Halden vollzieht den abwassertechnischen Anschluss an Bischofszell

Um das Abwasser aus Halden künftig in der Rosenstadt reinigen zu können, muss eine rund zwei Kilometer lange Druckleitung erstellt werden. Die Bauarbeiten haben am Dienstag begonnen.

Georg Stelzner
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Symbolischer Baubeginn mit dem Spatenstich an der Sulgerstrasse in Bischofszell. (Bild: Donato Caspari)

Symbolischer Baubeginn mit dem Spatenstich an der Sulgerstrasse in Bischofszell. (Bild: Donato Caspari)

Der Aufmarsch zum Spatenstich an der Sulgerstrasse in Bischofszell Nord entsprach der Bedeutung des Bauvorhabens. Mit dem Anschluss der Abwasserreinigungsanlage Halden an die Anlage in Bischofszell wird ein Werk in Angriff genommen, an dem mehrere Gemeinden in den Kantonen Thurgau und St. Gallen beteiligt sind und das ohne Übertreibung als Meilenstein bezeichnet werden darf.

Dem Projekt liegt die Erkenntnis zugrunde, dass zahlreiche Anlagen und Installationen der 1979 in Betrieb genommenen ARA Halden in die Jahre gekommen sind und demnächst saniert oder ersetzt werden müssten. Der ARA Halden wird heute nicht nur das Abwasser von Halden und Schweizersholz zugeleitet.

Betrieb kleiner Anlagen ist unrentabel

Auch Teile der Gemeinden Hohentannen und Niederhelfenschwil nehmen diese Anlage in Anspruch. Sie wurde letztmals vor 15 Jahren saniert. In Halden jetzt nochmals zu investieren, wäre nicht sinnvoll, da die Abwasserbehandlung in der ARA Bischofszell wesentlich kostengünstiger möglich ist.

Werner Siegfried, Präsident des Abwasserzweckverbandes Region Halden, war die Wehmut anzumerken. Auch er räumte aber ein, dass kleine Anlagen nicht mehr rentabel betrieben werden könnten. Zudem müssten in Halden grössere Investitionen getätigt werden.

Pascale Fässler, Bischofszeller Stadträtin und Präsidentin des Abwasserzweckverbandes Region Bischofszell, sagte, dass nach der im Jahr 2017 erfolgten Zustimmung zum Baukredit von 2,6 Millionen Franken nun eine gute Zusammenarbeit auf Gemeindeebene und innerhalb der involvierten Verbände nötig sein werde.

Inbetriebnahme frühestens im Jahr 2019

Als Vertreter des Kantons wohnte Manuel Tille, Leiter des Ressorts Abwasser im Amt für Umwelt, dem Baubeginn bei. Er gab zu bedenken, "dass grosse Anlagen effizienter und kostengünstiger arbeiten und auch aus Sicht des Umweltschutzes besser sind". Mit der ARA Halden werde die kleinste öffentliche ARA im Kanton Thurgau stillgelegt.

Das Projekt sieht die Erstellung einer knapp 2 km langen Druckleitung von Halden zur ARA Bischofszell vor. Das Rohr ist 18 cm dick und wird in circa 1,3 m Tiefe verlegt. Am westlichen Ortseingang von Bischofszell schliesst die neue Leitung an die bestehende Kanalisation an. Die Inbetriebnahme und der Rückbau der Anlagen in Halden sind für 2019/20 vorgesehen.

Gemeinden teilen sich die Kosten

Die Baukosten werden von den an der ARA Halden angeschlossenen Gemeinden Bischofszell (Anteil: 1,5 Mio. Franken), Hohentannen (Anteil: 983'000 Franken) und Niederhelfenschwil (Anteil: 133'000 Franken) getragen. Die Stimmbürger genehmigten 2017 einen entsprechenden Kredit. Das Bauprojekt wird nicht über Steuern, sondern mit Gebühren finanziert. Mit dem technischen Zusammenschluss der beiden Abwasserreinigungsanlagen wird auch eine organisatorische Zusammenführung angestrebt. Der Abwasserzweckverband Halden soll aufgelöst und in den Bischofszeller Zweckverband überführt werden. (st)