Groovige Summernight in der Turnhalle im Kemmental statt auf Schloss Girsberg

Das Symphonische Blasorchester verzauberte sein Publikum nach allen Regeln der Musik – coronabedingt für einmal nicht in Kreuzlingen.

Emil Keller
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Livia Fattorelli und Luca Zimmermann im Duett, im Hintergrund das Symphonische Blasorchester.

Livia Fattorelli und Luca Zimmermann im Duett, im Hintergrund das Symphonische Blasorchester.

Bild: PD/Reto Bollinger

Nicht wie gewohnt im Schloss Girsberg, sondern in der Mehrzweckhalle Kemmental musste das Symphonische Blasorchester Kreuzlingen dieses Jahr Platz nehmen. Der gemütlich, jedoch enge Dachboden der Kulturscheune bot nicht genug Platz, um den coronabedingten Mindestabstand im Publikum zu gewährleisten.

Der Stimmung unter den Gästen der beliebten Konzertreihe Symphonic Summernight tat dies jedoch keinen Abbruch, wofür nicht nur das lauschige Kerzenlicht, sondern vor allem die vielen bekannten Musikstücke verantwortlich waren.

Tschechischer Klarinettist unterstützt das Orchester

Fulminant ging es los mit «Hispano-Suiza», einem spanischen Paso doble mit eidgenössischer Färbung, den Dirigent Stefan Roth höchstpersönlich komponiert hat. Schlag auf Schlag reihten sich danach spritzige Operette an krachenden Marsch, wechselten sich diabolische Tänze ab mit bestialisch-schöner Filmmusik von Disney. Als Gastsolist Milan Rericha die Bühne betrat, gab es in Sachen Geschwindigkeit kein Halten mehr. Er gab mit «Sinfonietta Concertante» ein eigens für ihn und das SBO komponiertes Werk zum Besten. Der tschechische Klarinettenprofi Rericha hatte im Sommer eigentlich mehrere Konzerte mit dem Orchester geplant gehabt. Nun holte er dieses Engagement nach.

Der zweite Konzertteil stand dann ganz im Zeichen von Balladen und Big-Band-Nummern. Der Thurgauer Sänger Luca Zimmermann nahm in Frank-Sinatra-Manier das Publikum in «I’ve Got You Under My Skin» auf Tuchfühlung. So vielseitig wie sein Orchester wechselte er mit «Sway» mal kurz auf einen Mambo und brachte das Publikum zum Mitschunkeln.

Solistinnen aus dem eigenen Lager

Doch auch Mitglieder aus dem Orchester wie Livia Fattorelli oder Carmen Weber griffen selbst zum Mikrofon, hauchten gefühlvolle Liebeslieder durch die schummrige Mehrzweckhalle oder liessen es bei Rocksongs krachen. Als mit «My Way» das letzte Stück des Programms ertönte, war klar, dass das Symphonische Blasorchester Kreuzlingen auch in Coronazeiten seinen Weg geht.

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