Gewitterfront
Überflutete Keller und brennende Bäume: Thurgauer Feuerwehren im Dauereinsatz, zahlreiche Blitzentladungen über der Ostschweiz

Über 120 Notrufe gingen am Dienstagabend wegen der starken Niederschläge bei der Kantonalen Notrufzentrale ein. Betroffen waren unter anderem Ortschaften im Mittelthurgau, der Region Kreuzlingen und der Seerücken.

Saskia Ellinger, Alain Rutishauser
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Bild: BRK News

Am Dienstagabend zog erneut eine Gewitterfront über den Kanton Thurgau und sorgte für über 120 Schadensmeldungen. Verletzt wurde laut der Kantonspolizei niemand.

Kurz vor 20 Uhr ging die erste Meldung aus Bischofszell bei der Kantonalen Notrufzentrale ein. Entsprechend dem Verlauf des Gewitters, das in Richtung Nordwesten zog, gingen bis kurz nach 23 Uhr rund 120 weitere Notrufe ein. Betroffen waren verschiedene Ortschaften im Mittelthurgau, die Region Kreuzlingen, der Seerücken sowie der nördliche Teil des Kantons bis nach Basadingen-Schlattingen.

Campingplatz in Wagenhausen geflutet

Der Campingplatz aus dem Video steht in Wagenhausen. Gestern sei reichlich Wasser von der Hauptstrasse auf den Campingplatz gespült worden. «Wir hatten Glück im Unglück, es wurde nur ein kleiner Teil unseres Geländes geflutet», sagt Miriam Blösch, eine Angestellte des Campingplatzes Wagenhausen. Gestern habe man mit schlimmeren Schäden gerechnet, heute sei das Meiste bereits wieder vorüber. «Bei zwei Häuschen ist etwas Wasser eingetreten, der Rest hat zum Glück keinen Schaden genommen», meldet Blösch erleichtert.

Auch im Garten von Mägi Habrik aus Kreuzlingen hat das Unwetter seine Spuren hinterlassen. Sie sei gerade auf dem Tennisplatz gewesen, als der plötzliche Wetterumschwung einsetzte. Als sie um 20:30 Uhr zu Hause angekommen sei, traute sie ihren Augen nicht. «Die ganze Treppe, der Rasen und der Garten waren weiss, voller Hagelkörner. Blumenblüten waren zweigeteilt und am Schlimmsten waren meine Gemüsesetzlinge, Kürbis, Zuchetti, Fenchel und Artischocken, total zerfetzt», sagt Habrik. Die Tomaten seien verschont geblieben, da überdacht, doch auch die frisch gesetzten Blumenblüten seien alle verschwunden. Habrik:

«Es ist ja nur mein Hobbygarten, aber es tut weh.»
Der Garten von Mägi Habrik in Kreuzlingen nach dem Unwetter.

Der Garten von Mägi Habrik in Kreuzlingen nach dem Unwetter.

Bild: PD
«Die ganze Treppe, der Rasen und der Garten waren weiss, voller Hagelkörner», sagt Habrik.

«Die ganze Treppe, der Rasen und der Garten waren weiss, voller Hagelkörner», sagt Habrik.

Bild: PD

Weitere Gewitter und Schauer kommen

Die Feuerwehren mussten überflutete Keller auspumpen und Strassen sperren. Vereinzelt traten Bäche über die Ufer. Mehrere Bäume gerieten laut der Kantonspolizei durch Blitzeinschlag in Brand. In Eschenz fielen innert zehn Minuten 27,5 Millimeter Regen, wie SRF Meteo twitterte.

Im Kanton St.Gallen sah es hingegen ruhiger aus. Es kam nur vereinzelt zu Einsätzen der Feuerwehr. Dies vor allem im Toggenburg und im Rheintal. Das sei marginal und weniger als in der Nacht auf Dienstag, sagt der St.Galler Polizeisprecher Hanspeter Krüsi gegenüber «FM1Today».

Schweizweit gab es am Dienstag 13'100 Blitzentladungen, allein im Kanton Thurgau wurden über 6500 Blitze registriert. St.Gallen liegt mit 814 Blitzentladungen auf Platz 3. Innerhalb weniger Stunden kamen teilweise über 50 Liter Niederschlag pro Quadratmeter zusammen, teilt Meteo News mit.

Auch am heutigen Mittwoch sei mit weiteren kräftigen Schauern und Gewittern zu rechnen. Dabei soll das Thermometer dennoch auf 21 bis 23 Grad steigen. Im Verlauf der zweiten Wochenhälfte sorgt laut Meteo News ein Hochdruckrücken für eine Abtrocknung der Luftmassen, das Temperaturniveau steige stetig an.