreulich ist aber, dass es damit zumindest eine Tendenz gibt, dass ab dem 1. Oktober wieder Eishockeyspiele mit mehr als 1000 Zuschauern durchgeführt werden können.»
Thomas Imhof, Geschäftsführer HC Thurgau & HCT Young Lions.

Thomas Imhof, Geschäftsführer HC Thurgau & HCT Young Lions.

Bild: Mario Gaccioli

Doch die Unsicherheit bleibt. Imhof befürchtet, dass es so zu kantonal unterschiedlichen Lösungen kommen könnte und damit zu einer Wettbewerbsverzerrung innerhalb der Ligen. Um dem entgegenzuwirken, sieht der Bundesrat vor, dass mit den Kantonen bis am 2. September Anforderungen ausgearbeitet werden, die dann für alle eine Richtlinie sein sollten.

Wohl unausweichlich ist eine generelle Maskentragpflicht in den Stadien. «Daran müssen sich die Fans gewöhnen», sagt HCT-Geschäftsführer Imhof. Nicht zuletzt das Testspiel vom Dienstagabend in Romanshorn gegen den NLA-Klub Rapperswil-Jona habe gezeigt, dass die Fans dazu bereit seien. «Es ist ihre einzige Chance, in diesem Winter Swiss-League-Eishockey live zu sehen», so Imhof. Und es liege in der Verantwortung jedes einzelnen Matchbesuchers, den Ligabetrieb am Leben zu halten.

HC Thurgau plädiert für Saisonstart im September

An einer ausserordentlichen Ligaversammlung am Freitag in Bern soll entschieden werden, ob die Meisterschaft 2020/21 wie geplant am 18. September oder später starten soll. Während der HC Thurgau trotz noch gültiger 1000er-Grenze für einen Beginn der Swiss League Mitte September plädiert, läuft mit den neuen Voraussetzungen alles auf einen Saisonstart im Oktober hinaus. «Dann müssen wir uns überlegen, ob weitere Testspiele zum jetzigen Zeitpunkt Sinn machen», sagt Imhof. Gleiches gelte für den Trainingsbetrieb.

Die Unsicherheit wird den HC Thurgau so oder so die ganze Saison begleiten. Denn die kantonalen Bewilligungen können jederzeit wieder zurückgezogen werden. Und was ist, wenn die Ansteckungen in der Schweiz weiter steigen? Was, wenn eine Mannschaft aufgrund einer Coronainfektion in die Quarantäne muss? Imhof mag sich das gar nicht ausmalen und sagt:

«Wir müssen im kommenden Winter mit allem rechnen.»