Wahlen in den Grossen Rat: glp macht im Bezirk Arbon den grössten Sprung vorwärts

Der Arboner Stadtpräsident Dominik Diezi ist heute so populär wie zuletzt Diana Gutjahr.

Markus Schoch
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Die Kandidaten der glp: Die Partei hat bei den Wahlen in den Grossen Rat fast 80 Prozent mehr Stimmen erhalten als 2016.

Die Kandidaten der glp: Die Partei hat bei den Wahlen in den Grossen Rat fast 80 Prozent mehr Stimmen erhalten als 2016.

(Bild: PD)

Die Grünliberalen im Bezirk Arbon haben den angestrebten zweiten Sitz zwar nicht geholt. Aber sie machen einen riesigen Schritt vorwärts - den grössten aller Parteien, die zu den Grossratswahlen angetreten sind. Die glp holt 76,3 Prozent mehr Stimmen als 2016. In der gleichen Liga spielen nur noch die Grünen mit einem Plus von 66,1 Prozent. In absoluten Zahlen sind das 13'423 Stimmen - Rekord.

Von den Regierungsparteien kann die CVP am meisten zulegen. Sie macht 5'612 Stimmen mehr als vor vier Jahren, was einem Zuwachs von 18,3 Prozent entspricht. Die Partei dürfte am meisten davon profitiert haben, dass die BDP keine Liste mehr im Oberthurgau zustande brachte. Vor vier Jahren vereinigte die Bürgerlich-Demokratische Partei 7'578 Stimmen auf sich. Für die CVP zahlt sich auch die Listenverbindung mit der EVP aus. Die strategische Zusammenarbeit bringt ihr in der zweiten Verteilung der Sitze ein zusätzliches Mandat.

Die SVP legt sogar leicht zu

Die SVP sichert sich dank der Listenverbindung mit der EDU in der dritten Verteilung den neunten Sitz. Beide Parteien machen ganz leicht vorwärts. Die SVP kann den Verlust von Diana Gutjahr problemlos wett machen mit einem Stimmenplus von 1,2 Prozent.

Die SVP konnte die neun Sitze verteidigen.

Die SVP konnte die neun Sitze verteidigen.

(Bild: PD)

Auch die FDP macht Boden gut. Sie gewinnt fast 3'000 Stimmen, was 7,1 Prozent sind. Wie es scheint, war es die richtige Strategie, diesmal mit einer vollen Liste in die Wahlen zu gehen. Vor vier Jahren stellten sich nur 14 Kandidaten für die 27 Sitze zur Verfügung.

Eigentliche Verliererin ist die SP. Sie kann zwar ihre vier Sitze verteidigen, muss aber nebst der EVP als einzige Partei im Oberthurgau Federn lassen: Minus 1'429 Stimmen (4 Prozent).

Zwei CVPler in den Top-Drei

Dominik Diezi.

Dominik Diezi.

(Bild: PD)

Einen Popularitätsschub sondergleichen erlebt der Arboner Stadtpräsident Dominik Diezi. Vor vier Jahren verteidigte er den vierten Sitz der CVP mit 1'569 Stimmen. 2020 ist er der beliebteste Politiker im Oberthurgau mit 4229 Stimmen. Damit liegt Diezi nur 93 Stimmen unter dem Bestwert von Diana Gutjahr im Jahr 2016.

Platz 2 gehört dem ehemaligen Amriswiler Stadtpräsidenten Martin Salvisberg (SVP), der als Pensionär sogar leicht zulegen kann. Die Bronzemedaille geht an Diezis Fraktionskollege Norbert Senn aus Romanshorn - auch er im Höhenflug. Mit 4'056 Stimmen verbessert er sein Ergebnis um 40 Prozent.

Bétrisey ohne Heimvorteil

Karin Bétrisey.

Karin Bétrisey.

(Bild: PD)

Interessant schliesslich das Ergebnis der Grünen Karin Bétrisey, die an ihrem Wohnort bekanntlich nicht nur Freunde hat. Bei der Regierungsratswahl haben in Kesswil 83 ihren Namen auf den Zettel geschrieben. Zum Vergleich: Ihre direkten Konkurrenten Ueli Fisch und Urs Martin holen 164 beziehungsweise 177 Stimmen.

Bétrisey kandidierte auch für den Grossen Rat, und da schnitt sie in ihrer Gemeinde am Sonntag sogar leicht besser ab als 2016 (93 statt 89 Stimmen).