Grösser, schwerer, länger: Das Riesengemüse des Dozwilers Jürg Wiesli ist auch in diesem Jahr aussergewöhnlich gut gewachsen und bringt ihn auf Medaillenkurs

Der erfolgreiche Züchter kann sich an der Schweizer Meisterschaft am Sonntag in Jona gute Chancen ausrechnen. Er geht gleich mit drei Rekordgewächsen an den Start. Und er hat noch ein viertes Ass im Ärmel.

Markus Schoch
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Jürg Wiesli mit einer Auswahl der aussergewöhnlich guten Ernte vor seiner Garage.

Jürg Wiesli mit einer Auswahl der aussergewöhnlich guten Ernte vor seiner Garage.

Bild: Andrea Stalder (2. Oktober 2020)

Der Erfolgshunger ist Jürg Wiesli nicht vergangen. Der Züchter von Riesengemüse hat in den letzten zehn Jahren viele Rekorde gebrochen, unter anderem 2015 mit einer Tomate, die 3,297 Kilogramm auf die Waage brachte und ihn zum Weltmeister machte. Am Sonntag möchte der Dozwiler weitere Titel holen an der Schweizer Meisterschaft in Jona.

Mit dieser Tomate machte Jürg Wiesli vor fünf Jahren weltweit Furore.Niemand zuvor hatte je ein so schweres Exemplar ernten können, sehr zur Freude auch seiner Frau Brigitte.

Mit dieser Tomate machte Jürg Wiesli vor fünf Jahren weltweit Furore.Niemand zuvor hatte je ein so schweres Exemplar ernten können, sehr zur Freude auch seiner Frau Brigitte.

Bild: Reto Martin 10. August 2015)(

In gleich vier Kategorien kann er sich Chancen auf den Sieg ausrechnen: Er hat erstens einen Kürbis geerntet, der 3,25 Meter lang ist; der aktuelle Schweizerrekord liegt bei 3,05 Metern. Er kann zweitens mit einer Stangenbohne aufwarten, die 67 Zentimeter misst, 13 Zentimeter über der bisherigen Bestmarke.

Der bisherige Titelhalter sieht alt aus

Jürg Wiesli überlässt nichts dem Zufall: Kürbisse zieht er im Treibhaus, wo er einen Lüfter installiert hat und Sonnenschirme für die Pflanzen stehen.

Jürg Wiesli überlässt nichts dem Zufall: Kürbisse zieht er im Treibhaus, wo er einen Lüfter installiert hat und Sonnenschirme für die Pflanzen stehen.

Bild: Andrea Stalder (2. Oktober 2020)

Drittens geht er mit einer 25 Kilogramm schweren Wassermelone ins Rennen, womit er den heutigen Titelhalter alt aussehen lässt. Dessen preisgekrönte Frucht wog gerade einmal 9,5 Kilogramm. Und viertens hofft Wiesli auch, den Preis für den schönsten Kürbis zu bekommen. «Ich habe einen, der superschön orange-rot ist. Und mit rund 360 Kilogramm macht er auch etwas her.»

Mit Zauberei habe das alles nichts zu tun, sagt Wiesli. Er bereite einfach jeweils im Herbst die Beete gut vor. Die Pflanzen dünge er dann mit einem herkömmlichen Mittel. Die Kürbisse ziehe er in einem Treibhaus zum Schutz vor Hagel. Dort sind auch die Wassermelonen gewachsen, die viel Wärme brauchen. «Ich habe aber keine Heizung», betont Wiesli. Dafür hat er beste Beziehungen in der Szene, sodass er von Kollegen aus aller Welt Samen erhält. Ohne Fleiss aber kein Preis. Er arbeite jeden Tag eineinhalb- bis zwei Stunden im Garten. Am Sonntag weiss Wiesli, ob es sich wieder einmal gelohnt hat.

Zwischen eineinhalb und zwei Stunden verbringt Jürg Wiesli täglich in seinem Garten.

Zwischen eineinhalb und zwei Stunden verbringt Jürg Wiesli täglich in seinem Garten.

Bild: andrea Stalder (2. Oktober 2020)