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Grenzübergänge Kreuzlingen-Konstanz: «Am besten so lassen, wie sie sind»

Eine Verkehrsuntersuchung zeigt, dass keine Änderungen bei den fünf Grenzübergängen zwingend nötig sind. Eine Wiedereröffnung des Zolls Klein Venedig ergäbe nur unter einer Bedingung Sinn.
Urs Brüschweiler
Von den bestehenden Grenzübergängen sind aktuell drei für den motorisierten Verkehr geöffnet. (Grafik: sgt)

Von den bestehenden Grenzübergängen sind aktuell drei für den motorisierten Verkehr geöffnet. (Grafik: sgt)

Ein heisser Sommerabend und eine komplexe Materie. Das Interesse der Bevölkerung am Infoanlass des Vereins Agglomeration Kreuzlingen-Konstanz am Montagabend war entsprechend gering. Vorwiegend Fachpersonen und Politiker aus beiden Grenzstädten fanden sich im Dreispitz ein. Doch die zwei Verkehrsstudien, die vorgestellt wurden und nun bis Ende August in die öffentliche Vernehmlassung gehen, betreffen Themen, welchen die Bürger emotional begegnen. Etwa dann, wenn sich die Blechkolonnen an Samstagen wieder einmal vor den Grenzübergängen nach Konstanz stauen.

Die Nachteile würden überwiegen

Ein Ingenieurbüro untersuchte die Veränderung der Verkehrsströme, wenn man heute offene Grenzübergänge schliesst, oder heute geschlossene öffnet. Bis zu 25000 Fahrzeuge bewegen sich an Spitzentagen über die Grenze. Elf Varianten nahmen die Fachleute unter die Lupe und verglichen sie mit dem Status Quo. Heute sind der Hauptzoll und Klein Venedig für Autos gesperrt. Am besten schnitten die Varianten ab, bei denen der Grenzübergang Klein Venedig wiedereröffnet würde. Die Gesamtdurchflussmenge würde sich dadurch natürlich erhöhen. Allerdings zeigten sich in der Analyse auch schwerwiegende Nachteile dieser Lösung. Sodass sie gemäss der Studie in der Gesamtbetrachtung schlechter abschneidet als die aktuelle Situation.

Killerkriterium: Teure Bahnunterführung

Gründe dafür sind etwa die Mehrbelastung der Konstanzer Bodanstrasse und der Parkplatzenpass in der Innenstadt. Auch bestünde das Risiko einer Rückstaugefahr in der Kreuzlinger Seestrasse. Wie sich zeigte, passt die Öffnung von Klein Venedig auch gar nicht in die langfristige Strategie. Der Autobahnzoll, einst zur Entlastung der Zentren gebaut, würde so nämlich zu Lasten der Innenstädte weniger frequentiert. Das Killerkriterium ist gemäss Studie jedoch, dass ein Grenzübergang Klein Venedig den Bau einer Bahnunterführung an der Konstanzer Hafenstrasse bedingt. Ein solches Projekt wurde schon öfters diskutiert und käme auf rund 25 Millionen Franken zu stehen. «Kaum realisierbar», lautet das Fazit der Planer.

Lieber Verlagerung auf den öffentlichen Verkehr

Markus Thalmann, Präsident des Agglomerationsvereins, befand: «Wir haben es also heute gar nicht so schlecht.» Stadtrat Ernst Zülle wies auf das geplante Parkhaus am Hafenbahnhof hin. Es soll «Park and Ride» ermöglichen und so den Autoverkehr in Seenähe verringern. Die Studien sind bei der Bauverwaltung oder auf der städtischen Website einsehbar.

Die beiden Studien sind bei der Kreuzlinger Bauverwaltung und auf der Webseite der Stadt Kreuzlingen abrufbar. Die öffentliche Vernehmlassung dauert bis Ende August.

Die Agglo-S-Bahn schneidet gut ab

Ebenfalls vorgestellt wurde am Montag eine Machbarkeitsstudie für eine Agglo-S-Bahn Kreuzlingen-Konstanz. Untersucht worden sind auch Verkehrsmittel wie Tram, Stadtbahn oder Seilbahn. Allerdings kam man – vorwiegend aus finanziellen Gründen – zum Schluss, dass nur ein Ausbau der bestehenden Infrastruktur sinnvoll ist. «Zur Verbesserung der grenzüberschreitenden ÖV-Erschliessung empfiehlt es sich, das System S-Bahn zu vertiefen.» Mittel- und langfristige Massnahmen werden empfohlen: auf Schweizer Seite etwa eine Verlängerung des «Seehas» bis nach Kreuzlingen Hafen oder die Durchbindung des Schnellzugs Singen-Konstanz auf jenen von Konstanz nach St. Gallen. Langfristig könne man die Bahnfrequenzen nur steigern mit einem zweiten Bahngleis über die Rheinbrücke. Die Politiker waren sich einig, dass man jetzt mit der Planung beginnen solle, damit man sich auch rechtzeitig für Unterstützung aus Bern und Stuttgart bewerben könne. (ubr)

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