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Güttinger bekommen einen Hort am Bach

Bereits nach den Sommerferien startet die Tagesbetreuung für Kindergarten- und Schulkinder in einem privaten Mehrfamilienhaus. Die Lösung sei ein Glücksfall, finden die Verantwortlichen.
Martina Eggenberger Lenz
Sepp Notz, Vermieter und Besitzer der Liegenschaft, Gemeinderätin Sandra Stadler und Barbara Langenegger von der Schulbehörde in den Räumen des zukünftigen Kinderhorts. (Bild: Donato Caspari)

Sepp Notz, Vermieter und Besitzer der Liegenschaft, Gemeinderätin Sandra Stadler und Barbara Langenegger von der Schulbehörde in den Räumen des zukünftigen Kinderhorts. (Bild: Donato Caspari)

Sandra Stadler und Barbara Langenegger geben Gas. Die Gemeinderätin und die Vertreterin der Primarschulbehörde machen es möglich, dass die ausserfamiliäre Betreuung für Kindergärtler und Schüler in Güttingen ein Jahr früher als geplant eingeführt wird.

Ein bisschen mitverantwortlich sind auch die evangelischen Kirchbürger, die Anfang Jahr die Vermietung ihrer Räumlichkeiten zu diesem Zweck abgelehnt hatten. Das zwang die Verantwortlichen zu einer Strategie-Anpassung beim Projekt der Kinder- und Seniorenbetreuung. Sie beschlossen, sich in einem ersten Schritt auf den Schülerhort zu konzentrieren.

Die Kinder bekommen eine richtige Wohnung

«Nach der letzten Gemeindeversammlung sind wir zusammen durchs Dorf gelaufen und haben nach einem Alternativstandort gesucht», erzählen die Frauen. Die Wohnung in der Liegenschaft von Sepp Notz hätten sie dann aber per Inserat entdeckt. Die Dreieinhalb-Zimmer-Wohnung an der Bachstrasse befindet sich im Erdgeschoss eines umgebauten alten Bauernhauses.

Besitzer Sepp Notz betont, er habe nicht lange überlegen müssen, als die Anfrage der Gemeinde kam. Er freue sich auf etwas mehr Leben im Haus und auch die anderen Mieter hätten positiv reagiert. Noch steht die Wohnung leer. Doch die Verantwortlichen haben schon ganz konkrete Ideen, was wo hin soll. Im grössten Raum, dem offenen Wohn- und Essbereich, werden in Zukunft bis zu 20 Kinder zusammen Zmittag essen. Je ein Zimmer wird für kleinere oder grössere Kinder eingerichtet.

Der Hort ist für zwölf Kinder konzipiert und vor der Schule von 6.30 bis 8.15 Uhr, über Mittag sowie am Nachmittag bis 18 Uhr geöffnet. In den Ferien wird eine Ganztagesbetreuung angeboten.

«Da ist uns der Dienstleistungsgedanke wichtig. Eltern haben nicht zwölf Wochen Ferien wie ihre Kinder»,

begründet Barbara Langenegger. Für die Grundeinrichtung sind 8000 Franken budgetiert. «Wir wollen vieles über Sponsoren besorgen und rufen auch die Öffentlichkeit dazu auf, uns Bastelmaterial, Spielsachen und anderes zur Verfügung zu stellen», sagt Sandra Stadler. Im ersten Betriebsjahr rechnet sie mit einem Defizit von knapp 38000 Franken. Gemäss Finanzplan könnte der Hort nach sechs Jahren praktisch kostendeckend funktionieren.

Suche nach einer Hortleiterin läuft

Schon bekannt ist das Tarifmodell, das mit drei Stufen auskommt. Den Maximalbetrag zahlen Eltern erst ab einem steuerbaren Einkommen von mehr als 150000 Franken. Für sie kostet ein ganzer Betreuungstag während der Schulzeit 79 Franken. Bereits eingeleitet wurde letzte Woche die Suche nach einer Fachperson für die Hortleitung. Dabei lege man sehr viel Wert auf Qualität und die Umsetzung eines pädagogischen Konzepts, betonen die Verantwortlichen. Ansonsten arbeite man mit den Betreuerinnen des Mittagstischs sowie Praktikanten zusammen.

Aussenansicht der Liegenschaft an der Bachstrasse. (Bild: Donato Caspari)

Aussenansicht der Liegenschaft an der Bachstrasse. (Bild: Donato Caspari)

Der Einbezug von Ressourcen aus dem Seniorenrat oder der organisierten Nachbarschaftshilfe sei immer noch ein Thema. «Unser Fernziel bleibt das KiSee-Projekt», meint Sandra Stadler. Da es zur Umsetzung dessen einen Neubau in der öffentlichen Zone brauche, der sich nicht so rasch realisieren lasse, wolle man im neuen Hort mit der Zeit auch Raum für Begegnungen schaffen.

Den beiden Frauen ist es wichtig, dass der Betrieb möglichst gut starten kann. Daher wird vorerst auch noch nicht selber gekocht, sondern das Essen kommt wie bisher am Mittagstisch von der «Seemöwe». Allerdings ist auch hier das erklärte Ziel, dass mittelfristig die Mahlzeiten im Hort zubereitet werden und die Kinder in den Prozess eingebunden werden. «Jetzt packen wir es», freuen sich die Frauen auf den Schlussspurt ihrer Vorarbeit.

Am 22. Juni findet im Hort ein Tag der offenen Tür statt.

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