Hattrick von Hinterkircher: Der HC Thurgau besiegt den EHC Winterthur 6:2

Es war ein hartes Stück Arbeit. Doch drei Tore von Neuzuzug Mattia Hinterkircher ebnen den Weg zum letztlich deutlichen Heimerfolg des Swiss-League-Leaders. Dass der zuvor torlose Hinterkircher im achten Spiel für den HCT so einschlägt, hat seinen Grund.

Matthias Hafen
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Mattia Hinterkircher (links) bewies im Spiel gegen den EHC Winterthur einen herausragenden Torriecher.

Mattia Hinterkircher (links) bewies im Spiel gegen den EHC Winterthur einen herausragenden Torriecher.

Bild: Mario Gaccioli

Selten waren Tore so wegweisend wie das 3:2 des HC Thurgau im Heimspiel gegen den EHC Winterthur. In der 30. Minute geriet HCT-Verteidiger Bernhard Fechtig in der eigenen Defensivzone gehörig unter Druck, konnte aber Winterthurs Topskorer Riley Brace abschütteln und so das 2:3 verhindern. Im gleichen Moment bewies der Österreicher eine grandiose Übersicht. Mit einem Pass fast über das ganze Spielfeld lancierte Fechtig aus der Abwehraktion heraus Mattia Hinterkircher, der solo auf Winterthurs Goalie Justin Gianola zulaufen konnte und das 3:2 erzielte.

Hinterkircher realisierte damit einen Hattrick. Bereits die ersten beiden HCT-Tore waren auf sein Konto gegangen – das 1:1 (14.) ein Ablenker, das 2:2 (24.) ein Beispiel dafür, wie sich Hinterkircher durch eine ganze Abwehrreihe tanken kann. Der 25-jährige Zürcher hatte von Ambri aufgrund der Unsicherheiten im Zuge der Coronapandemie für die Saison 2020/21 keinen Vertrag mehr erhalten. Daraufhin schien er trotz guter Reputation in Vergessenheit zu geraten. Auf der dringenden Suche nach Spielern wurde der verletzungsgeplagte HC Thurgau in ihm fündig. Den Wechsel in die Ostschweiz will Hinterkircher nutzen, um sich erneut für die NLA zu empfehlen.

Am Flügel fühlt er sich wohler

Und Hinterkircher scheint die Chance zu packen. Am Ende des 6:2-Siegs gegen Winterthur stand der Flügelstürmer gar mit vier Toren da. Es waren im achten Spiel seine ersten Treffer für die Ostschweizer. «Vier Tore in einem Spiel? Das ist mir zuvor noch nie gelungen», sagte der frühere ZSC-Junior hocherfreut. Dass er beim HCT ausgerechnet jetzt als Skorer auffällt, hat damit zu tun, dass Hinterkircher zuvor als Center agieren musste, um dort Löcher zu stopfen. Am Flügel fühle er sich aber bedeutend wohler, so der Stürmer. «Und von Brandon Hagel erhalte ich ein paar sehr schöne Pässe.» Die beiden könnten dem HC Thurgau in nächster Zeit noch viel Freude bereiten.

Auf originelle Weise zeigten die Fans des HC Thurgau auf der Tribüne ihre Unterstützung, obwohl sie coronabedingt nicht dabei sein durften.

Auf originelle Weise zeigten die Fans des HC Thurgau auf der Tribüne ihre Unterstützung, obwohl sie coronabedingt nicht dabei sein durften.

Mario Gaccioli

Doch so überzeugend das Resultat von 6:2 wirkt, so hart war die Arbeit, die das Team dafür leisten musste. Nach einem laschen Startdrittel zog der HCT das Tempo an und brachte Winterthur so immer mehr in Bredouille. Einzig war dem Heimteam vorzuwerfen, dass es nach dem 3:2 bei Spielmitte nicht früher die Entscheidung suchte. Denn nachdem Jason Fritsche in der 49. Minute in Unterzahl das 4:2 erzielt hatte, waren die Winterthurer auch in den Köpfen bezwungen. Jan Mosimann (53.) und zum Abschluss nochmals Hinterkircher (56.) steuerten die weiteren Treffer bei.

Die Verletzungshexe hat den HC Thurgau fest im Griff

Der zweite Sieg im zweiten Saisonvergleich mit Winterthur bringt dem HC Thurgau viel Positives. Damit zieren die Ostschweizer auch die nächste Woche noch Platz eins der Swiss League. Und mit einem Sieg in den Beinen reist es sich einfacher nach Visp, wo am Dienstag um 19.45 Uhr der nächste Gegner wartet. Allerdings ging nach dem Spiel gegen Winterthur das grosse Bangen wieder los, weil sich Adam Rundqvist im Schlussdrittel verletzt hatte und die Partie nicht zu Ende spielen konnte. Gut möglich also, dass der Center der nächste Name im schier unüberschaubaren Lazarett der Thurgauer sein wird. Am Freitag in Olten hatte sich schon Patrick Parati schwer verletzt.

Thurgau – Winterthur 6:2 (1:1, 2:1, 3:0)

Güttingersreuti, Weinfelden – 50 Zuschauer – SR Potocan/Ströbel, Betschart/Nater.
Tore: 3. Braus (Burkhalter, Oana) 0:1. 14. Hinterkircher (Scheidegger) 1:1. 22. Torquato (Brace, Arnold) 1:2. 24. Hinterkircher (Hagel, Fechtig) 2:2. 30. Hinterkircher (Fechtig) 3:2. 49. Fritsche (Ausschluss Michael Loosli!) 4:2. 53. Mosimann (Soracreppa) 5:2. 56. Hinterkircher (Hagel) 6:2.
Strafen: 5-mal 2 Minuten gegen Thurgau, 3-mal 2 Minuten gegen Winterthur.
Thurgau: Rüegger; Fechtig, Moor; Schmuckli, Soracreppa; Scheidegger, Schmutz; Schnyder; Hinterkircher, Hagel, Michael Loosli; Schweri, Rundqvist, Mosimann; Murphy, Fritsche, Spannring; Janik Loosli, Hobi, Lanz; Rehak.
Winterthur: Gianola; Engeler, Sigg; Pozzorini, Birchler; Küng, Hunziker; Bachofner; Wieser, Allevi, Bozon; Brace, Torquato, Arnold; Bleiker, Hess, Haldimann; Braus, Burkhalter, Oana; Sluka.
Bemerkungen: Thurgau ohne Bischofberger (Quarantäne), Hulak, Brändli, Parati, Wildhaber, Moser (alle verletzt), Hollenstein (krank) und Baumann (überzählig). Winterthur ohne Mathis (krank), Krayem (verletzt), Oejdemark (Lausanne/NLA), Schwegler, Raggi und Meier (alle überzählig). – 34. Lattentreffer Scheidegger.