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Kommentar

Die Rechnung von Amriswil fällt über 3 Millionen Franken besser aus - nun muss die Stadt glaubwürdig bleiben

Amriswil schliesst die Rechnung 2018 mit einem Millionengewinn ab. Wieso das für die Stadt nicht nur positiv ist, schreibt Rita Kohn in ihrem Kommentar.
Rita Kohn
Rita Kohn, Ressortleiterin Amriswil, Thurgauer Zeitung

Rita Kohn, Ressortleiterin Amriswil, Thurgauer Zeitung

So gut sich das Rechnungsergebnis 2018 ausnimmt, so wirft es doch eine Frage auf. Die Frage nach der Glaubwürdigkeit des Budgets. Denn es ist mittlerweile ein sich jährlich wiederholendes Szenario: Ein mit sorgenvoller Miene vorgetragenes Budget mit tiefroten Zahlen scheint die finanzielle Wende zum Negativen einzuläuten und die Steuerfusserhöhung steht im Raum, eineinhalb Jahre später kommt dann die Entwarnung in Form von stattlichen Rechnungsüberschüssen.

Dass Amriswil eher vorsichtig budgetiert und sich dann darüber freut, doch besser abzuschliessen, ist bestimmt nicht falsch. Einzig die Differenz vom Budget zu den tatsächlichen Zahlen lässt das Gefühl aufkommen, dass mit dem Pessimismus übertrieben wurde, um den Druck auf den Steuerfuss klein zu halten.

Will der Stadtrat das Vertrauen der Bevölkerung nicht verspielen, darf die Differenz zwischen Budget und Rechnungsabschluss nicht weiter wachsen. Schon jetzt ist spürbar, dass der besorgte Mahnfinger in Sachen Stadtfinanzen nicht mehr ganz ernst genommen wird. Das kann die Stadt bei einer echten Finanzkrise ein Ja zu einer Steuerfusserhöhung kosten.

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