Gewerber helfen sich in Bürglen gegenseitig

Der Gewerbeverein Bürglen hat beschlossen, Gelder aus dem Ausstellungsfonds an einzelne Mitglieder zu zahlen, die in der Klemme sitzen. Für Ausstellungen wird das Geld momentan ohnehin nicht gebraucht.

Hannelore Bruderer
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Heinz Schmid übernimmt das Präsidium des Gewerbevereins Bürglen ad interim, Fredy Baumann wird Ehrenmitglied.

Heinz Schmid übernimmt das Präsidium des Gewerbevereins Bürglen ad interim, Fredy Baumann wird Ehrenmitglied.

Bild: Hannelore Bruderer

Kein Umsatz, aber die vollen Fixkosten – so brachte Fredy Baumann, der Präsident des Gewerbevereins Bürglen und Umgebung, die existenzbedrohende Situation einiger Mitgliedsfirmen auf den Punkt. Anfang Jahr hätte sich niemand vorstellen können, dass das Jahr 2020 eine Krise bringen würde, wie sie die Wirtschaft seit 70 Jahren, zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs, nicht mehr verkraften musste, sagt Baumann. «Das Coronavirus hat bei den Menschen ganz verschiedene Reaktionen zutage gefördert: Egoismus, Schuldzuweisungen oder Hamsterkäufe auf der einen Seite, auf der anderen Seite Hilfsbereitschaft, Dankbarkeit und Solidarität.»

An die Solidarität der Mitglieder appellierte der Präsident an der Versammlung von vergangener Woche beim Antrag an eine Statutenanpassung beim Ausstellerfonds. In diesen Fonds zahlt jedes Mitglied jährlich 40 Franken ein. Der Fonds ist zweckgebunden und soll Mitglieder des Gewerbevereins bei Messeteilnahmen unterstützen.

«Unsere Gewerbeausstellung hat schon länger nicht mehr stattgefunden und das Interesse daran ist zurzeit gering.»

Deshalb schlage der Vorstand vor, die Zweckgebundenheit so zu ändern, dass mit diesem Geld unverschuldet in Not geratenen Mitgliederfirmen, die eine reelle Überlebenschance haben, schnell geholfen werden kann.

Gespräche mit Vermietern für tiefere Mietkosten

Die gut zwei Dutzend Versammlungsteilnehmer folgen dem Antrag des Vorstands ohne Gegenstimme. Mit dem Geld soll ein Beitrag an die Mietkosten der in Not geratenen Firmen geleistet werden. «Damit die restlichen Mietkosten gemindert oder erlassen werden, suchen wir zudem aktiv das Gespräch mit den Vermietern. Bei einigen waren wir schon erfolgreich», vermeldet Baumann. Von den Auswirkungen der Coronapandemie besonders betroffen seien in Bürglen Ladenbesitzer, Gastronomie- und Reiseunternehmer.

In der Gemeinde Bürglen wird derzeit an der Revision der Ortsplanung gearbeitet. «Sie hat Auswirkungen auf die zukünftige Entwicklung des örtlichen Gewerbes. Uns ist es deshalb wichtig, dass Personen aus unseren Reihen bei diesem Prozess mitwirken», erklärt der Vereinspräsident. Der Gewerbeverein schlägt Christoph Haffa und Carlo Eberhart als Kommissionsmitglieder vor. Dieser Vorschlag wurde vom Gemeinderat genehmigt.

Schwierige Planung fürs nächste Jahr

Baumann dankt dem anwesenden Gemeindepräsidenten Kilian Germann für die Offenheit und Dialogbereitschaft, die der Gemeinderat dem Gewerbe entgegenbringt. In seinem Jahresbericht geht der Vereinspräsident auch auf die im letzten Jahr durchgeführten Anlässe ein. Ein Planen neuer Anlässe sei derzeit schwierig, sagte er, gewisse Anlässe könnten jedoch nachgeholt werden.

Rücktritt

Fredy Baumann geht nach 14 Jahren

Für Fredy Baumann war es die letzte Versammlung, die er als Präsident des Gewerbevereins durchführte. 14 Jahre lang war Präsident, davor bereits zwölf Jahre im Vorstand. Seinen grossen und langjährigen Einsatz verdankten die Anwesenden mit der Ehrenmitgliedschaft. Einstimmig wählen sie Heinz Schmid zum neuen Interimspräsidenten.