Kein Pfadi-Bundeslager im Oberthurgau: Der Widerstand der Bauern war zu gross

Die Bewerbung des Oberthurgaus für das Bundeslager der Pfadi im Jahr 2021 ist wesentlich am Widerstand der betroffenen Bauern gescheitert. Sie legten sich quer.

Markus Schoch
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Das Bundeslager der Pfadi im Jahr 2021 findet im Wallis statt. (Bild: PD)

Das Bundeslager der Pfadi im Jahr 2021 findet im Wallis statt. (Bild: PD)

Auf dem Papier sah alles sehr gut aus. Und darum schaffte es der Oberthurgau in die Endauswahl mit zwei anderen Bewerbern für das Bundeslager (Bula) der Pfadi, zu dem 25000 Teilnehmer erwartet werden. Doch als es konkret wurde, trübte sich das schöne Bild ein. Die Bauern spielten nicht mit.

Sie hätten das Projekt letztlich gebodigt, weil sie nicht bereit gewesen seien, den Wünschen der Pfadi nachzukommen, ist der Thurgauer Zeitung zugetragen worden. Die Bewerber für das Bula waren aufgefordert, einen mehr als 120 Hektar grossen, gut zugänglichen und wenn möglich zusammenhängenden Lagerplatz zu präsentieren. Die Landwirte hätten dazu aber nicht Hand geboten.

«Wir hätten keinen kompakten Lagerplatz bieten können»

Der Egnacher Gemeindepräsident Stephan Tobler als Präsident der Regionalplanungsgruppe Oberthurgau würde die Sache eigentlich gerne auf sich beruhen lassen. Er gibt aber zu: Es habe tatsächlich Widerstand gegeben. «Die ganze Standortfrage war den Veranstaltern zu vage. Wir hätten keinen kompakten Lagerplatz anbieten können.»

Die Bauern zierten sich, weil sie befürchteten, ihr Land könne Schaden nehmen und auf längere Dauer nicht nutzbar sein, wenn das Wetter während des zweiwöchigen Lagers Ende Juli/Anfang August schlecht sein sollte. Zudem warfen sie den Verantwortlichen im Oberthurgau vor, über ihre Köpfe hinweg zu planen.

Es sei nicht anders gegangen, verteidigt sich Tobler.

«Wir konnten nicht früher mit ihnen reden. Es war schlicht nicht möglich.»

Sie hätten sich zuerst im Klaren werden müssen, wie sie das Lager planen sollten. Komme hinzu, dass die Pfadi in der Ausschreibung festgehalten habe, dass noch keine Landverhandlungen mit betroffenen Grundbesitzern geführt werden müssten.

Entschieden hat sich die Pfadi übrigens für das Gommertal im Wallis. Das Gelände dort erfülle die strategische Vision am besten, heisst es in einer Mitteilung.

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