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Güttinger setzen ein Zeichen der Solidarität für Asylbewerber aus dem Dorf

Güttinger beten in einem ökumenischen Seegottesdienst für Asylbewerber denen die Abschiebung droht.
Hana Mauder
Die Mitwirkenden am ökumenischen Seegottesdienst: Moni Epper, Matthias Loretan, Jayasinghe Liyana, Ivan Trajkov, Edina Olah und Sandra Stadler. (Bild: Hana Mauder)

Die Mitwirkenden am ökumenischen Seegottesdienst: Moni Epper, Matthias Loretan, Jayasinghe Liyana, Ivan Trajkov, Edina Olah und Sandra Stadler. (Bild: Hana Mauder)

25 Grad. Sonnenschein. Und trotzdem fröstelt es heute tief unter der Haut. Der ökumenische Seegottesdienst bietet eine malerische Kulisse. Aber mit einer Klaviatur nachdenklicher Untertöne: «Wir wollen ein Zeichen der Solidarität setzen.» Mit diesen Worten eröffnet Gemeindeleiter Ivan Trajkov die Feier zum Thema «Ziele suchen».

Er hält ein Navigation-Gerät in die Höhe. «Alle Technik nützt nichts, wenn wir unser Ziel nicht kennen.» Pfarrerin Edina Olah erzählt ein Gleichnis darüber, welche Dinge im Leben tatsächlich zählen. Der Jodelklub Seebuebe Altnau stimmt einige Lieder an. Ein Tag wie aus dem Bilderbuch. Aber eines mit einem traurigen Kapitel.

Längst vertraute Gesichter

«Heimat ist dort, wo wir Zuhause sind. Das ist ein Geschenk.» Mit diesen Worten leitet der ehemalige Gemeindeleiter Matthias Loretan ins neue Thema über. Der kurdischen Familie Fatah und dem 68-jährigen Singhalesen Jaysinghe Liyana hat das Staatssekretariat für Migration den Status als Flüchtlinge aberkannt.

Vor etwas mehr als vier Jahren hat das Dorf diese Flüchtlinge aufgenommen. Sie sind längst keine Fremden mehr, sondern Menschen mit einem bekannten Gesicht und einer vertrauten Geschichte. «Wir wollen kein Volkstribunal abhalten», betont Matthias Loretan. «Wir akzeptieren das rechtsstaatliche Verfahren und den Entscheid der Behörde.» Auch wenn alles rechtens sein mag. Es fühlt sich – das zeigt ein Blick in viele betroffene Gesichter – nicht so recht richtig an.

Mathias Loretan bittet als erstes Jayasinghe Liyana nach vorn. Der 68-jährige verneigt sich mit Tränen in den Augen. «Danke für alles.» Er verneigt sich vor den Menschen im Dorf und ist sichtlich gerührt. Der Mann aus Sri Lanka ist bekannt für seine Hilfsbereitschaft: Er reinigt regelmässig die Toilette auf dem Friedhof und ist für andere junge Flüchtlinge eine Vater-Figur.

Ob bei der Seeufer-Putzete oder als Gesprächspartner im Konfirmanden-Unterricht: Die Güttinger haben ein Stück Leben mit ihm geteilt. Jayasinghe Liyana hat gegen den Entscheid Beschwerde eingelegt. «Ich hoffe noch immer», sagt er.

Betroffenheit in der Schule

Die Lehrerin Moni Epper erzählt die Geschichte der kurdischen Familie Fatah. Diese ist heute nicht hier. Die Situation hat ihnen stark zugesetzt. Die irakische Familie ist seinerzeit über das Mittelmeer geflüchtet. Moni Epper erzählt von den Kindern, die mit grosser Freude die Schule besuchen. Nun muss die Familie aber ihre neue Heimat wieder verlassen. «Das löst in der Schule grosse Betroffenheit aus», erklärt Moni Epper.

Zum Schluss tritt Sandra Stadler nach vorn. Sie hat die Geschicke der Asylbewerber als Vorsteherin des Sozialdepartements begleitet. «Das System Verfahren Asylwesen hat Defizite», sagt sie. «Wir können nicht mit Emotionen Politik machen. Aber hier geht es um Menschen mit Emotionen und Gefühlen.

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