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Hat sich die Pensionskasse bereichert? Saurer-Rentner sind richtig sauer

Der Vorwurf: Die Pensionskasse der Arboner Traditionsfirma habe sich auf ihre Kosten um 200 Millionen Franken bereichert.
Tanja von Arx
Die Pensionäre Walter Winkler und Ernst Frei haben am Mittwoch ihre Zahlen präsentiert. (Bild: Tanja von Arx)

Die Pensionäre Walter Winkler und Ernst Frei haben am Mittwoch ihre Zahlen präsentiert. (Bild: Tanja von Arx)

Die Rede ist von Diskriminierung und Verfahrensmissbräuchen und die Nerven liegen blank. Am Mittwoch hat eine Rentnergruppe zur Medienorientierung ins Arboner ZIK geladen. Das Thema: Die Saurer-Pensionskasse habe sich auf Kosten ihrer Pensionäre um 200 Millionen Franken bereichert. Konkret habe sie zu tiefe Renten ausbezahlt, sagten die Saurer-Rentner Ernst Frei und Walter Winkler vor zirka vierzig Gästen.

Vermögen wächst, Versicherte sterben weg

Denn das Pensionskasse-Vermögen ist während zwanzig Jahren von 224 auf 332 Millionen Franken angewachsen, jedoch hat die Zahl der Versicherten von 2000 auf 900 abgenommen. Die Aufforderung von Seiten der betroffenen Pensionäre, frei werdende Renten, unverbrauchtes Deckungskapital oder Rückstellungen infolge Todesfälle und anderem denen zu verteilen, die sie erspart hätten, wurde abgewiesen.

Facts and Figures zur Saurer-Pensionskasse

Der Fahrzeug- und Webmaschinenhersteller Adolph Saurer AG musste im letzten Jahrhundert aus wirtschaftlichen Gründen viele Geschäftsbereiche liquidieren. Dies zog Restrukturierungen in der Pensionskasse nach sich, die heutige Form besteht seit 1996. Die damals 2000 Versicherten waren 700 Mitarbeiter und 1300 Rentner. Die Zahl schrumpfte wegen Todesfällen und durch Austritte. (tva)

Die Pensionskasse argumentierte, dass die Rentner zufrieden und Rentenanpassungen finanziell nicht vertretbar wären. Wie sehr die Thematik den Pensionären aufstösst, ist offensichtlich: Das Arboner Bezirksgericht bedachte einen ehemaligen Mitarbeiter im Zuge aggressiver Kritik mit einem Maulkorb.

Die Rentnergruppe reagierte mit einer Klage bei der Ostschweizer BVG- und Stiftungsaufsicht. Doch diese wurde abgewiesen. Es bestünden keine Parteirechte und somit kein Handlungsbedarf. Die Rentner gaben jedoch nicht nach. Frei sagt.

«Das kann einfach nicht sein.»

Im Mai 2018 reichten sie Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht ein. Die Forderung: Eine unabhängige Instanz soll unter Beizug eines Rentnervertreters den Sachverhalt untersuchen, die Mittel aus der Liquidation sollen ermittelt und verteilt werden, ohne die regulären Ansprüche der Versicherten zu schmälern.

Pensionskasse verweigert jegliche Einsichtnahme

Das Bundesverwaltungsgericht trat auf die Beschwerde ein, die Pensionskasse wurde einbezogen. Allerdings versagte das Gericht der Rentnergruppe finanzielle Fachunterstützung und die Pensionskasse verwehrte jegliche Einsichtnahme in die Buchhaltung.

Während der letzten anderthalb Jahren forderte das Gericht Stellungnahme um Stellungnahme von den beteiligten Parteien, liess beantragte Terminverschiebungen zu und nahm Ergänzungen entgegen. Zur Sache selbst bezog das Bundesverwaltungsgericht jedoch keine Stellung. Stattdessen übertrug es die Beurteilung der bereits beklagten BVG-Stiftungsaufsicht.

Ball liegt beim Bundesverwaltungsgericht

Ohne auf den finanziellen Sachverhalt einzugehen wurde so die Beschwerde unter Androhung von Kostenfolgen für die Rentner vollumfänglich abgelehnt. Rentner Frei sagt:

«Wir beginnen nun wieder von vorne.»

Der Ball liegt beim Bundesverwaltungsgericht, das erneut Stellungnahmen von Aufsichtsbehörde und Pensionskasse einfordert. Allerdings hoffen die Rentner auf eine baldige Lösung, bevor die Betroffenen verstorben sind.

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