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Anonyme Mail fliegt auf: Arboner erhält Strafbefehl wegen Drohung

Die Fasnacht war schon vorbei, als ein Städtlibewohner einem anderen drohte, dessen Haus abzufackeln. Die anonyme Mail kommt, ihn teuer zu stehen.
Max Eichenberger
John Moetteli erhielt Anfang Februar eine anonyme Drohung per Mail. (Bild: PD)

John Moetteli erhielt Anfang Februar eine anonyme Drohung per Mail. (Bild: PD)

Vielleicht stand er noch unter dem Eindruck der eben verflossenen Fasnacht, der Hofnarr der Arboner Lällenkönige, als er die verhängnisvolle Mail verfasste. In den Modus des schicklichen verbalen Umgangs, wie er ausserhalb der Fünften Jahreszeit selbst unter Feinden zu pflegen geboten ist, hatte er scheinbar noch nicht zurückgefunden. Was an Zugespitztem auf der Fasnachtsbühne noch angehen mag, ist unter normalen Umständen ein Schlag unter die Gürtellinie. Der Urheber solcher Attacken kann da ganz schön drankommen, sofern a) der Angeschossene Anzeige einreicht, b) der Adressat eruiert werden kann und c) die Staatsanwaltschaft einen Straftatbestand erkennt.

«Sonst brennt dir Deine Hütte unter dem Arsch weg»

«Hallo Moetzeli, (...) du bist unterste Schublade. Hau doch endlich aus Arbon ab, sonst brennt dir deine alte Hütte unter deinem Arsch weg.» Der Narr, mittlerweile wieder in Zivil, hat seinen streitbaren und unbequemen Städtli-Mitbewohner John Moetteli in dieser folgenschweren Mail vom 6. Februar ins Visier genommen.

Moetteli hatte in Sachen Verkehrsführung in der Altstadt gegen die Stadt geklagt. Mit Stadtpräsident Andreas Balg stand und steht er über Kreuz. Der Patentanwalt mit dem amerikanischen Slang hatte in diesem Frühjahr, noch ehe Balg seinen Verzicht auf eine Wiederkandidatur 2019 bekannt gab, auf eigene Faust per Ausschreibung über Ost-Job einen Gegenkandidaten für den missliebigen Amtsinhaber fürs Stadthaus suchen lassen.

Der umtriebige Kritiker von der Promenade hat seinerseits Leute auf den Plan gerufen, die sich von ihm durch seine Nörgelei mittlerweile genervt fühlen. So auch den Narren, der es dem «Moetzeli» einmal deutlich und frontal sagen wollte. Auch missfiel dem Obernarren, dass sich Moetteli als Einzelmaske aufspielte in der Absicht, über eine Ausschreibung Balg zu stürzen. Dabei lag die Stadthausstürmung durch die Narren eben erst mal gut zwei Wochen zurück. An dieser Aktion war der Mailschreiber kurioserweise selbst aktiv und hievte Balg über die Autodrehleiter der Feuerwehr aus dem zweiten Stock des Stadthauses übers Fasnachtswochenende ins Exil.

Mail-Absenderadresse vergeblich anonymisiert

Als Absender hat er namens einer Interessengemeinschaft «IG Moetzeli weg!» seine Email-Adresse anonymisiert: moetzeliweg@gmail.com. Geoutet wurde er trotzdem. Und so hatte der Hofnarr prompt die Klage des Adressanten und Anwalts am Hals. Die Staatsanwaltschaft Bischofszell sah den Straftatbestand der Drohung als erfüllt an und erliess am 14. Mai einen entsprechenden Strafbefehl.

Für den Narren wird die Sache nun ziemlich kostspielig: Neben einer Busse von 150 Franken werden ihm die Verfahrensgebühren, die Untersuchungs- und Polizeikosten in Rechnung gestellt. Summa summarum: über tausend Franken.

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