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Hangrutsch bei Halden: Kanton und Stadt Bischofszell im Clinch

Den Hangrutsch bei Halden bekommt Bischofszell nicht alleine in den Griff. Dazu bedarf es kantonaler Hilfe. Doch nun stösst das Departement für Bau und Umwelt den Stadtrat mit einer neuen Einschätzung vor den Kopf.
Georg Stelzner
Der zur Thur hin abrutschende Hang und die für motorisierte Verkehrsteilnehmer gesperrte Haldenstrasse. (Bild: Donato Caspari, 22. Januar 2019)

Der zur Thur hin abrutschende Hang und die für motorisierte Verkehrsteilnehmer gesperrte Haldenstrasse. (Bild: Donato Caspari, 22. Januar 2019)

Bis vor kurzem ist der Stadtrat Bischofszell davon ausgegangen, das seit Jahrzehnten bestehende Problem des Hangrutsches bei Halden mit Hilfe eines zweiteiligen Projekts endlich lösen zu können.

Dies, nachdem ein geologisches Zweitgutachten zur Erkenntnis gelangt war, dass die Haldenstrasse möglicherweise doch auf der bisherigen Linienführung saniert werden kann.

Unterschiedliche Interessenlage

Bischofszell wäre bereit gewesen, den Hangrutsch zu sanieren, während der Kanton, basierend auf dem neuen «Gesetz über den Wasserbau und den Schutz vor gravitativen Naturgefahren», die Federführung bei der Sicherung des Flussufers hätte übernehmen sollen.

Dies ist insofern von Bedeutung, als die Thur zu den Auslösern der Rutschung gehört. Der Kanton scheint mit seinem aktuellen Standpunkt die Pläne der Stadt nun aber zu durchkreuzen.

So muss jedenfalls das Schreiben aus Frauenfeld interpretiert werden, das zu Jahresbeginn im Bischofszeller Rathaus eintraf. Darin verweist das Departement für Bau und Umwelt darauf, dass das gesamte links- seitige Thurufer ober- und unterhalb der Rutschung ein «nicht verbautes Naturufer» sei.

Bedenken wegen baulicher Eingriffe

Bei einem Lokalaugenschein habe man wertvolle Uferstrukturen mit Totholz und flachliegenden Molassegesteinen festgestellt, betont das Departement für Bau und Umwelt in seinem Schreiben. Bauliche Eingriffe, so die Argumentation des Kantons, würden die heutige Situation beeinträchtigen und gefährden.

Regierungsrätin Carmen Haag rät Bischofszell davon ab, das Projekt Hangfuss- bzw. Ufersicherung weiter zu verfolgen und macht zudem auf die hohen Kosten aufmerksam, welche eine Sanierung des Rutschhangs unter Beibehaltung der bisherigen Linienführung der Gemeindestrasse sowie die langfristig noch zu erwartenden Massnahmen zur Folge hätten. Aus Sicht des Kantons wäre das keine sinnvolle und nachhaltige Lösung, heisst es.

Stadtrat sitzt am kürzeren Hebel

Die Konsternation bei Stadtrat Boris Binzegger, zuständig für das Ressort Bau und Verkehr, ist gross, denn ohne Sicherung des Hangfusses ist eine Sanierung der Haldenstrasse seiner Meinung nach nicht möglich.

«Wir verstehen die Antwort des Kantons auf unser Gesuch um Kostenbeteiligung nicht und möchten wissen, wie es zu dieser für uns enttäuschenden Beurteilung gekommen ist», sagt Binzegger.

Der Stadtrat müsse sich das weitere Vorgehen gut überlegen. Mit Sicherheit werde man aber keinen Konfrontationskurs fahren. Man sei sich bewusst, dass die Stadt Bischofszell gegen den Willen des Kantons nichts durchsetzen kann.

Der Stadtrat werde deshalb auf Dialog setzen und den Kontakt mit den kantonalen Stellen wieder aufnehmen. Ein erstes Gespräch ist laut Binzegger für Anfang März anberaumt.

Dieses Jahr keine Abstimmung mehr

Zwei Tatsachen schmerzen besonders: Die Problemlösung erfordert vor dem Hintergrund der jüngsten Entwicklung noch mehr Zeit und Geld. Für Massnahmen und Abklärungen wurden zuletzt 128'000 Franken aufgewendet, und im Budget 2019 sind weitere 150'000 Franken für die Causa «Haldenstrasse» eingesetzt.

«Die Hoffnung war, Ende dieses Jahres über einen Kredit abstimmen zu können; das ist jetzt illusorisch», erklärt Boris Binzegger, der mit einer Verzögerung von bis zu zwei Jahren rechnet.

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