Gutscheine helfen Weinfelder Geschäften über die umsatzfreie Zeit

Mit der Internet-Plattform «Wir sind Weinfelden» wollen Gewerbetreibende und die Stadt kleineren Geschäften helfen, welche noch nicht von den bisherigen Hilfsmassnahmen profitieren.

Mario Testa
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Gastronom Andy Eugster, Informatiker Yves Zbinden und David Keller, Projektleiter Nutzungsstrategie Ortskern Weinfelden präsentieren ihre neue Gutschein-Plattform.

Gastronom Andy Eugster, Informatiker Yves Zbinden und David Keller, Projektleiter Nutzungsstrategie Ortskern Weinfelden präsentieren ihre neue Gutschein-Plattform. 

(Bild: Mario Testa)

Ein feines Abendessen im Lieblingsrestaurant ist derzeit nicht möglich. Ebenso wenig der Besuch beim Coiffeur oder der Einkauf im Computer-Geschäft. All diese Branchen leiden deshalb sehr unter dem Lockdown. «Meine Umsätze sind stark zurück gegangen», schildert Yves Zbinden die  Situation in seinem Informatikzubehör- und Dienstleistungsgeschäft. «Gerade meine älteren Kunden möchten momentan auch nicht, dass ich zu ihnen nach Hause komme, um etwas neu zu installieren beispielsweise.» 

Um ihm und den ebenfalls stark betroffenen Betrieben zu helfen, welche nicht schon durch bisherige Hilfsmassnahmen gestützt werden, hat er mit Andy Eugster, Geschäftsführer des Jack's Café und David Keller, Projektleiter der Nutzungsstrategie Ortskern die Internet-Plattform www.wir-sind-weinfelden.ch aufgebaut.

Mitarbeiter verteilen Flyer

Mit diesem Flyer werben die Geschäfte für ihre neue Gutschein-Plattform.

Mit diesem Flyer werben die Geschäfte für ihre neue Gutschein-Plattform.

(Bild: PD)

Auf der Plattform können Gutscheine für Geschäfte, Restaurants oder Coiffeure erworben werden. «Wir agieren als Plattform wie eine Partnervermittlung», sagt David Keller. «Wir führen Interessenten und Geschäfte zusammen. Der Kauf der Gutscheine wird von den jeweiligen Geschäften abgewickelt, über die Webseite fliesst kein Geld.» Bereits zwei Dutzend Weinfelder Geschäfte beteiligen sich an der Plattform. Für sie ist die Anmeldung kostenlos.

Um das neue Angebot bekannt zu machen, haben die Initianten einen Flyer produziert und diesen in die Weinfelder Haushalte verteilt.

«Ich habe meine Servicemitarbeiter gefragt, ob sie sich als Zusteller engagieren möchten.»

sagt Andy Eugster. «Innert fünf Minuten hatte ich von allen die Zusage. Das hat mich sehr gefreut. Sie haben ja unfreiwillig viel zu viel Zeit und möchten etwas tun.»

Einlösbar nach dem Lockdown

Von den Gutscheinen, welche dann wieder eingelöst werden können, wenn die Lockdown-Massnahmen gelockert werden, gibt es immer drei Varianten: Klein, Mittel, Gross. «Die Website ist sehr simpel aufgebaut», sagt Yves Zbinden. Er hat die Plattform innert weniger Tage programmiert. «Die Firmen werden auf Kacheln dargestellt, die zufällig sortiert werden. Man klickt auf eine und schon kommt man zur Auswahl der Gutscheine und Eingabe der Zustelladresse.» 

David Keller hat die Idee auch dem Stadtrat vorgestellt. «Auch die Stadt will die Plattform unterstützen indem sie für sie wirbt», sagt der Projektleiter der Nutzungsstrategie Ortskern Weinfelden. 

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