Sie spielen Golf, aber mit einem Frisbee

Die Chainhunters Kreuzlingen haben am Sonntag im Seeburgpark zu einem Disc-Golf-Volksturnier eingeladen. Der Verein möchte die Leute für den Sport im Freien, der aus den USA kommt, begeistern.

Marc Ferber
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Rein in den Korb: Gespannt verfolgen die Disc-Golfer am Volksturnier im Kreuzlinger Seeburgpark den Wurf des Kontrahenten. (Bild: Andrea Stalder)

Rein in den Korb: Gespannt verfolgen die Disc-Golfer am Volksturnier im Kreuzlinger Seeburgpark den Wurf des Kontrahenten. (Bild: Andrea Stalder)

Stephan Bühler nimmt Anlauf, und schleudert das Frisbee aus der Hand. Der 22-Jährige schaut, wie die Scheibe langsam steigt, nach links zieht und nach etwa 100 Metern auf den Boden fällt. Ganz in der Nähe des Zieles, des Korbes. An Sonntagmorgen empfängt Irene Kanu, seit Jahresbeginn Präsidentin der Chainhunters Kreuzlingen, im Seeburgpark Interessierte und Fans zum ersten Disc-Golf-Volksturnier in Kreuzlingen. «Disc-Golf kommt aus den Vereinigten Staaten und gibt es seit den 1970er Jahren. Es wurde anfangs ausschliesslich in Parks mit Bäumen als Zielen gespielt», erzählt sie. «In der Schweiz gibt es etwa 25 grössere Anlagen. So etwa in Zürich, Winterthur oder am Gurten.»

Gespielt werden eine Sommer- und eine Wintertournee. In der Schweiz wird seit den 1980er Jahren gespielt. Disc-Golf funktioniert fast gleich wie Golf, nur wird hier mit einer Frisbeescheibe statt mit einem Ball gespielt. Ziel ist es, das Frisbee an einer bestimmten Abwurfposition mit möglichst wenig Würfen in die metallenen Körbe zu befördern. Wer am wenigsten Würfe benötigt, gewinnt. Disc-Golf wird nicht in geschlossenen Anlagen gespielt, sondern nur in Parks. Dann präsentiert Irene Kanu den Wartenden die Spielgeräte. Sie zeigt unterschiedliche breite und schmale, dicke und ganz dünne Flug-Scheiben. Je nach Situation wird eine andere eingesetzt.

Der Älteste will auch noch mit 100 Jahren spielen

Einer, der in der Schweiz fast von Anfang an Disc-Golf spielt, ist Franco Puliafito aus Kreuzlingen. Der 75-jährige ist das älteste aktive Disc-Golf-Mitglied der Schweiz und seit 1988 mit dabei. «Es ist ein Sport für Jung und Alt, ein richtiger Familiensport eben», schwärmt der Kreuzlinger. «Man ist draussen in der Natur unterwegs. Und ich gedenke diesen Sport noch mit 100 Jahren zu betreiben.» Bei inzwischen fast 16 offiziellen Vereinen in der Schweiz ist dem Veteran um die Zukunft des Sports nicht bange.

Je nach Spielsituation kommt ein anderes Frisbee zum Einsatz. Sie unterscheiden sich in der Grösse und der Breite. (Bild: Andrea Stalder)

Je nach Spielsituation kommt ein anderes Frisbee zum Einsatz. Sie unterscheiden sich in der Grösse und der Breite. (Bild: Andrea Stalder)

Neben ihm steht Florian Angermann, mit 14 Jahren ein eher jüngeres Mitglied der Kreuzlinger Disc-Golf-Fans. Der Richterswiler, der ausserdem gerne Judo macht, und gerne mit dem Velo unterwegs ist, schätzt am Disc-Golf besonders, dass es «leicht zu erlernen» ist «und man es immer und überall spielen kann».

«Gerade um den Nachwuchs zum Disc-Golf zu bringen, ist es wichtig solche Tage zu veranstalten», sagt die Präsidentin der Chainhunters. Gerne könne bei ihnen unverbindlich geschnuppert werden.

Weitere Informationen unter: www.chainhunters.ch