Handball
Nicht mehr als ein Strohfeuer: Meister Brühl ist erneut eine zu hohe Hürde für Kreuzlingens NLA-Frauen

Der HSC Kreuzlingen verliert auch den zweiten Saisonvergleich mit Brühl St. Gallen, diesmal 22:33. Dank einer starken Phase kurz vor der Pause blieb die Hoffnung auf einen Überraschungscoup am Leben.

Markus Rutishauser
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Kreuzlingens Trainerin Kristina Ertl-Hug griff zu drastischen Massnahmen, um ihr Team zu stabilisieren.

Kreuzlingens Trainerin Kristina Ertl-Hug griff zu drastischen Massnahmen, um ihr Team zu stabilisieren.

Mario Gaccioli (7. November 2020)

«Der HSC Kreuzlingen hat zuletzt deutliche Fortschritte gemacht, doch die Bäume wachsen für ihn noch nicht in den Himmel.» So analysierten die Kommentatoren das NLA-Handballspiel zwischen Meister und Leader Brühl St.Gallen sowie dem Tabellenvierten aus dem Thurgau. Es hätte schon eine Topleistung der Kreuzlingerinnen gebraucht, um den Leader in Bedrängnis bringen zu können. Doch diesen Effort konnten sie am Freitagabend nicht leisten. Hierfür unterliefen ihnen zu viele Fehler. Zudem liessen sie auch noch ein halbes Dutzend hochkarätige Chancen und gleich drei Siebenmeter ungenutzt. Nach zuletzt drei Auswärtssiegen in Serie zum Jahresabschluss kassierte der HSCK somit im Startspiel 2021 wieder eine Niederlage in fremder Halle.

Am kommenden Samstag wieder Favorit

In der Tabelle gab es am Strich keine Veränderungen. Weil auch Thun sein Gastspiel beim Tabellenzweiten Zug 22:30 verlor, bleibt Kreuzlingen mit einem Punkt Vorsprung auf Platz vier. Brühl St.Gallen führt die Rangliste nach seinem bereits achten Sieg in Serie souverän an. Am kommenden Samstag um 16 Uhr, im Heimspiel gegen Yellow Winterthur, sind die Kreuzlingerinnen dann in der Favoritenrolle. Wollen sie ihren Traum von der erstmaligen Finalrundenteilnahme weiterträumen, müssen die beiden Punkte unbedingt in der Egelseehalle bleiben.

Auswärts gegen Brühl kamen die Kreuzlingerinnen zu Beginn überhaupt nicht auf Touren. Zwei technische Fehler und ein unpräziser Abschluss, zwei Konter von Brühl – und der Favorit führte nach nur 223 Sekunden 3:0. Auch ein frühes Time-out des Kreuzlinger Trainerduos Ertl-Hug/Dedaj brachte den Motor des HSCK nicht auf Betriebstemperatur. Die Titelhalterinnen aus St.Gallen nützten die Fehler des Gastteams gnadenlos aus.

Ertl-Hug wechselt ihren gesamten Rückraum aus

Zwar hatte Kreuzlingen in der Startviertelstunde gefühlte 70 Prozent Ballbesitz, doch Brühl kam zu vielen einfachen Treffern, zwei davon innert 21 Sekunden. Beim Stand von 9:1 für Brühl ersetzte Kreuzlingens Trainerin Ertl-Hug ihren gesamten, viel zu fehleranfälligen Rückraum. Dann, während einer einminütigen doppelten Unterzahl, löste ein Kontertreffer von Topskorerin Pashke Marku die Verkrampfung beim HSCK. In der Abwehr spielte er nun mit der nötigen Aggressivität und verleitete so den Leader zu Fehlern. Vom 2:10 kämpften sich die Kreuzlingerinnen bis auf 11:14 heran. Dank des 12:16 bei Halbzeit blieb eine kleine Hoffnung auf den Überraschungscoup am Leben. Doch blieb es aus Kreuzlinger Sicht bei diesem viertelstündigen Strohfeuer vor der Pause. Brühl kon­trollierte die Partie nach dem Seitenwechsel wieder souverän.

Brühl St.Gallen – Kreuzlingen 33:22 (16:12)

Kreuzbleiche, St.Gallen – keine Zuschauer.
Strafen: je 3-mal 2 Minuten.
Brühl St. Gallen: Dokovic (1.-30./6 Paraden), F. Schlachter (31.-60. und für 2 Penaltys/4 Paraden); Ackermann, Simonva (1), Brunner, Pavic (2), Altherr (3/1), Gutkowska (6/1), Betschart (9), Schnyder, Tomasini, Schmid (4), Fudge (4), Lüscher (4).
Kreuzlingen: Wörner (1.-60./8 Paraden); Skoricova (4), Tissekker (4/4), Klein (3), Weidmann (1), Rothacker, Lischka, Marku (3), Sivka (1), Plüss, Olsovska (2), Singer-Duhanaj (1), Gulyas (3), Heinstadt.
Bemerkungen: Kreuzlingen ohne Federau, Novotna (beide krank) und Maier (abwesend), dafür erstmals mit Singer-Duhanaj (2.Equipe). – Penaltys: Brühl 2/4, Kreuzlingen 4/7.