Grossrats-Wahlen im Bezirk Weinfelden: SVP geht mit Apfelkönigin auf Stimmenfang und die BDP wahrscheinlich unter

Bei den Grossratswahlen sieht es für die BDP eher schlecht aus. Aber auch die starke SVP muss zittern. Eine Einschätzung zu den anstehenden Wahlen vom 15. März.

Sabrina Bächi
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Der Grosse Rat tagt in Weinfelden.

Der Grosse Rat tagt in Weinfelden.

(Bild: Donato Caspari)

Für Ueli Fisch wird es ein spannender Wahlsonntag. Sowohl als Regierungsratskandidat wie auch als Kantonsrat muss er am 15. März auf die Resultate warten. Dass die grüne und grünliberale Welle sich auch im Bezirk Weinfelden niederschlägt, ist anzunehmen. Bereits bei den Weinfelder Stadtparlamentswahlen wie auch bei den Nationalratswahlen konnte die GLP stark zulegen.

Vor allem in Weinfelden zeigte sich die grünliberale Welle deutlicher als die der Grünen. Abzuwarten bleibt, auf wessen Kosten allfällige Sitzgewinne für die GLP gehen.

Ein Kandidat, der um seinen Sitz bangen muss, ist Andreas Guhl von der BDP. Derzeit ist er der einzige Vertreter seiner Partei im Bezirk. Die BDP dürfte einen schweren Stand haben, eventuell jedoch von der Listenverbindung mit den christlichen Parteien profitieren.

Der SVP fehlen zwei Bisherige auf der Liste

Die SVP ist mit neun Sitzen klar die stärkste Partei im Bezirk. Doch auch hier könnte sich ein grünes Wölkli vors gelbe Sünneli schieben. Knackpunkt bei der SVP: Nur sieben Bisherige treten an. Mit Neo-Nationalrat Manuel Strupler fehlt ein bekanntes Gesicht auf der Kantonsratsliste 9. Auch Margrit Aerne, die nicht mehr antritt, wird fehlen.

Die frühere Apfelkönigin Melanie Maurer, SVP-Kanonsrat-Kandidatin.

Die frühere Apfelkönigin Melanie Maurer, SVP-Kanonsrat-Kandidatin.

(Bild: Andrea Stalder)

Vielleicht hat die SVP mit der ehemaligen Apfelkönigin noch einen Trumpf im Ärmel. Melanie Maurer ist im Bezirk sicherlich bekannt und bringt das perfekte Wahlplakat-Lächeln bereits mit sich. Die Frage bleibt, wie sehr ihr die Wähler politisches Engagement zutrauen.

Ob die SVP aber die zwei Sitze mit neuen Gesichtern verteidigen kann, bleibt abzuwarten. Sich auf den Lorbeeren auszuruhen, wäre sicherlich unklug, dennoch darf die Partei darauf vertrauen, dass sie stärkste Kraft im Bezirk bleibt und dass allfällig neue Gesichter sogar der SP einen Sitz rauben.

Dieses Szenario ist in den SVP-Stammlanden denkbar. Bürgerliche Wähler, die auf Ökologie setzen, wählen wohl eher GLP als SP. Zudem gelang es gerade SP-Zugpferd Turi Schallenberg in jüngster Vergangenheit nicht, seine Pläne etwa vom Stadtpräsidium in Romanshorn umzusetzen.

FDP könnte Sitz verlieren

Die FDP tritt mit allen vier Bisherigen und einer starken Liste zur Wahl an. Die drei Gemeindechefs Max Vögeli, Heidi Grau-Lanz und Andreas Opprecht dürften die Wiederwahl packen. Ob aber Roland Manser den vierten Sitz für die Liberalen verteidigen kann – bei erstarkter Konkurrenz aus dem grünliberalen Flügel – bleibt abzuwarten. Ein zusätzlicher Sitz wäre eine Überraschung.

Dank vieler junger Kandidaten und Wähler eher ungefährdet scheinen die christlichen Parteien CVP und EVP. Die EDU muss sich mit zwei bewährten Männern und der bürgerlichen Listenverbindung wenig Sorgen um ihre Sitze machen. Die BDP und die SP hingegen schon.

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