Handball
HSC Kreuzlingen feiert grössten Erfolg seiner über 50-jährigen Klubgeschichte

Die Thurgauerinnen besiegen in der Rotweiss Thun mit 24:20 und qualifizieren sich erstmals überhaupt für die NLA-Finalrunde der Frauen. Ein solcher Erfolg ist zuletzt vor 31 Jahren einem Thurgauer Handballteam gelungen.

Markus Rutishauser
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Durchschlagender Erfolg: Kreuzlingens Vanda Gulyas (rot) «sprengt» die Thuner Gegenspielerinnen richtiggehend weg.

Durchschlagender Erfolg: Kreuzlingens Vanda Gulyas (rot) «sprengt» die Thuner Gegenspielerinnen richtiggehend weg.

Bild: Mario Gaccioli

Geschafft! Die Nervenanspannung löste sich bei den Kreuzlingerinnen nach erfüllter Mission in einem Ringeltanz auf. Zum ersten Mal in der Geschichte drang der HSCK in den Kreis der ersten Vier des Schweizer Frauenhandballs ein. Zuletzt gelang dies einem Thurgauer Handballteam vor 31 Jahren, damals dem BSV Weinfelden-Bürglen.

Zusammen mit Titelhalter Brühl St. Gallen, Spono Nottwil und Zug bestreitet die Equipe von Trainerin Kristina Ertl-Hug die sechs Spieltage umfassende Finalrunde, bevor es dann im Playoff um den Meistertitel geht. Verlierer Thun, der auf diese Saison hin angetreten war, um Titel zu gewinnen, muss hingegen erstmals seit vielen Jahren in die Abstiegsrunde. Die Bernerinnen haben mit der überraschenden Freistellung ihrer ausländischen Topskorerinnen Lucia Weibelova und Laura Retondo vor der Partie den Umbruch bereits eingeleitet.

Kreuzlingen nur einmal in Rückstand

Auch Kreuzlingen stieg nicht in Vollbesetzung in den Showdown der vorletzten Qualifikationsrunde gegen den direkten Konkurrenten Thun. Die angeschlagene Leistungsträgerin Isabel Tissekker konnte nur für drei Siebenmeter eingesetzt werden, von denen sie zwei verwertete. Dazu fehlte immer noch Torfrau Miriam Federau, weshalb die ganze Verantwortung zwischen den Pfosten auf Nathalie Wörner lastete. Immerhin kehrte die Slowakin Maria Olsovska nach ihrer Fussverletzung ins Team zurück. Insgesamt waren die Thurgauerinnen im Heimspiel vom Samstagabend über weite Strecken spielbestimmend. Die Gäste gingen nur einmal in Führung – in der zehnten Minute mit 4:3. Auf den erstmaligen Rückstand reagierten die Kreuzlingerinnen allerdings postwendend. Danach lagen sie meist vorne, jedoch nie mit mehr als zwei Treffern. 12:10 lautete der Halbzeitstand zu Gunsten des HSCK. Zu Beginn der zweiten 30 Minuten drückte Kreuzlingen aufs Gaspedal. Linkshänderin Petra Skoricova mit ihrem dritten Tor und Torhüterin Wörner mit einem Wurf über das ganze Feld ins verwaiste Thuner Tor sorgten für eine 14:10-Führung.

Thun probierte es mit sieben Feldspielerinnen

Thun stemmte sich vehement gegen die drohende Niederlage. Trainer Urs Mühlethaler versuchte in der zweiten Halbzeit, mit einer siebten Feldspielerin anstelle des Goalies das Momentum wieder auf Thuner Seite zu zwingen. Die Bernerinnen kamen immer wieder auf Schlagdistanz heran, doch der Gleichstand wollte nicht gelingen. Die letzten Hoffnungen der Thunerinnen auf das Erreichen der Finalrunde schmetterte Kreuzlingen ab der 50. Minute mit vier Treffern in Serie zum 23:18 ab und ebnete so den Weg zum grössten Erfolg des HSCK in seiner über 50-jährigen Klubgeschichte.

Kreuzlingen – Thun 24:20 (12:10)

Egelsee – Keine Zuschauer – SR Henning/Meier.
Strafen: je 4-mal 2 Minuten.
Kreuzlingen: Wörner (1.-60./1 Tor); Mayer (1), Skoricova (4), Tissekker (2/2), Klein, Weidmann (2), Rothacker, Marku (3), Sivka (1), Gulyas (3), Lischka, Olsovska (3), Heinstadt, Novotna (4/1).
Rotweiss Thun: Korenic (1.-30.), Peronina (31.-60.); Nora Gerber (1), Knecht (1), Zumstein(4), Lauper, Nina Gerber, Wyer, Strupler, Karlen, Frey (3), Eberhart, Schmied, Gajikj (11/2).
Bemerkungen: Kreuzlingen ohne Hildebrand, Plüss (beide verletzt) und Federau (rekonvaleszent). Thun ohne Weibelova, Rotondo (beide freigestellt), Murgovska (rekonvaleszent) und Lehmann (verletzt). – Penaltys: Kreuzlingen 3/4, Thun 2/4.