Zusammenarbeit
Auch wenn das nicht allen gefällt: Peter Gubsers Erfolgsformel für die Museen im Oberthurgau lautet 3 mal 3

Arbons alt Stadtrat möchte mit einem Flyer die Oberthurgauer Museumslandschaft zusammenbringen und stärken.

Manuel Nagel
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Peter Gubser ist Initiator eines Flyers, der insgesamt neun Museen aus Amriswil, Arbon und Romanshorn bewirbt – jeweils drei aus jeder Oberthurgauer Stadt.

Peter Gubser ist Initiator eines Flyers, der insgesamt neun Museen aus Amriswil, Arbon und Romanshorn bewirbt – jeweils drei aus jeder Oberthurgauer Stadt.

Bild: Manuel Nagel (Arbon, 19. Juni 2021)

Als am 2. Mai in Amriswil die Kutschensammlung von Robert Sallmann nach längerer Renovierung wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, war auch Peter Gubser unter den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern – und sichtlich erfreut, dass die Oberthurgauer Museumslandschaft ein weiteres Zugpferd bekommen hat. Die Kutschensammlung war denn auch das letzte Puzzlestück in Gubsers jüngstem Projekt: Ein Flyer, der neun Museen in den Städten Amriswil, Arbon und Romanshorn bewirbt.

Als alt Stadtrat von Arbon und langjähriger Kantonsrat verfügt das SP-Schwergewicht Peter Gubser über ein grosses Netzwerk im Kanton. Und auch wenn er nicht mehr in diesen Gremien sitzt, so gehört Gubser alles andere als ins Museum, obschon er sich als Vorstandsmitglied der Museumsgesellschaft Arbon ein Herz für Museen hat. So erfuhr er im letzten Herbst auch, dass Andreas Sallmann, Gubsers ehemaliger Kollege im Grossen Rat, die Kutschensammlung seines Vaters wiederbeleben möchte. Das fiel zeitlich zusammen mit einer Podiumsdiskussion in der Webmaschinenhalle in Arbon zum neuen Historischen Museum, welches in Arbon geplant ist. Dort kam Gubser auch mit Dominik Joos vom Amriswiler Schulmuseum Mühlebach ins Gespräch.

Nach der Veranstaltung fand Gubser, die Oberthurgauer Museumslandschaft habe Potenzial für eine bessere Zusammenarbeit, und so hatte er die Idee, dass die Museen hier in der Region sich gegenseitig bewerben könnten. Gubser sagt:

«Wir haben wirklich viele gute Museen im Oberthurgau. Und diese stehen nicht in Konkurrenz zueinander.»

Man sollte sich deshalb gegenseitig unterstützen. Denn, so Gubser, das beste Zielpublikum für das Schulmuseum in Amriswil seien die Besucher des Historischen Museums Arbon oder auch des Locorama in Romanshorn.

Gerade beim Historischen Museum Arbon habe man viel Aufwand betrieben, um Prospekte bei Hotels und Tourismusbüros zu verteilen. Da habe er gedacht, sagt Peter Gubser, es sei eigentlich ein Blödsinn, wenn in den Hotellobbys oder an den Infoständen neun verschiedene Museumsprospekte aufliegen würden.

Das Bohlenständerhaus im Schrofen bleibt aussen vor

So entstand die Idee, einen Flyer zu kreieren, um die regionale Museumslandschaft zu stärken und zu vereinen. In Gubsers Heimatstadt Arbon sind nebst dem Historischen Museum auch das Saurer Museum und das MoMö dabei, und Romanshorn wird vertreten durch das Museum am Hafen, das Locorama und den Autobau. So war für den Initianten klar, dass jede Stadt mit ihrem jeweiligen Ortsmuseum sowie zwei weiteren Museen von überregionaler Bedeutung im Flyer präsent sein soll.

Mit dieser Beschränkung auf je drei Häuser hat sich Gubser nicht überall beliebt gemacht. So ist nun das Bohlenständerhaus im Amriswiler Schrofen in diesem Flyer aussen vor.

«Ich habe bereits vernommen, dass die Verantwortlichen dort nicht begeistert sind.»

Das nehme er auf sich, er habe diese Auswahl getroffen, sagt Peter Gubser und erklärt seine Erfolgsformel: Bei seinen politischen Vorstössen oder Reden habe er stets drei Schwerpunkte gesetzt, was sich bestens bewährt habe.

Kulturpool Oberthurgau beteiligt sich

Doch sonst habe er bisher nur positive Rückmeldungen bekommen, erzählt Gubser, der vor rund einer Woche die druckfrischen Flyer erstmals in den Händen hielt und sie sogleich in den Kofferraum seines Wagens gepackt hat, um sie den neun Museen vorbeizubringen. 6000 Flyer wurden gedruckt und mit rund 4000 Franken sind deren Kosten auch eher bescheiden. Der Kulturpool Oberthurgau übernimmt drei Viertel davon, den Rest tragen die Museen. Gubser wollte die Broschüre bewusst einfach halten und nebst einem schönen Bild nur wenig Text mit Öffnungszeiten und der jeweiligen Website drin haben.

Doch mit diesem Flyer ist es nicht getan. Geht es nach dem Initianten, so soll dies nur der Auftakt für eine verstärkte Zusammenarbeit sein. Peter Gubser sagt:

«Das war jetzt einfach mal das erste Projekt.»