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Grümpi der Computerspieler

Arbon - Gewöhnlich spielen sie stundenlang im Internet zu Hause. Physisch begegnete sich die Gamer-Community an der LAN-Party über Pfingsten im Arboner Seeparksaal. Ein Mix zwischen Festival und Grümpelturnier.
Max Eichenberger
Gamer füllen an der LAN-Party den Seeparksaal. (Bild: Max Eichenberger)

Gamer füllen an der LAN-Party den Seeparksaal. (Bild: Max Eichenberger)

Der Saal ist abgedunkelt. Kein Sonnenlicht dringt ein. Lediglich einige grelle Spots werfen Säulen an den Wänden hoch. Die Tastaturen an den individuell eingerichteten Spielplätzen schimmern vielfarbig. 400 Gamer hocken hinter den Bildschirmen, lässig bis angespannt. Versunken in elektronische Spielwelten. Die schnellen Finger auf dem Board, den Blick aufs Display fokussiert, dessen Beleuchtung sich in den Gesichtern der Akteure spiegelt. Die dritte LAN-Party in Arbon ist über Pfingsten angesagt. Beim E-Games-Turnier herrscht 24-Stunden-Betrieb. Zwei volle und zwei halbe Tage lang. Die Gamer bewegen sich in virtuellen Welten und kämpfen gegeneinander. Den Tag-/Nacht-Rhythmus gibt es hier nicht. Die Turnieradministratoren sitzen im Foyer. «Sie sind das Pendent zu den Schiedsrichtern», sagt Co-Organisator Manuel Oberholzer. Der Romanshorner HSG-Student ist Teilhaber einer Agentur für E-Sport und Gaming, die solche Events organisiert. Das Hobby hat er zum Business gemacht. In Schlotterhosen schlurfen sie durch die Gänge, mit einem Red-Bull-Sixpack und einem Pappteller mit Burger und Pommes. Fliegende Verpflegungspause. Andere Gamer lenken sich mit einem Kartenspiel im Foyer ab. Das hintere Saalviertel ist als Schlafraum abgetrennt. Dort pennt um Mitternacht noch niemand. Einige haben ihr Bett direkt am Spielplatz eingerichtet, der für 85 Franken geordert werden kann. Koffer, Taschen, Kleider überstellen die Gänge. Die gute Lüftung habe für die Location gesprochen, sagt Oberholzer. Nach drei Tagen würde es wohl sonst stärker «schweisselen». Die LAN-Party vergleicht Oberholzer mit einem Festival oder Grümpi. Solche Turniere, an denen die Community physisch erlebbar wird, sind wieder im Kommen. Früher, als das Internet noch schlecht war, gab es keine Alternative. Dann verlagerte sich die Szene mehr ins Private. Doch abgeschottete Anonymität ist auch nicht alles. Hier spielt zwar auch jeder für sich oder im Team. Doch die Community ist vereint. Es ist Spiel, aber auch Sport. Vor allem für Eingefleischte. Mit Suchtpotenzial? «Es ist wie bei allem: Wenn es zu viel ist, ist es schlecht», sagt Oberholzer. Einer rollt seinen Schlafsack aus und gönnt sich einen Power-Nap. Bald wird er sich wieder aufraffen und in seinen Platz einnisten.

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