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Grenzenloser Einsatz fürs Klima in Kreuzlingen und Konstanz

Zum ersten Mal gemeinsam und nicht nur gleichzeitig demonstrierten am Samstag Schweizer und deutsche Klimaschützer. Auch der Polizei brachte die Demonstration grenzüberschreitende Zusammenarbeit.
Inka Grabowsky
Die Demonstranten ziehen mit ihren Plakaten und Spruchbändern vom Kreuzlinger Hafen nach Konstanz. (Bild: Reto Martin)

Die Demonstranten ziehen mit ihren Plakaten und Spruchbändern vom Kreuzlinger Hafen nach Konstanz. (Bild: Reto Martin)

«Wir wollen die Generation sein, die etwas verändert hat!» Noelle Ruoss aus Altnau schwört die Demonstranten am Kreuzlinger Hafen ein. Die Auszubildende ist froh, dass die Aktion von «Klimastreik Thurgau» und «Fridays for Future Konstanz» für einmal an einem Samstag stattfindet. An Freitagen muss die 18-Jährige arbeiten. Ihre Mitstreiter nimmt sie trotzdem in Schutz: «Wir sind nicht faul, wenn wir streiken und die Schule schwänzen», ruft sie Kritikern entgegen.

Von denen lässt sich am Samstagmittag ohnehin niemand blicken. Stattdessen mischen sich wohlwollend einige ältere Teilnehmer unter die ansonsten überwiegend jungen Leute. Henning Tartsch macht mit seinem «Unternehmer for Future»-Transparent auf sich aufmerksam: «Ich will die Jugendlichen unterstützen. Sie haben eine Bewegung in Gang gesetzt, die vielleicht die Klimaerwärmung auf 1,5 Grad begrenzen könnte», sagt er. «Und wir gehören zu der Generation, die es verbockt hat», ergänzt Uli Hermann.

«Heute ein Regenschirm – morgen ein Schlauchboot»

Schlussendlich sind es laut Polizeiangaben rund 500 Menschen – die Organisatoren selbst sprechen von über 1000 –, die sich trotz des schlechten Wetters auf den Weg nach Konstanz machen. «Heute ein Regenschirm – morgen ein Schlauchboot» hat Maria Fülberth aus Radolfzell zur Warnung vor dem Anstieg der Meeresspiegel auf das unverzichtbare Accessoire geschrieben.

Mit dem Megafon voran. Eine der Organisatorinnen führt den Demonstrationszug an. (Bild: Reto Martin)

Mit dem Megafon voran. Eine der Organisatorinnen führt den Demonstrationszug an. (Bild: Reto Martin)

Die erste Wirkung haben die Demonstranten am Kreisel an der Hafenstrasse – der Stau, den sie verursachen, ist immens. «Es gibt kein Recht, ein SUV zu fahren», skandieren die Umweltschützer passenderweise. Auch für das Überqueren der Grenze beim Hauptzoll haben sie den richtigen Slogan.

«Die Klimakrise kennt keine Grenzen!»

rufen sie. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Umweltaktivisten hatte einige Demonstranten zusätzlich motiviert. Raphael Zingg aus Frauenfeld meint: «Wir müssen uns jetzt einsetzen und über alle Grenzen zusammenschaffen.» Seine Mitdemonstranten sind mit ihm einig: Der Schlachtruf «Jetzt und Hier! Gemeinsam!» erschallt regelmässig aus hundert Kehlen.

Lautstark skandieren die Demonstranten ihre Forderungen bei der Kantonsschule Kreuzlingen. (Bild: Reto Martin)

Lautstark skandieren die Demonstranten ihre Forderungen bei der Kantonsschule Kreuzlingen. (Bild: Reto Martin)

Artig bedanken sich die Demonstranten am Ende der Kundgebung im Konstanzer Stadtgarten bei den deutschen und schweizerischen Polizisten. Wie die Klimaschützer haben auch sie für die Protestaktion über die Grenze zusammengearbeitet.

Konkrete Forderungen an die Stadt

Konstanz, dessen Gemeinderat Anfang Mai einstimmig den Klimanotstand ausgerufen hat, sieht sich seit der Demo mit konkreten Forderungen konfrontiert. Bis 2030 soll die Stadt klimaneutral sein. Zu dem Zweck sollen jedes Jahr zehn Prozent der Dachflächen mit Fotovoltaikanlagen ausgerüstet und ebenso viele Gebäude energetisch saniert werden. Zudem soll bis 2030 jeder fünfte Parkplatz einem Obstbaum weichen und keine Autos mit Verbrennungsmotor mehr in die Stadt fahren dürfen. «Wir können nicht die ganze Welt retten, aber wir können uns und unsere Stadt ändern», sagt Rednerin Zoe Blumberg.

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