Glosse
Räbeblatt: Take-away aus dem vierten Stock

TZ-Redaktor Mario Testa wirft in seiner Glosse einen Blick auf findige Beizer von Weinfelden, die dem Lockdown auf ihre Art und Weise trotzen.

Mario Testa
Merken
Drucken
Teilen
Der Take-Away-Laden des Restauant Bären mit den Bauvisieren.

Der Take-Away-Laden des Restauant Bären mit den Bauvisieren.

Bild: Mario Testa

Die Zwangspause für die Restaurants hält weiter an. Während den einen Gastronomen deswegen das Messer immer enger am Hals sitzt und die Zornesröte höher und höher ins Gesicht steigt, reagieren andere auf ihre Art und machen ihre Beizen trotzdem auf.

Mario Testa, Redaktor Thurgauer Zeitung, Ressort Weinfelden

Mario Testa, Redaktor Thurgauer Zeitung, Ressort Weinfelden

Bild: Reto Martin

Aber natürlich alles im Rahmen des Erlaubten. Will heissen: Take-away in der Bar ist möglich, getrunken wird draussen – wenn auch nur auf öffentlichem Gelände, nur ja nicht auf Grund und Boden der Beiz selber. Das Jack’s, die GeniessBar und die ArThur Bar sind Beispiele für Betriebe, die dieses Konzept anwenden.

Vierstöckiger Stand als Besuchermagnet

Den Vogel schiesst aber das Restaurant Bären ab. Seit zwei Monaten steht dort ein Verkaufshäuschen vor dem Eingang, wo die Büezer abends ihr Feierabendbier trinken können. Anscheinend läuft das Geschäft hervorragend, so stehen nun Bauvisiere dort. Glaubt man den Metallstangen, wird das Verkaufshäuschen künftig vier Stockwerke hoch sein.

Da sage noch einer, die Gastronomen liessen sich nichts einfallen in diesen struben Zeiten. Gut, vielleicht ist's beim «Bären» ja auch nur ein Liftanbau für das Mehrfamilienhaus dahinter, der da geplant ist. Ein vierstöckiger Fyrobigbier-Stand würde aber sicher zu einem gastronomischen Anziehungspunkt der ganz besonderen Art in Weinfelden und Trinkfreudige und Schaulustige aus der ganzen Schweiz anlocken.