Grosse Unsicherheit
Kreuzlinger Stadtrat plant jetzt auch einen Coronafonds

Nach einem Runden Tisch mit Vertretern diverser Verbände, erweitert der Stadtrat seine Massnahmen.

Merken
Drucken
Teilen
Der «Prix Kreuzlingen» 2020 ging an alle Coronahelden .

Der «Prix Kreuzlingen» 2020 ging an alle Coronahelden .

Bild: Donato Caspari (23. November 2020)

(red) Am 13. Januar lud der Stadtrat Vertreter des Sportnetzes, des Kulturdachverbands, von Gastro Kreuzlingen, des Arbeitgeberverbands Kreuzlingen und Umgebung, des Gewerbevereins Kreuzlingen sowie die Fraktionspräsidenten der politischen Parteien zu einem Gespräch ein. Diesem konstruktiven und positiven Dialog vorausgegangen ist ein offener Brief der Gemeinderäte Christian Brändli und Andreas Hebeisen. Darin forderten sie den Stadtrat auf, Massnahmen zur Milderung der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen der Coronakrise zu prüfen und schnellstmöglich umzusetzen.

Thomas Niederberger Stadtpräsident Kreuzlingen

Thomas Niederberger Stadtpräsident Kreuzlingen

Bild: PD
«Das Gespräch zeigte, dass die wirtschaftliche und gesellschaftliche Unsicherheit weiterhin gross ist.»

So fasst Stadtpräsident Thomas Niederberger den Austausch zusammen. Deshalb habe der Stadtrat beschlossen, umgehend weitere Massnahmen im Zusammenhang mit der Coronakrise umzusetzen:

- Zentrale Corona-Anlaufstelle

Unter der Leitung von Stadtschreiber Michael Stahl nimmt die Stadtkanzlei sämtliche Fragen in Zusammenhang mit Corona entgegen und leitet sie, sofern notwendig, an die zuständigen Stellen weiter. Die Corona-Hotline ist ab Montag, 25. Januar offen, Telefon: 071 677 61 83, E-Mail: corona@kreuzlingen.ch.

- Dringlichkeitsantrag für Coronafonds

Der Stadtrat wird dem Gemeinderat an der Sitzung vom 11. März 2021 einen Dringlichkeitsantrag unterbreiten und ersucht das Parlament um einen Nachtragskredit für die Bildung eines Coronafonds für Coronanothilfemassnahmen.

- Antragssystem für Vereine

Das bestehende Formular wird überarbeitet, die Vereine werden erneut kontaktiert und die Öffentlichkeit informiert.

- Förderung von Motivationsprojekten

Der Stadtrat prüft Projekte, in die insbesondere jüngere Mitglieder der Sport- und Kulturvereine mit eingebunden werden können, um die Vereinskasse zu stärken. Projektideen von Vereinen für gezielte Nachwuchsförderung und verstärkte Mitgliederwerbung können auf Antrag finanziell unterstützt werden.

Diverse Unterstützung und Hilfsangebote

Stadtpräsident Thomas Niederberger betont, dass die Stadt seit Ausbruch der Coronakrise diverse Unterstützung und Hilfsangebote für die Bevölkerung, für das Gewerbe und für die Vereine lanciert habe. In diesem Zusammenhang dankt er allen Helferinnen und Helfern, die professionell oder freiwillig ihr ganze Kraft zur Unterstützung von hilfsbedürftigen Menschen einsetzen.

«Wir sind bald ein Jahr lang mit dieser Krise beschäftigt. Der Stadtrat ist sich bewusst, wie schwierig die Ungewissheit und Unplanbarkeit zu ertragen ist, und existenzielle Nöte auslösen kann.»

Der Stadtrat habe seit Beginn der Krise sein Beziehungsnetz auf Behördenebene und in direktem Kontakt mit der Bevölkerung intensiviert. «Diese Methode hat sich bewährt. Wir können mit diesem Vorgehen zeitnah auf individuelle Probleme eingehen und gemeinsam Lösungen finden», sagt Stadtpräsident Niederberger.

Unterstützung seit Frühjahr 2020

Seit Beginn der Coronakrise im Frühjahr 2020 setzte der Stadtrat folgende Massnahmen um: Online-Plattform «meinKreuzlingen», Bon-Aktion «Dörfs äs bitzeli lokal si?», «Kreuzlingen hilft», Abgabe Essensgutscheine für 17'640 Franken, Mietzinsstundung für Gastrobetriebe in städtischen Liegenschaften, Zusatzbeiträge für Sport- und Kulturvereine, Aussetzung Inkassomassnahmen, grosszügige Handhabung Stundungsgesuche im Frühjahr bis September, zinslose Darlehen: 200'000 Franken Bodensee-Arena, 25'000 Franken Handballsportclub, 20'000 Franken Fussballclub Kreuzlingen, 20'000 Eishockeyclub Kreuzlingen-Konstanz und 70'000 Franken Genossenschaft Schwimmbad Hörnli.