«Sind keine Revoluzzer»: Weshalb die Organisatoren die Demo am Kreuzlinger Grenzhag nach einem Anruf der Polizei abgesagt haben

Am Freitag wollte eine Fünfer-Gruppe auf Klein Venedig eine Kundgebung abhalten, um auf die Situation aufmerksam zu machen. Die Kantonspolizei wies darauf hin, dass es Bussen geben könnte, sollten mehr Leute auftauchen.

Urs Brüschweiler
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Die Demonstranten wollen auf die Anliegen der von der Grenzschliessung Betroffenen aufmerksam machen.

Die Demonstranten wollen auf die Anliegen der von der Grenzschliessung Betroffenen aufmerksam machen.

Bild:Urs Brüschweiler

Demonstrationen sind in Zeiten von Corona dünnes Eis. Das musste Sophie Nawara merken. Die Kreuzlingerin informierte am Dienstag diese Zeitung, dass sie am Freitagabend am Grenzhag auf Klein Venedig mit vier Mitstreitern eine Kundgebung durchführen wollte. Ihr Ziel war und ist, auf die Anliegen unverheirateter Paare und Familien in Zeiten der Grenzschliessung aufmerksam zu machen.

Die kleine Gruppe wollte Solidarität mit den Betroffenen bekunden und der Forderung nach einer Lösung für die unhaltbare Situation Nachdruck verleihen. Alles natürlich unter Einhaltung der geltenden Vorschriften.

Plötzlich ist der Polizist am Telefon

Auf die Ankündigung in der Zeitung folgte am selben Tag aber prompt ein Anruf der Kantonspolizei. Sie machte die junge Frau darauf aufmerksam, dass sie persönlich haftbar gemacht werden könne, sollte sich eine grössere Menschenmenge am Zaun einfinden.

Wie ein Sprecher der Kantonspolizei Thurgau am Donnerstag erklärte, gelte das Veranstaltungsverbot in der bundesrätlichen Covid-Verordnung auch für Demonstrationen. Das Vorhaben der Gruppe sei bei fünf Personen mit zwei Metern Abstand an und für sich erlaubt. Jedoch sei bei dem hochemotionalen Thema die Gefahr gross, dass sich viele Leute mehr einfinden würden.

Angesichts der drohenden Busse zog es Sophie Nawara nun vor, den angegeben Termin wieder zu streichen.

«Wir sind keine Revoluzzer, wir wollen nur auf unser Anliegen aufmerksam machen.»

Das Treffen am Grenzzaun und die geplanten Aktionen werden aber trotzdem stattfinden. Allerdings wird man den Zeitpunkt nicht öffentlich bekanntgeben. Die Presse werde man aber einladen, damit «unsere Botschaft dennoch den Weg an die Öffentlichkeit findet.»