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«Regierungsrätin Haag vergleicht Äpfel mit Birnen», finden die Gegner des Romanshorner Abenteuerspielplatzes RobinsHorn.

Romanshorner Abenteuerspielplatz RobinsHorn: Gegen die Konzessionserteilung ist Beschwerde beim Verwaltungsgericht eingegangen. Mit einigen griffigen Passagen.
Tanja von Arx
Schauplatz des Geschehens: Die Bunkerwiese ist zum Streitobjekt geworden. (Bild: Reto Martin)

Schauplatz des Geschehens: Die Bunkerwiese ist zum Streitobjekt geworden. (Bild: Reto Martin)

Die Kritiker machen Ernst. Vor kurzem haben 18 Instanzen Beschwerde beim Verwaltungsgericht eingereicht, und zwar gegen den positiven Entscheid des Kantons im Hinblick auf das Konzessionsgesuch für den Abenteuerspielplatz RobinsHorn, den die Schweizerische Bodensee-Schifffahrtsgesellschaft AG (SBS) auf der Romanshorner Bunkerwiese bauen will. Und jene hat es in sich, ist man sich in juristischen Kreisen einig.

Ein unwahrscheinliches Versehen

Der Heimatschutz und mehrere Anwohner stellen auf zwölf Seiten folgende Punkte in Frage: Erstens handle es sich bei dem Areal um neu gewonnenes Land, nicht um befristetes, wie es das Departement für Bau und Umwelt in Zusammenhang mit der Konzession interpretieren würde. Zweitens sei die öffentliche Zugänglichkeit nicht gewährleistet. Insbesondere stören sich die Gegner am Eintrittspreis, den die SBS zu verlangen gedenkt. Drittens würden in Bezug auf den Zonenplan am Departement von Regierungsrätin Carmen Haag Äpfel mit Birnen verglichen: «Es ist nicht an uns zu ergründen, warum die fragliche Parzelle nie ins Grundbuch eingetragen worden ist. Dieser unbefriedigende Umstand soll geändert werden.» Falls der Kanton die Einzonung der Bunkerwiese in die Touristikzone aus Versehen genehmigt habe, so müsse er den Zonenplan im ordentlichen Verfahren aufheben. «‹Ein Versehen› ist im Übrigen unwahrscheinlich, beurteilt der Kanton doch vor allem aus raumplanerischen Gründen und in Zusammenarbeit mit den Kommunen.»

Die Beschwerdeführer verweisen viertens auf das Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz, wonach die Bunkerwiese zum empfindlichen Teil von Romanshorn gehöre. Gemäss dieser Richtlinien gelte es zudem Eigenschaften zu erhalten, welche für die angrenzenden Ortsbilder wesentlich seien. Nach Ansicht der Gegner wird das Ortsbild vor allem durch den 17 Meter hohen Spielturm beeinträchtigt. Fünftens und schliesslich sei der RobinsHorn nicht im Geringsten auf einen Standort am Wasser angewiesen, schon gar nicht direkt am Bodensee.

Hermann Hess, Mehrheitsaktionär und Präsident des Verwaltungsrats der SBS, sagt: «Wir haben uns in den letzten Monaten immer wieder Gedanken darüber gemacht, ob das Projekt sinnvoll ist. Und: Je länger, je mehr sind wird davon überzeugt.» Der RobinsHorn als qualitativ hochstehendes Produkt würde ein Kundenbedürfnis im Touristikbereich befriedigen. Während die meisten Spielplätze am Bodensee für Kleinkinder gedacht seien, so wolle die SBS in erster Linie Kinder zwischen sechs und 14 Jahren ansprechen. Und deren Eltern, die an einem schönen Ort ausspannen könnten. «Etwa, indem sie ein gutes Buch lesen.»

«Mehr Leute hätten ein positives Erlebnis»

Hess führt im Hinblick auf den Seezugang aus, dass dieser erhalten bleibe. «Ab dem Kornhaus gelangt man nach wie vor auf der linken Seite ans Ufer und auf der rechten kann man auf den langen Damm, von dem aus man nach Langenargen sieht.» Somit sei der Aufenthalt am See weiter möglich. Seine Mitarbeiter würden ausserdem täglich die Besucher auf der Bunkerwiese zählen, und es handle sich jeweils um lediglich fünf bis zwölf Personen. «Würde der Spielplatz realisiert, hätten insgesamt mehr Leute ein positives Erlebnis.» In Bezug auf den Ortsbildschutz wirft Hess die Frage auf: «Was macht das Ortsbild von Romanshorn aus?» Um etwa ab der Stadt den viel gewünschten Seezugang zu haben, müsste man konsequenterweise auch das Bahnhofsgebäude verschieben und im Extremfall gar den Bahnhof abbrechen, bis man schliesslich wieder zum Fischerdorf zurückkehre. Die Wohnbauten hinter dem Hafen seien denn auch «grusig». Nicht zuletzt hätten die SBB Schaden punktuell angerichtet, indem sie mit den falschen Leuten zusammenarbeiteten. «Früher war der Hafen gar eine Sperrzone mit Ausnahme von Bahn, Post und Zoll.» In diesem Sinne sei das Projekt RobinsHorn als Teil eines Transformationsprozesses zu verstehen, der zum Ziel habe, den Tourismus am Hafen zu fördern. Wie mit der Hafenplattform oder dem Restaurant am Hafen wolle die SBS so einen Beitrag leisten. Auf poetische Weise sagt Hess: «Ich zitiere aus Faust: ‹Grau, mein Freund, ist alle Theorie, und grün des Lebens goldner Baum.›»

Was die Standortgebundenheit anbelangt, so könnten laut Hess Synergien zwischen der Schifffahrt, dem Restaurant Hafen und dem Hafengelände selbst genutzt werden. «Im Gegensatz etwa zur Zürcher Jucker Farm ist der Ort verkehrstechnisch sehr gut erschlossen.» Man gelange mit dem Schiff, mit öV und auch mit dem Auto hin, Parkplätze ständen zur Verfügung. In Bezug auf die Frage nach der Befristung des Landes und auf den Zonenplan verweist Hess an Juristen sowie an Stadt und Kanton. Die SBS hat unterdessen einen eigenen Anwalt eingeschaltet.

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