Handball
Hohe Ziele in der NLA und NLB: Der HSC Kreuzlingen tanzt auf zwei Hochzeiten

Als einer von nur drei Handballklubs in der Schweiz ist der HSC Kreuzlingen sowohl bei den Frauen wie auch bei den Männern in der Nationalliga vertreten. Am Samstag starten die Thurgauer mit zwei Heimspielen in die Meisterschaft 2021/22. Die NLA-Frauen empfangen um 17 Uhr Rotweiss Thun, die NLB-Männer um 19 Uhr das Talentteam der Kadetten Schaffhausen.

Markus Rutishauser
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Ein Teamfoto, das Platz braucht. Der HSC Kreuzlingen stellt auch in dieser Saison gleich zwei Equipen in der Nationalliga – und beide wurden zuletzt immer besser.

Ein Teamfoto, das Platz braucht. Der HSC Kreuzlingen stellt auch in dieser Saison gleich zwei Equipen in der Nationalliga – und beide wurden zuletzt immer besser.

Mario Gaccioli

Vor gut drei Monaten hat der HSC Kreuzlingen die erfolgreichste Spielzeit seiner 50-jährigen Geschichte abgeschlossen. Die Frauen erreichten in der NLA die Playoff-Halbfinals und qualifizierten sich so als erstes Thurgauer Handballteam seit über 30 Jahren für einen internationalen Wettbewerb. Die NLB-Männer verpassten das Aufstiegsplayoff gegen Chênois nur hauchdünn und klassierten sich auf dem starken dritten Platz. Diese Resultate machen hungrig auf mehr.

An diesem Samstag nimmt Kristina Ertl-Hug bereits ihre fünfte Saison als Trainerin von Kreuzlingens NLA-Equipe in Angriff. Dabei warten zwei grosse Herausforderungen auf die 34-Jährige und ihren neuen Co-Trainer Thomas Zilm: Einerseits will der Klub die erstmalige Finalrundenqualifikation im Frühjahr 2021 bestätigen und erneut unter die ersten vier vorstossen, andererseits möchten die Thurgauerinnen aber auch im Europacup eine gute Figur machen, wo sie auf den österreichischen Meisterschaftsdritten Stockerau treffen. Das Hinspiel findet am 16. Oktober um 16 Uhr in der Sporthalle Egelsee statt.

Bei den NLA-Frauen klafft im Rückraum eine Lücke

Die gesetzten Ziele zu erreichen, wird allerdings eine Herkulesaufgabe. Denn weder die Vorbereitung noch die Kaderplanung verliefen reibungslos. Der Abgang der bundesligaerfahrenen Abwehrchefin Isabel Tissekker wurde noch nicht kompensiert, weil die ursprünglich verpflichtete neunfache ungarische Nationalspielerin Tamara Tilinger aus familiären Gründen um die Auflösung ihren Vertrags gebeten hat. Da die slowakische Ex-Nationalspielerin Maria Olsovska wegen ihres im Mai erlittenen Kreuzbandrisses noch bis mindestens Ende Jahr ausfällt, hat der HSCK im Rückraum noch Handlungsbedarf. Auf der Goalieposition werden die Kreuzlingerinnen dafür mit einem Topduo in die Saison starten. Nebst der routinierten Nathalie Wörner wurde mit dem dänischen Energiebündel Frederikke Siggaard eine hervorragende Torhüterin aus der zweiten deutschen Bundesliga verpflichtet. Aus der gleichen Liga stammt auch die neue tschechische Spielmacherin Pavlina Novotnà. Dazu wurde die Kreisposition mit der österreichischen U19-Nationalspielerin Marlena Kampelmühler-Rink erweitert. Dazu wurden drei junge Talente aus dem eigenen Nachwuchs ins erweiterte Kader aufgenommen

NLB-Männer machen sich für den Aufstieg bereit

Bei den Kreuzlinger NLB-Männern nimmt Trainer Werner Bösch seine zweite Saison in Angriff. Der einzige gewichtige Abgang (Thierry Gasser zu Arbon) wurde mehr als nur kompensiert. Vom NLA-Klub GC Amicitia Zürich stiess dessen Topskorer Paul Kaletsch zum HSCK. Kaletsch erzielte in seiner erfolgreichen Karriere für Konstanz in der zweiten und dritten Bundesliga über 1500 Treffer und soll nun mit dem kosovarischen Nationalteam-Captain Valon Dedaj die Fäden im Kreuzlinger Angriff ziehen. In letzter Minute holte der HSCK mit dem 1,96 Meter grossen Rückraumspieler Bujar Ramosaj zudem einen vierten kosovarischen Internationalen nebst Dedaj, Linkshänder Drenit Tahirukaj und Goalie Haris Berisha ins Team. Weiter kehrte der ehemalige Junior Jérôme Portmann, der zuletzt in Endingen NLA-Luft schnupperte, zu seinem Stammklub zurück.

Insgesamt hat die Qualität im NLB-Kader des HSC Kreuzlingen noch einmal dazugewonnen. Der Klub macht denn auch keinen Hehl aus seinen Ambitionen. Mindestens den Playoff-Final soll das Team in der Saison 2021/22 erreichen. Als Kreuzlingens Hauptkonkurrenten werden NLA-Absteiger Endingen, Wädenswil/Horgen, Stäfa und Solothurn gehandelt.

Saisonstart. Samstag, 4. September. NLA Frauen. 17.00 Uhr: Kreuzlingen – Rotweiss Thun. - NLB Männer. 19.00 Uhr: Kreuzlingen – GS/Kadetten Espoirs Schaffhausen.

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