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«Hauptsache wir sind weiter»

Die Stimmung der Fans beim Public Viewing in der Bodensee-Arena in Kreuzlingen widerspiegelt das Spiel der Schweizer Nationalmannschaft gegen Costa Rica: Sie plätschert dahin. Euphorie kommt nur bei den Toren kurz auf.
Nicole D’Orazio
Jubel bei einem Paar nach einem Tor der Schweizer Fussball-Nationalmannschaft. (Bild: Andrea Stalder)

Jubel bei einem Paar nach einem Tor der Schweizer Fussball-Nationalmannschaft. (Bild: Andrea Stalder)

Einige ziehen etwas enttäuscht von dannen. Die Fanränge leeren sich schnell. Die Schweiz und Costa Rica trennen sich 2:2. Die «Nati» steht an der WM im Achtelfinal. Die Fans sind einigermassen zufrieden. Euphorie ist allerdings anders. Angefangen hat der Abend ebenfalls ruhig. Die Tische sind eine halbe Stunde vor Spielbeginn besetzt, die Zuschauerränge in der Halle füllen sich langsam. Vor allem mit jungen Fans. Rot ist natürlich die dominierende Farbe. Wer kein Nati-Shirt trägt, hat wenigstens eine Fahne dabei. Bei der Schweizer Hymne stehen einige Fans auf, andere halten ihre Identitätskarten hoch und wenige singen mit. Momentan sind Essen und Trinken noch wichtiger. Der Duft von Würsten liegt in der Luft. Es wird in der Halle grilliert. Die Schlange vor dem Essensstand und der Bar ist lang. Schliesslich will niemand mit leerem Bauch das Schweizer Nationalteam anfeuern.

In der Bodensee-Arena laufen die zwei Partien nebeneinander. Zu stören oder zu verwirren scheint das niemanden. Beim ersten Schweizer Freistoss in der zweiten Minute kommt etwas Stimmung auf. Richtig laut wird es allerdings bei der ersten Chance der Brasilianer. Das Spiel Brasilien gegen Serbien scheint genauso zu interessieren. Doch die Lautstärke nimmt sofort wieder ab. Die Spiele plätschern so dahin. Die Mädels machen Selfies und posten sie auf Insta­gram. Die Jungs rauchen lieber eine oder diskutieren, wer runter an die Bar muss, um Bier zu holen. Dass Costa Rica die besseren Chancen hat, wird mürrisch zur Kenntnis genommen. «Mached emol», heisst es hie und da. Und es ertönen wenige Hopp-Schwiiz-Rufe.

(Bild: Andrea Stalder)
(Bild: Andrea Stalder)
(Bild: Andrea Stalder)
(Bild: Andrea Stalder)
(Bild: Andrea Stalder)
(Bild: Andrea Stalder)
(Bild: Andrea Stalder)
(Bild: Andrea Stalder)
(Bild: Andrea Stalder)
(Bild: Andrea Stalder)
(Bild: Andrea Stalder)
(Bild: Andrea Stalder)
(Bild: Andrea Stalder)
(Bild: Andrea Stalder)
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(Bild: Andrea Stalder)
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(Bild: Andrea Stalder)
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(Bild: Benjamin Manser)
(Bild: Benjamin Manser)
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38 Bilder

So litten und jubelten die Nati-Fans in der Kreuzlinger Bodensee-Arena und in St.Gallen

Beim 1:0 kommt kurzzeitig Stimmung auf

Dann Jubel! Endlich! Blerim Dzemaili erzielt in der 31. Minute für die Schweiz das 1:0. «Oleeeee, oleee, oleeeeeee! Schwiizer Nati, oleee, oleee!» Jetzt sind alle wach und dabei. Volle Becher fliegen beim Jubel durch die Luft. Etwas später wieder verhaltener Jubel. Die Brasilianer erhalten Applaus für ihr erstes Tor. Die Fans diskutieren schon, gegen welchen Gegner sie im Achtelfinal lieber spielen würden. «Schweden wäre schon geil», meint ein junger Mann. «Oder wäre Mexiko für uns besser?» In der Halbzeit haben sie genügend Zeit, das zu vertiefen.

Zweite Halbzeit, ein Schuss von Ricardo Rodriguez erinnert die Fans daran, dass das Spiel wieder begonnen hat. Viele sind mit den Transportkartons mit Bier noch unterwegs zu ihren Plätzen. In einer Ecke der Halle wird ein Fangesang angestimmt, kurz machen alle mit. Dann in der 56. Minute: «Neeeeeeeeei!» Costa Rica gleicht aus. Kurzes Pfeifkonzert. Sorgen scheint sich aber noch niemand zu machen. Die Schweiz ist weiterhin für den Achtelfinal qualifiziert. Nicht alle verfolgen konzentriert das Spiel. Gespräche sind genauso wichtig. «Hey Alter, mit dieser Fahne gehen wir am Freitag ans Turnfest, gell», meint ein junger Mann zu seinem Kollegen. Er zeigt auf die Schweizer Flagge. «Jo eeeeh», erwidert dieser. Dann gibt es Applaus für Valon Berahmi, als er ausgewechselt wird.

Ein Fan ist nach dem zweiten Tor von Costa Rica frustriert. (Bild: Andrea Stalder)

Ein Fan ist nach dem zweiten Tor von Costa Rica frustriert. (Bild: Andrea Stalder)

Auch Brasilien erhält Applaus

Das Brasilien-Spiel scheint spannender. Viele jubeln, als die Seleçao das zweite Tor erzielt. Sie sind also dort mit dabei. Das ist der Vorteil der zwei Screens nebeneinander. Einige Fans machen etwas Stimmung und singen. «Mached emol», schreit ein langsam frustrierter Fan. «Das ist doch kein Foul!», ruft ein anderer als Denis Zakaria die gelbe Karte kassiert. Aufschrei in der 78. Minute als Josip Drmic nur den Pfosten trifft. Erneut, als Costa Rica kurz darauf fast in Führung geht. Dann erlöst Drmic die Fans mit dem 2:1. Riesiger Jubel in der Halle, wieder fliegt das Bier durch die Luft. Die Freude ist nur kurz. Ein Costa Ricaner stürzt vor dem Schweizer Goal und fordert einen Elfmeter. «Das ist sicher kein Penalty!» Der Schiri sieht das auch so. Kurz darauf gibt es doch noch einen für Costa Rica. «Sicher nöd! Das ist nie ein Penalty!» schreien alle. «Sommer! Sommer!» Die Fans unterstützen den Goalie. Es nützt nichts. 2:2. «Puuuh!» Pfiffe. Noch bevor das Spiel fertig ist, verlassen viele ihre Plätze. Doch ganz verlassen sie die Halle noch nicht. Als das Spiel abgepfiffen wird, ertönt kurzer Applaus, die «Nati» wird etwas gefeiert. «Hauptsache wir sind weiter», meint ein Fan beim Rausgehen. Nur das zählt.

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