Günstiges Wohnen in Kreuzlingen rückt näher

Nach ihrer Gründung will die Wohnbaugenossenschaft Region Kreuzlingen nun mit der Stadt einen Baurechtsvertrag abschliessen. Dieser muss im Herbst noch vom Gemeinderat abgesegnet werden.

Rahel Haag
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Hier an der Rieslingstrasse soll das Mehrfamilienhaus der Wohnbaugenossenschaft Region Kreuzlingen entstehen. (Bild: Reto Martin)

Hier an der Rieslingstrasse soll das Mehrfamilienhaus der Wohnbaugenossenschaft Region Kreuzlingen entstehen. (Bild: Reto Martin)

Seit vier Jahren engagiert sich Gemeinderat Cyrill Huber (SP) dafür, dass in Kreuzlingen bezahlbarer Wohnraum entsteht. «Wir strebten als Startprojekt keine riesige Überbauung an», sagt er, «stattdessen möchten wir erst Erfahrungen sammeln und dann weitere Projekte umsetzen.» Das erste soll nun auf zwei städtischen Parzellen an der Rieslingstrasse entstehen. Geplant ist ein Mehrfamilienhaus mit zwölf Wohnungen.

Am vergangenen Samstag fand die Gründungsversammlung der Wohnbaugenossenschaft Region Kreuzlingen (WeBeGe) statt. Unterstützt wird Huber unter anderem von Beat Rüedi, Rechtsanwalt und ehemaliger Gemeinderat (FDP), sowie Joel Zülle, Sohn des Stadtrats Ernst Zülle.

Baurechtsvertrag muss der Gemeinderat absegnen

In einem nächsten Schritt soll der Eintrag ins Handelsregister erfolgen.

«Anschliessend können wir mit der Stadt den Baurechtsvertrag für die beiden Parzellen abschliessen»

sagt Huber. Im Herbst muss dieser durch den Gemeinderat abgesegnet werden.

Cyrill Huber, Initiant und Gemeinderat. (Bild: PD)

Cyrill Huber, Initiant und Gemeinderat. (Bild: PD)

Parallel dazu ist die WeBeGe auf der Suche nach weiteren Mitgliedern und Unterstützern. Mit dem Verkauf von Anteilscheinen soll die Finanzierung gesichert werden. Ein Schein kostet 1000 Franken. Der Bau könne beginnen, sobald mindestens 400'000 Franken als Anteilscheine und Genossenschaftskapital bei der Bank platziert sind.

«Bisher ist noch kein Geld geflossen.»

In den vergangenen vier Jahren hätten sich aber bei verschiedenen Infoveranstaltungen viele Interessenten mündlich dazu bereit erklärt, das Projekt finanziell zu unterstützen.

Gewinn aus der Miete fliesst in die Liegenschaft

Wie hoch der Mietzins für die 2,5-, 3,5- und 4,5-Zimmer-Wohnungen ausfallen wird, kann Huber noch nicht sagen. «Wir werden sie wohl 10 bis 15 Prozent günstiger anbieten können, als eine vergleichbare Neubauwohnung auf dem Markt kostet», sagt er, «wir können ja nicht einfach bei der Bausubstanz sparen.» In diesem Bereich würden sie tendenziell gar mehr Geld investieren, damit das Objekt möglichst langlebig sei.

«Unser Vorteil ist aber, dass wir nicht gewinnorientiert sind.»

So fliesse der Gewinn aus der Miete vollumfänglich in das Objekt. Sofern der Gemeinderat im Herbst dem Baurechtsvertrag zustimmt, kann anschliessend das Baugesuch öffentlich aufgelegt werden. Das Vorprojekt, wie auch das Bauprojekt seien bereits weit fortgeschritten. «Es braucht nicht mehr viel, bis wir starten können.»