Gute Nachrichten für Nachtschwärmer aus Arbon: Künftig sollen sie fürs Taxi nicht mehr so tief ins Portemonnaie greifen müssen

Im Parlament ist der Ruf nach einem Ersatz für den früheren Nachtbus laut geworden. Der Stadtrat zeigt sich gesprächsbereit.

Markus Schoch
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Arboner, die nachts auswärts ohne Auto unterwegs sind, müssen auf dem Heimweg oft das Taxi nehmen.

Arboner, die nachts auswärts ohne Auto unterwegs sind, müssen auf dem Heimweg oft das Taxi nehmen.

Bild: Philip Lange / www.depositphotos.com

Wer aus Arbon mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Winterthur oder Zürich an ein Konzert oder in den Ausgang geht, muss früh wieder heim. Der letzte Zug verlässt Romanshorn Richtung Arbon kurz nach Mitternacht. Und wer in der umgekehrten Richtung unterwegs ist, hat es nicht besser. Der letzte Zug mit Direktverbindung gegen Westen fährt um 23.05 Uhr beziehungsweise am Wochenende um Mitternacht in Arbon ab.

SP-Stadtparlamentarier Lukas Graf.

SP-Stadtparlamentarier Lukas Graf.

Bild: PD

Bis im letzten Jahr verkehrte ein Nachtbus zwischen Romanshorn und Rorschach. Der Kanton stellte den Betrieb dann aus finanziellen Gründen ein. Der Kostendeckungsgrad sei schlecht gewesen, schreibt der Arboner Stadtrat in seiner Antwort auf einen Vorstoss von Lukas Graf (SP), den 25 der 30 Mitglieder des Parlaments unterschrieben haben.

«Die öffentliche Hand musste für rund 81 bis 85 Prozent der Kosten aufkommen.»

Mit dem Verlust des Angebots im öffentlichen Verkehr verliere Arbon an Standortattraktivität, und nicht nur für jüngere Menschen, schreibt Graf in seiner Interpellation.

Rufsammeltaxi soll bis nach Romanshorn fahren

Der SP-Fraktionschef würde sich wünschen, dass das lokale Rufsammeltaxi künftig an den Wochenenden nach Mitternacht sein Einzugsgebiet auf Romanshorn ausdehnt - als Ersatz für den Nachtbus. Der Stadtrat zeigt sich offen gegenüber dem Vorschlag.

«Falls sich ein solches Bedürfnis (...) einstellen sollte oder bereits besteht, könnte sich der Stadtrat durchaus vorstellen, in einem ersten Schritt für eine befristete Zeitdauer eine Pilotphase einzuführen.»

Bei einer Kostenbeteiligung von 50 Prozent würde für die Stadt monatliche Ausgaben von schätzungsweise mindestens 2640 Franken anfallen, wahrscheinlich aber mehr.

Hinweis Das Parlament diskutiert die Interpellation an seiner Sitzung vom 18. August.

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