Grün und rot wollen Dransfeld-Sitz: Im Bezirk Kreuzlingen werden die Kantonsratswahlen spannend. 

In einem Monat finden die Kantonsratswahlen statt. Die Ausgangslage für die Parteien bewegt sich zwischen bangen um die Sitze und angriffslustig und ambitioniert. 

Urs Brüschweiler
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Insgesamt zehn Listen – inklusive Jungparteien – mit 163 Kandidaten stehen den Wählern im Bezirk Kreuzlingen zur Auswahl.

Insgesamt zehn Listen – inklusive Jungparteien – mit 163 Kandidaten stehen den Wählern im Bezirk Kreuzlingen zur Auswahl.

(Bild: Donato Caspari)

Inhaltlich wird sich auch im Bezirk Kreuzlingen bei der Wahl vom 15. März viel um das Thema «Grün» drehen. Die FDP ist mit ihrem Vorzeigewissenschafter Gerd Ganteför und dessen Vorträgen zum Klimawandel auf den Zug aufgesprungen. Die Grünen wählten den Zeitpunkt für die Lancierung ihrer «Feuerwerk begrenzen»-Petition ebenfalls nicht zufällig. Weitere Parteien werden sicher noch folgen und versuchen, auf der grünen Welle mitzuschwimmen.

Mit Köpfen kann man punkten

Doch handfest gepunktet wird bei den Wahlen nach wie vor mit bekannten und beliebten Köpfen.

Die SVP wird es nicht einfach haben, ihre Dominanz zu bestätigen. Von den sieben Gewählten von 2016 sind vier nicht mehr dabei. Erwin Imhof, Fabienne Schnyder, Matthias Rutishauser und Walter Marty sind während der Legislatur zurückgetreten. Unter den Neuen befinden sich aber Namen, die dies wettmachen könnten. Zu erwähnen sind die Gemeindepräsidenten von Langrickenbach und Lengwil, Denise Neuweiler und Ciril Schmidiger.

Die SP muss ebenfalls ihre zwei Leader, die vor vier Jahren am meisten Stimmen erzielten, ersetzen. Barbara Kern ist zurückgetreten, Peter Dransfeld zu den Grünen gewechselt. Den so verlorenen vierten Sitz möchten die Sozialdemokraten natürlich zurück. Am meisten Hoffnungen setzt man dabei auf den Kreuzlinger Stadtrat Markus Brüllmann.

Der Ermatinger Peter Dransfeld, der den Grünen unverhofft einen dritten Sitz beschert hatte, wird als neues, äusserst aktives, kantonales Zugpferd der Partei dafür kämpfen, dass der Sitz auch langfristig mit ihm von Rot zu Grün wechselt.

Die FDP schöpft aus dem Vollen: Keine Abgänge in den letzten vier Jahren, dafür prominente Neuzugänge: Im Fokus steht natürlich der Kreuzlinger Stadtpräsident Thomas Niederberger.

Bei der CVP gibt es wenige Veränderungen in den Spitzenpositionen im Vergleich zu 2016. Reto Lagler ist mittlerweile zurückgetreten und wurde durch Ernst Zülle ersetzt.

Ambitioniert geben sich die Grünliberalen. Ihnen fehlt aber diesmal Stimmenmagnet Klemenz Somm. Die Kemmentaler Neo-Gemeindepräsidentin Christina Pagnoncini, die für ihn 2018 nachrückte, muss zeigen, ob sie auch die Stimmenlücke füllen kann.

Bei der EVP dreht sich auch bei dieser Wahl wieder alles um den unverwüstlichen Ruedi Bär, der bereits seit 18 Jahren im Kantonsrat sitzt.

Für die EDU wird es wieder das Ziel sein, erstmals einen Sitz zu erreichen.

Die BDP reichte im Bezirk Kreuzlingen gar keine Liste mehr ein.

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