Grossbaustelle
Kreuzlingen wächst: Im Herzen der Stadt entstehen über 80 neue Mietwohnungen

Der Unternehmer Michael Zecchinel überbaut das Areal hinter dem «Bären». Die Architektur ist hochwertig und trotzdem bodenständig.

Martina Eggenberger Lenz
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Blick auf das grosse Baufeld mit den letzten Überresten der alten Gebäude.

Blick auf das grosse Baufeld mit den letzten Überresten der alten Gebäude.

Bild: Donato Caspari

Für Michael Zecchinel ist es ein Herzensprojekt. Seit vielen Jahren beschäftigt sich der Kreuzlinger Unternehmer bereits damit, das Areal, auf dem er aufgewachsen ist, zu überbauen. Einst befand sich hier der Firmensitz des Gemüsehändlers und des späteren Transportunternehmens. Nun sollen auf dem Grundstück über 80 Wohnungen entstehen, an bester Lage, mitten im Zentrum. Das Projekt steht kurz vor der Baueingabe. Die öffentliche Auflage soll im Januar erfolgen.

Innenhöfe als Aufenthaltsplatz

Vor gut zehn Jahren hat Michael Zecchinel den «Bären» gekauft. Er hat sich viele Gedanken gemacht, in welche Richtung er das dahinter liegende Areal entwickeln will. Basierend auf dem neuen Gestaltungsplan präsentiert er nun ein Projekt der Altnauer Architekten G2. Die dreigeschossigen Mehrfamilienhäuser sind miteinander verbunden. In deren Mitte bilden sich zwei grosse Innenhöfe mit Platz für Wasserspiele, Spielplatz und Bäume. Die Wohnungen sind in verschiedenen Grössen zwischen eineinhalb und fünfeinhalb Zimmern geplant. Sie verfügen entweder über eigene Gärten im Hochparterre oder Loggias.

Investor Michael Zecchinel zeigt die Pläne für seine «Bären»-Überbauung.

Investor Michael Zecchinel zeigt die Pläne für seine «Bären»-Überbauung.

Bild: Martina Eggenberger

Die kleineren Wohnungen seien für Singles oder Paare gedacht, erklärt der Kreuzlinger Investor. Auch ältere Menschen, die ihr Eigenheim aufgeben, kommen als Zielgruppe in Frage. Alterswohnungen, wie ursprünglich einmal angedacht, sind es aber nicht. «Klar, wir haben am Standort die Nähe zur Spitex und zum Alterszentrum.» Zecchinel strebt viel mehr einen gesunden Mietermix an. Auch Familien sollen sich in der neuen Bärenüberbauung wohlfühlen.

Wohnungen mit diversen Extras

Wie die Architektur schon antönt, ist die Überbauung nicht billig konzipiert, sondern sie verspricht einen guten Standard. Zu jeder Wohnung gibt es einer eigenen Waschmaschine mit Tumbler und ein Reduit. Grosse Kellerabteile stehen zur Verfügung. Die künftigen Mieter können die Dachterrassen für Feierlichkeiten reservieren. Auch technische Finessen im Smarthomebereich sind vorgesehen. Dennoch will der Bauherr die Wohnungen zu einem «bezahlbaren Preis» auf den Markt bringen.

Er selber investiert rund 40 Millionen Franken in das Projekt. Es müsse nicht vom ersten Tag an rentieren. Nachhaltigkeit sei ihm wichtiger, sagt Michael Zecchinel. Nicht nur finanziell: Beheizt wird die Überbauung mit Erdwärme. Sonnenkollektoren sorgen für Strom. Ins Boot holen konnte er auch Anstösser und Landbesitzer David Betschart, der das Gesamtprojekt mitträgt und eines der neuen Mehrfamilienhäuser selber baut.

Bezug ab Herbst 2023 geplant

Die Stadtbildkommission habe das Projekt unter die Lupe genommen und für gut befunden, erzählt Zecchinel. Wenn alles wie geplant laufe, hofft er auf eine Baubewilligung im Sommer 2021. Nach zwei Jahren Bauzeit könnte dann im Herbst 2023 der Bezug der Wohnungen erfolgen. Schön fände es der Investor, wenn die Stadt demnächst auch die Bärenstrasse schmaler und beruhigter gestalten würde.

«Ich bin überzeugt, dass diese Überbauung, die keinesfalls null­acht­fünf­zehn ist, das Kreuzlinger Zentrum aufwerten wird.»

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