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Grossratspräsident Turi Schallenberg in Weinfelden: Die Demokratie ist ein Zebrastreifen

Festredner Turi Schallenberg hielt die Ansprache an der Bundesfeier auf dem Marktplatz. Einen Seitenhieb wegen des fehlenden Fussgängerstreifens an der Bachtobelstrasse konnte er sich nicht verkneifen.
Mario Testa
Bei der Ansprache: Turi Schallenberg mit Weibelin Verena Schneiter an seiner Seite. Im Hintergrund der Musikverein Weinfelden, welcher das Fest musikalisch umrahmte. (Bild: Mario Testa)

Bei der Ansprache: Turi Schallenberg mit Weibelin Verena Schneiter an seiner Seite. Im Hintergrund der Musikverein Weinfelden, welcher das Fest musikalisch umrahmte. (Bild: Mario Testa)

Der Musikverein Weinfelden spielt Michael Jacksons «Black or White». Ein passendes Stück zu den harten Kontrasten am gestrigen Vormittag. Die rund 500 Besucher der Bundesfeier sitzen im Schatten des Wettersegels und unzähliger Schirme, in der gleissenden Sonne ist es schlicht zu heiss zum Verweilen. Sandwiches mit Käse oder Schinken stehen für die Gäste zur Auswahl. Sie sind gratis, ebenso der Kaffee – und noch etwas ist gratis und doch sehr wertvoll, wie Gemeindepräsident Max Vögeli in seiner kurzen Begrüssung betont.

«Unsere direkte Demokratie ist ein Gratis-Abo auf Lebzeiten. Und dieses gibt es, solange es in der Bevölkerung einen Dialog gibt, eine politische Auseinandersetzung und persönlichen Einsatz», sagt Vögeli.

Grosse Verbundenheit mit Weinfelden

Auch Festredner Turi Schallenberg griff die Demokratie auf. «Wir feiern heute 727 Jahre Schweiz. Aber eigentlich gibt es unsere Schweiz, so wie wir sie kennen, erst seit 170 Jahren», sagt Schallenberg. So lange gebe es die Bundesverfassung und damit auch die Demokratie. Der höchste Thurgauer betont auch seine grosse Verbundenheit mit Weinfelden. Hier habe er viele Freunde und 22 Jahre seines Berufslebens verbracht. «Weinfelden war immer sehr gut für mich und darum bedanke ich mich jetzt öffentlich ganz herzlich bei Ihnen für diese wertvolle Zeit.»

Und dann bringt er den Vergleich: «Unsere Demokratie ist ein Fussgängerstreifen.» Dieser Gedanke sei ihm beim Schreiben der Rede in einem kleinen Dorf im tiefsten indonesischen Dschungel gekommen, wo er im Urlaub war. «Dort hat es keinen Fussgängerstreifen, gut es hat auch keine richtige Strasse und definitiv keine Autos.» Aber auch in grösseren Städten habe es kaum welche, und wenn, dann funktionierten sie nicht, weil sich die Indonesier nicht an die Regeln eines solchen Fussgängerstreifens hielten. Daher seien diese Zebrastreifen Sinnbild für die hoch entwickelte Schweiz.

Grossratspräsident Turi Schallenberg (Bild: Andrea Stalder)

Grossratspräsident Turi Schallenberg (Bild: Andrea Stalder)

«Sie machen es möglich, dass auch die schwächsten Verkehrsteilnehmer am Verkehr teilnehmen können. Und sie haben auch ein Recht auf Sicherheit.»

Genau wie diese wunderbare Errungenschaft funktioniere auch die helvetische Demokratie: «Sie ermöglicht jeder Schweizerin und jedem Schweizer, an der Entwicklung unseres Landes teilzunehmen. Jeder hat das gleiche Mitspracherecht und darf seine Meinung frei äussern», sagt Schallenberg.

Demokratisches Puzzleteil fehlt in Weinfelden

In Weinfelden fehle jedoch ein so wichtiges Puzzleteil der Demokratie, es fehle ein Fussgängerstreifen. Genau da, wo es gelte, die Schwächsten, also die Schulkinder, zu schützen – an der Bachtobelstrasse. Über diesen muss nun das Verwaltungsgericht entscheiden (unsere Zeitung berichtete). Vielleicht brauche es da auch einfach wieder mal etwas Zivilen Ungehorsam seitens der Weinfelderinnen und Weinfelder, sagt Turi Schallenberg nach seiner Rede im Gespräch mit Gemeinderat Hans Eschenmoser.

Danach singen die Gäste an der Bundesfeier. Das Weinfelder Lied, das Thurgauer Lied und die Nationalhymne erklingt aus Hunderten Kehlen.

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