Griechische Seele, russisches Blut: Volley Amriswils neuer Passeur Dima Filippov weiss, was es braucht, um die Champions League zu erreichen

Am Dienstag und Donnerstag kämpft Volley Amriswil gegen die Weltklasseteams Dynamo Moskau und Trentino um den Einzug in die Grupenphase der Königsklasse. In den zwei Partien im heimischen Tellenfeld kann der Schweizer NLA-Klub einen «bunten Hund» wie Dima Filippov gut gebrauchen.

Matthias Hafen
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Nicht nur bei Volley Amriswil ein Schlüsselspieler: Dmytro «Dima» Filippov (5)

Nicht nur bei Volley Amriswil ein Schlüsselspieler: Dmytro «Dima» Filippov (5)

Mario Gaccioli

Man könnte meinen, Dima Filippov trage seine Erfahrung bewusst zur Schau. Die angegrauten Haare machen den 29-jährigen Passeur von Volley Amriswil auf den ersten Blick erkenntlich. Als würden sie sagen: «Seht her, hier steht die Routine aus über zehn Jahren internationalen Topvolleyballs. Und sie wird euch das Leben schwer machen.» Anorthosis Famagusta, Olympiakos Piräus, Jastrzebski, Arcada Galati, PAOK Thessaloniki: Das sind alles klingende Namen im internationalen Volleyball – und überall war Filippov eine Teamstütze. Seit diesem Jahr zeigt der ukrainisch-griechische Doppelbürger sein Können in der Schweizer NLA. Und obwohl die Saison noch jung ist, lässt sich schon sagen, dass er die Thurgauer nochmals einen Schritt weiterbringen kann.

Nach dem Kanadier Josh Howatson hat Amriswil wieder einen Ballverteiler, der die eigenen Angreifer ebenso brillant in Szene setzt wie er die gegnerische Abwehr düpiert. Und Filippov strotzt mit 29 Jahren vor Energie. Emotionen treiben ihn an. Wenn er heiss läuft, überträgt sich das auf die Mitspieler.

In der Sowjetunion geboren

Geboren ist Dmytro Filippov 1990 in Luhansk, kurz vor dem Zerfall der Sowjetunion. Das macht ihn heute zum Ukrainer. Doch der Volleyballprofi sagt, dass seine ganze Familie russisch sei. Vater Yuri ist eine Legende, sowohl als Spieler wie auch als Trainer. Yuris Karriere führte Klein-Dmytro schon früh nach Griechenland, weshalb er heute auch die griechische Staatsbürgerschaft hat und fürs hellenische Nationalteam spielt. «Ich habe eine griechische Seele und russisches Blut», sagt Dima Filippov über seine spannende Herkunft.

In seiner Karriere hat der «verrückte Typ», wie er sich nennt, viel erreicht. Er nahm mit Griechenland an der EM teil und spielte mit dem polnischen Klub Jastrzebski das «Final 4» in der Champions League. Keine Frage, dass er mit Amriswil auch Dynamo Moskau und Trentino aus dem Weg räumen will. «Ich bin nach Amriswil gekommen, um zu gewinnen. Und zwar alles», sagt er. Doch wie gross sind die Chancen des NLA-Klubs gegen diese Weltklasseteams? Darauf antwortet der Profi mit einer Gegenfrage: «Wer hatte uns denn zugetraut, dass wir in der ersten Qualirunde Soligorsk und Maaseik besiegen?»

Ob Sieg oder Niederlage: Es warten namhafte Gegner

In der zweiten Qualifikationsrunde zur Champions-League- Gruppenphase trifft Volley Amriswil zu Hause auf die Weltklasseteams Dynamo Moskau (Dienstag, 19.00 Uhr) und Trentino (Donnerstag, 19.00 Uhr). Am Mittwoch um 19.00 Uhr duellieren sich im Oberthurgau Trentino und Dynamo Moskau. Nur der Sieger der Dreiergruppe erreicht die Hauptrunde der Königsklasse, wo Novosibirsk (RUS), Karlovarsko (CZE) und Friedrichshafen (GER) als Gegner warten. Für die anderen beiden Teams geht die europäische Saison eine Stufe tiefer im CEV-Cup weiter. Der Zweitplatzierte trifft dort auf Ceske Budejovice (CZE), der Drittplatzierte auf Zenit St. Petersburg (RUS).