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Gründer ziehen sich aus
Kreuzlinger Antipasti-Firma zurück

Hanspeter und Yvonne Baer haben die Ceposa AG verkauft. Mit einer Investorengruppe als neue Besitzerin glauben sie, eine gute Lösung gefunden zu haben.
Nicole D’Orazio
Hanspeter und Yvonne Baer haben die Ceposa gegründet und aufgebaut. Nun haben sie das Unternehmen verkauft. (Bild: Donato Caspari)

Hanspeter und Yvonne Baer haben die Ceposa gegründet und aufgebaut. Nun haben sie das Unternehmen verkauft. (Bild: Donato Caspari)

Angefangen hat es in den Produktionsräumen der damaligen Metzgerei in Tägerwilen. Yvonne Baer stellte die ersten hochwertigen Produkte mit Oliven her, ihr Mann Hanspeter war für den Verkauf zuständig. «Jeweils am Mittwochnachmittag und auch sonntags habe ich produziert. Ich hatte eine Aushilfe zur Unterstützung», erzählt sie. Das war 1997/98, ehe 1999 die Ceposa AG gegründet wurde. Das Unternehmen mit Sitz in Kreuzlingen zählt heute 46 Mitarbeiter und bietet rund 100 Standardartikel und 250 Spezialitäten im Premium-Bereich Oliven, Antipasti und Saucen an.

«Wir sind schon immer viel durch den Mittelmeerraum gereist und fragten uns eines Tages, warum man in der Schweiz keine Premium-Qualität an Oliven und Antipasti auf den Teller bekommt», erzählt Hanspeter Baer. Somit war die Idee für ein Nischenprodukt geboren. «Bei uns wird alles von Hand verarbeitet, was geht. Und an die Produkte kommen keine Geschmacksverstärker.» Nur Stein-, Kräuter- und Meersalz.

Den Verkauf haben sie sich nicht leicht gemacht

Doch nun ändert sich einiges: Bis Ende Monat werden Yvonne und Hanspeter Baer ihre Büros räumen. Im April haben sie ihr Unternehmen an eine Investorengruppe, die von der Verium AG in Zürich vertreten wird, verkauft. «Vor etwa elf Monaten haben wir uns entschieden zu verkaufen», erzählt der 63-Jährige. «Lange haben wir miteinander diskutiert, wie es mit dem Unternehmen weiter gehen soll. Wir haben es uns nicht leicht gemacht. Wir sind jedoch nicht mehr die Jüngsten.» Eine interne Nachfolgelösung hatte sich zuvor zerschlagen, deswegen hätten sie sich zum Verkauf entschieden.

Das Paar ist überzeugt, mit der Verium AG eine gute Lösung gefunden zu haben. «Unser Sinn und Geist wird weitergeführt. Zudem werden alle Mitarbeiter übernommen, was uns sehr wichtig ist», sagt Hanspeter Baer. «Unser Kind ist nun erwachsen.» Es brauche sie beide auch nicht zwingend, damit der Laden läuft, ergänzt seine Frau. «Auf jedem Posten gibt es einen Stellvertreter.» Derzeit sind sie noch als Berater tätig und helfen beim Übergang mit. Danach halten sie sich jedoch raus. «Wir müssen einen Strich machen. Eine Despression habe ich deswegen noch nicht», sagt er und lacht. «Wir haben ein gutes Gefühl und schauen dem Abschluss positiv entgegen.»

Die Anfangszeit war ein Auf und Ab

Die beiden schauen zufrieden auf die 19 Jahre zurück. «Der Anfang war schon happig, mit einigen Auf und Abs», erzählt Hanspeter Baer. Ab 2006 ging es dann mit dem Unternehmen aufwärts und es durfte wachsen, auch mit zusätzlichen Räumen am Standort in der ehemaligen Molkerei.

«Wir schauen mit Stolz, Freude und Genugtuung zurück», meint sie. Es seien unglaublich spannende Jahre gewesen. «Wir durften viele liebe Leute kennen lernen. Auf unseren Reisen und Lieferantenbesuchen haben wir viel entdeckt und gelernt.» Besonders stolz ist Hanspeter Baer auf die Cepositas. «Das sind Eigenentwicklungen, zum Beispiel die Teufelshörnli. Die haben wir erfunden.»

Einen Teil der Lieferanten werden sie auch künftig besuchen. «Es sind viele Freundschaften entstanden, die wir weiterhin pflegen möchten», meint Hanspeter Baer. «Die guten Beziehungen haben uns immer bei Geschäften geholfen.»

Renato Mariana kehrt zur Ceposa zurück

Die Ceposa AG nominiert Renato Mariana als Geschäftsführer und Verkaufsleiter sowie Eliane Widin als Marketingleiterin, wie es in einer Mitteilung heisst. Der Verwaltungsrat soll durch Corsin Camenisch, einem Branchenspezialisten, verstärkt werden. Mariana und Widin werden ihre Stelle per 1. Juli antreten. Der Marketing-, Verkaufsleiter und Geschäftsführer ad-interim, Georg Felber, wird das Unternehmen hingegen auf eigenen Wunsch verlassen. Mariana war bereits von 2010 bis 2017 für Ceposa tätig, zuletzt als Geschäftsführer und Verkaufsleiter. Eliane Widin war von 2013 bis 2017 bei Ceposa tätig.
Der ursprünglich geplante Neubau in Ermatingen scheint bei den von Verium vertretenen Investoren kein Thema mehr zu sein. «Die Ceposa verfolgt neben der Erweiterung am bestehenden Standort verschiedene weitere Ausbaumöglichkeiten, wobei ein Neubau derzeit keine Priorität geniesst», wie Verium auf Anfrage erklärt. «Ein Umzug könnte mittelfristig zum Thema werden, aktuell möchten wir uns aber auf andere Themen konzentrieren.» Da sämtliche langjährige Mitarbeiter aus der Region Kreuzlingen kommen, sei man daran interessiert in der Region, bestenfalls am heutigen Standort, zu verbleiben. Aufgrund des beschränkten Wachstumspotenzials in Kreuzlingen werden man aber auch andere Standorte in der Region prüfen müssen.

Verium will die Produktion und die Belegschaft ausbauen

Verium plant das Sortiment, mit neuen Produktideen, zu erweitern und den Markt noch besser zu erschliessen. «Zudem eröffnet der fragmentierte Markt hoffentlich Möglichkeiten für gezielte Firmenübernahmen», heisst es. Die Stärkung der Marktposition durch die Übernahme von Unternehmen sei Teil der Unternehmensstrategie und man habe in den letzten drei Jahren über 20 Zusatzakquisitionen bei den Beteiligungen durchführen können. Verium beschäftigt die Mitarbeiter weiter und möchte die Belegschaft noch erweitern.

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