«Wir haben zuerst sofort die Kühe rausgetrieben» – Scheunenbrand bei Bissegg löst Grosseinsatz der Feuerwehr aus

In einer Scheune im Weiler Hofen bei Bissegg ist heute zur Mittagszeit ein Brand ausgebrochen. Die zuständigen Feuerwehren bekämpfen mit einem Grossaufgebot von über 100 Einsatzkräften die Flammen.

Mario Testa
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Zur Mittagszeit geriet diese Scheune im Weiler Hofen bei Bissegg in Brand. Die Kühe aus dem angrenzenden Stall konnten in Sicherheit gebracht werden. (Bild: Mario Testa)

Zur Mittagszeit geriet diese Scheune im Weiler Hofen bei Bissegg in Brand. Die Kühe aus dem angrenzenden Stall konnten in Sicherheit gebracht werden. (Bild: Mario Testa)

Auf einem Bauernhof im Weiler Hofen bei Bissegg ist heute zur Mittagszeit in einer Scheune ein Brand ausgebrochen. Um 12.25 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert. Nebst der Feuerwehr Amlikon-Bissegg rückte auch die Stützpunktfeuerwehr Weinfelden, sowie die Feuerwehr Frauenfeld mit einem Grossaufgebot zur Brandstelle aus.

Die Rauchsäule war weit herum zu sehen. (Bild: Mario Testa)

Die Rauchsäule war weit herum zu sehen. (Bild: Mario Testa)

Ein 24-jähriger Angestellter verletzte sich beim Brand leicht und wurde vom Rettungsdienst vor Ort betreut. Im Kuhstall hinter der Scheune waren 60 Kühe und Rinder untergebracht. «Alle Tiere konnten noch rechtzeitig ins Freie gebracht werden», sagt Michael Roth, Sprecher der Kantonspolizei Thurgau. «Zur Brandursache können wir derzeit noch keine Angaben machen. Zur Brandbekämpfung wurde zusätzlich auch der neue Hubretter von der Feuerwehr Märstetten-Wigoltingen angefordert.» Zur Spurensicherung und Klärung der Brandursache wurde der Brandermittlungsdienst und der Kriminaltechnische Dienst der Kantonspolizei Thurgau beigezogen.

Hilfsbereite Nachbarn

Paul Sauter, Gemeinderat von Amlikon-Bissegg, und Bruder des vom Brand betroffenen Bauern sagt:

«Ich hab von mir Zuhause in Leutmerken plötzlich den Rauch gesehen und bin sofort hierher gekommen. Da war die Feuerwehr bereits an der Arbeit.»

Auch die Nachbarn hätten sofort geholfen. Der betroffene Biobauer Peter Sauter spricht am Abend davon, Glück im Unglück gehabt zu haben. «Alle Leute sind wohlauf und auch die Tiere haben überlebt. Wir haben sie als allererstes alle rausgetrieben. Es ist ein grosses Glück, dass die Gebäude nicht zusammengebaut sind, so ist vieles unversehrt geblieben.» Futter könne er sich wieder besorgen, es ist ein gutes Futterjahr – letztes Jahr wäre das ein Problem gewesen. Er habe auch schon Angebote für Futterlieferungen erhalten.

«Die Solidarität ist gross. Und ich habe super Nachbarn, die haben mir sofort geholfen.»
Peter Sauter, Biobauer im Weiler Hofen.

Peter Sauter, Biobauer im Weiler Hofen.

Sorgen bereitet Peter Sauter im späteren Nachmittag, wie er seine Kühe melken soll. «Die Nachbarn haben schon Hilfe angeboten, aber glücklicherweise ist der Melkraum nicht zu Schaden gekommen. Nach dem Melken schicken wir die Kühe wieder auf die Weide, das Wetter passt ja.» Seine Scheune will Sauter wieder gleich aufbauen. «Sie hat sich 30 Jahre lang bewährt», sagt er. «Was passiert wäre, wenn auch der Stall abgebrannt wäre, weiss ich nicht. Ob mein Sohn und ich den Betrieb dann so weitergeführt hätten bezweifle ich angesichts der aktuellen Agrarpolitik.»

Um genug Wasserdruck für die Löscharbeit auf dem Hügel Hofen zu haben, legte die Feuerwehr weitere Wasserzuleitungen bis nach Leutmerken. Auch ein Funktionär des Amts für Umwelt Thurgau ist auf der Brandstelle zugegen. «Wir prüfen, wo das Löschwasser hinfliesst. Wir hatten auch schon mit Fischsterben nach solchen Bränden zu kämpfen», sagt er. «Wenn der Brand gelöscht ist, müssen wir auch schauen, wo die Brandrückstände, wie das verbrannte Stroh, entsorgen werden können.»

Beim Brand entstand laut der Mitteilung der Kantonspolizei Thurgau ein Sachschaden von mehreren hunderttausend Franken. Die Brandursache wird durch den Brandermittlungsdienst und den Kriminaltechnischen Dienst der Kantonspolizei Thurgau ermittelt.