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Grüne fordern autofreien Bahnhofplatz für Weinfelden

Mit ihrer Forderung wollen die Grünen der Stadt Weinfelden den Langsamverkehr fördern und gleichzeitig den Transitverkehr mitten durch die Innenstadt unterbinden.
Sabrina Bächi
Heute gibt es nur einen Zebrastreifen am Bahnhof. Die Grünen fordern nun den ganzen Platz für den Langsamverkehr ein. (Bild: Mario Testa)

Heute gibt es nur einen Zebrastreifen am Bahnhof. Die Grünen fordern nun den ganzen Platz für den Langsamverkehr ein. (Bild: Mario Testa)

«Die Prioritäten liegen falsch», sagt Martin Müller, Präsident der Grünen Stadt Weinfelden. Was er damit meint: Am Bahnhof Weinfelden steigen täglich rund 17000 Menschen ein, aus und um. Autos fahren hingegen nur etwa 10000 am Bahnhof vorbei. Und auch das seien noch viel zu viele, denn eigentlich gibt es für den Durchgangsverkehr die Umfahrungsstrasse. Müller fordert: Mehr Platz für Fussgänger und Velos.

Martin Müller. (Bild: Mario Testa)

Martin Müller. (Bild: Mario Testa)

Anfang April hat der Stadtrat sein neues Konzept für den Bahnhof Nord und den Bushof vorgestellt. Die Chance, sich in der Vernehmlassung dazu zu äussern, haben nur die Grünen wahrgenommen. Und ihre Änderungswünsche gehen weit.

«Wir wollen ein Fahrverbot vor dem Bahnhof und damit die Möglichkeit, dort einen Bahnhofplatz und damit einen guten Zugang zum Stadtzentrum zu schaffen»

sagt Müller. Das Strassendreieck um das Jack’s Café und das Gleis 1 Bistro soll autofrei werden. Einzig Taxis und Busse dürften dort verkehren, ebenso die Anwohner. Die freie Zufahrt für die Automobilisten bliebe von Westen bis zur Musikschule und auf der Gegenseite bis zur Post möglich.

Durchfahrt frei für Schwertransporte

«Die Lagerstrasse kann im Bereich des Bahnhofs auf eine für die Schwertransporte genügende Breite verkleinert werden. Den restlichen Platz könnte man dem neuen Bahnhofplatz und dem Bushof zuteilen», sagt Müller. Damit wollen die Grünen eine gesamthafte Entlastung des Zentrums erreichen, weil die Strecke Lager-, Bahnhof-, Freiestrasse nicht mehr als Durchgangsachse genützt werden könnte, wie dies der Stadtrat in seinem Verkehrsrichtplan und dem Konzept Fuss- und Radverkehr auch schon lange festgelegt hat.

Der Transitverkehr müsste auf die dafür vorgesehene Umfahrungsstrasse ausweichen. Das geplante Projekt Bushof werde vom Fahrverbot nicht tangiert. Einzig die Umbaupläne für die Lagerstrasse.

«Ich könnte mir vorstellen, dass ein Fahrverbot gar günstiger kommt, als das jetzige Projekt»

mutmasst Müller. Er hält jedoch fest: «Es ist eine Vision und noch kein detaillierter Plan.» Es wurden seitens der Grünen wie auch beim Konzept des Stadtrates noch keine Kosten ermittelt.

Seit einem Jahrzehnt kämpfen die Weinfelder Grünen schon für eine Begegnungszone am Bahnhof, sagt Martin Müller. Der Zeitpunkt, diese Vision nun nochmals auf Tapet zu bringen, sei genau richtig. «Wenn der Bushof und die angrenzenden Strassen sowieso umgebaut werden sollen, müssen wir jetzt unsere Forderungen anbringen», sagt er.

Der Verkehrsrichtplan und die Nutzungsstrategie Ortskern räumen dem Gebiet nördlich des Bahnhofs eine wichtige Rolle ein. Es soll so umgestaltet werden, dass ein guter Zugang zum Stadtzentrum gewährleistet und die Ortsdurchfahrt für den überkommunalen Durchgangsverkehr weniger attraktiv wird.

Mutloses Konzept statt Vision

«Das Bahnhofkonzept des Stadtrats ist in dieser Hinsicht einfach zu wenig mutig, es fehlt die Vision», sagt Müller. «Es bringt zwar besser angeordnete Busparkplätze. Für Fussgänger und Velofahrer, den Zugang zum Stadtzentrum und die Verkehrsentlastung am Bahnhof bringt es jedoch keine grossen Vorteile. Das Konzept autofreier Bahnhofplatz würde hingegen viele Defizite aufheben.»

Vom Stadtrat hat die Partei noch keine schriftliche Vernehmlassungsantwort auf ihren Vorschlag erhalten. Die ersten Reaktionen aus der Bevölkerung und von Stadtparlamentariern seien jedoch positiv, sagt Müller. Allfällige Anpassungen an der Lagerstrasse bräuchten auf alle Fälle auch die Zustimmung des Kantonalen Tiefbauamts, weil diese eine Kantonsstrasse ist.

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