HAUPTWIL-GOTTSHAUS
Alles im grünen Bereich: Die politische Gemeinde schreibt schwarze statt rote Zahlen

Die Rechnung 2020 weist einen Gewinn von rund 275'000 Franken aus, was gegenüber dem Budget eine Besserstellung von über 600'000 Franken ist. Der Ertragsüberschuss soll nach dem Willen des Gemeinderats dem Eigenkapital zugewiesen werden.

Georg Stelzner
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Matthias Gehring ist seit zehn Jahren Gemeindepräsident von Hauptwil-Gottshaus.

Matthias Gehring ist seit zehn Jahren Gemeindepräsident von Hauptwil-Gottshaus.

Bild: Reto Martin (Hauptwil, 31. Januar 2018)

«Signifikante Abweichungen hat es nicht gegeben. Wir stehen aber überall besser da als budgetiert.» Mit diesen Worten fasst Gemeindepräsident Matthias Gehring das Rechnungsergebnis für das Jahr 2020 zusammen. Es erstaunt daher auch nicht, dass Hauptwil-Gottshaus Aufnahme im Kreis jener politischen Gemeinden findet, deren Jahresrechnung mit schwarzen Zahlen zu Buche steht.

Anstelle des budgetierten Verlusts von 352'465 Franken resultierte ein Gewinn von 274'724 Franken und somit eine Besserstellung im Ausmass von rund 627'000 Franken. Der Gemeinderat möchte den Ertragsüberschuss zur Gänze dem Eigenkapital zuweisen.

Kanton leistet höheren Finanzausgleichsbeitrag

Die Gründe für den positiven Abschluss sind weitgehend identisch mit jenen in anderen Gemeinden. Gehring nennt als Hauptursachen die höheren Steuereinnahmen (1,9 statt 1,7 Millionen Franken) und die tieferen Sozialhilfekosten. Zudem sei der Finanzausgleichsbeitrag um 45'620 Franken höher ausgefallen als erwartet.

Der betriebliche Aufwand ist sowohl im Vergleich zum Budget 2020 als auch zur Rechnung 2019 höher, was laut Gehring aber auf eine andere Artengliederung zurückzuführen ist. Unter dem Strich sei für diesen Zweck nicht mehr Geld ausgegeben worden.

Erschliessung der Überbauung «Roose» abgeschlossen

Die kommunalen Finanzen werden vom Gemeinderat als «gesund und stabil» bewertet. Die Investitionstätigkeit könne noch gesteigert werden, was jedoch zur Folge hätte, dass weiteres Fremdkapital aufgenommen werden müsste, heisst es in der Botschaft zur Gemeindeversammlung.

In der jüngsten Investitionsrechnung figuriert unter anderem die Erschliessung des Mehrfamilienhauses Roose in Hauptwil, ein Vorhaben, das im Vorjahr erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Die entsprechenden Nettoaufwendungen für die Gemeinde beliefen sich auf rund 13'000 Franken.

Eine Steuersenkung ist vorerst kein Thema

Die aktuelle Situation an der Finanzfront darf als entspannt bezeichnet werden, zumal auch die Verschuldung nicht zugenommen hat. Die Hoffnung auf eine baldige Senkung des Steuerfusses dämpft Gehring jedoch:

«Wir haben dieses Thema im Gemeinderat diskutiert und sind zur Überzeugung gelangt, dass dafür jetzt nicht der richtige Zeitpunkt wäre.»

Der Gemeindepräsident verweist in diesem Zusammenhang auf die noch ungewissen Auswirkungen der Coronapandemie.

Mit dem geplanten Netzausbau in St.Pelagiberg und dem Ersatz der Wasserleitungen Mollishaus–Trön–Hasum stehen zwei kostspielige und nach Ansicht des Gemeinderates alternativlose Projekte zur Realisierung an. Der Gemeinderat beantragt dafür an der kommenden Gemeindeversammlung einen Gesamtkredit von 1,336 Millionen Franken.

Gemeindeversammlung: Dienstag, 8. Juni, 20 Uhr; Mehrzweckhalle in Kradolf.

Ohne Anmeldung kein Zutritt

Für die Teilnahme an der Versammlung der politischen Gemeinde Hauptwil-Gottshaus ist aufgrund der Massnahmen zur Eindämmung der Coronapandemie eine vorgängige Anmeldung zwingend erforderlich. Diese kann mit dem Talon auf der vorletzten Seite der Botschaft, per E-Mail (gemeindekanzlei@pghg.ch) oder telefonisch (071 424 60 62) erfolgen. Bekanntzugeben sind neben dem vollständigen Namen die Wohnadresse und die Telefonnummer. Die Daten werden bis 14 Tage nach der Gemeindeversammlung aufbewahrt und danach vernichtet. (st)