Gewa Altnau: Gandalf nimmt das Publikum mit in die Luft

Der Gewerbeverein Kreis Altnau lud im Zusammenhang mit der Gewa am See zum «Gwerblerabend» ein. Der Leader Pilot der Patrouille Suisse, Gunnar Jansen, gab wertvolle Inputs zum Thema Führung.

Daniela Ebinger
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Diskutieren über Führung: Nationalrat Hansjörg Brunner, Regierungsrat Walter Schönholzer, Gunnar Lansen, Leader Pilot der Patrouille Suisse, und Moderatorin Martina Eggenberger. (Bild: Daniela Ebinger)

Diskutieren über Führung: Nationalrat Hansjörg Brunner, Regierungsrat Walter Schönholzer, Gunnar Lansen, Leader Pilot der Patrouille Suisse, und Moderatorin Martina Eggenberger. (Bild: Daniela Ebinger)

Da steht er vor dem Publikum, im roten Overall. Schliesslich repräsentiert Gunnar Jansen als Vertreter der Patrouille Suisse auch die Schweiz. Am «Gwerblerabend» der Gewa am See vom Mittwochabend war der Leader Pilot der Hauptreferent. Nach der Begrüssung durch Markus Weber, Präsident des Gewerbevereins Kreis Altnau, gab Gunnar Jansen Einblicke in seine Tätigkeit. Gespannt hörten die rund 150 anwesenden Gäste seinem Impulsreferat «Leadership bei Tempo 1000» zu.

Ohne Navi und ohne Autopilot

Bei seinen Einsätzen im In- und Ausland sei ihm wichtig, nicht nur die Armee und die Luftwaffe zu präsentieren, sondern auch die Schweiz mit ihrer Sicherheit und all den Vorteilen an sich. Jansen erklärte, was es für die von so vielen bewunderten Verbandsflügen der Patrouille Suisse alles braucht. «Wir haben kein Navi und keinen Autopiloten. Es ist alles präzise Handarbeit – und das bei einer Geschwindigkeit von mehr als 1000 Stundenkilometer.» Wie schnell die Staffel fliegen könne, hänge natürlich stark vom Wetter und der Temperatur ab.

Obwohl das ganze Referat mit vielen technischen Details und fachlichen Ausdrücken bestückt war, brachte Gunnar Jansen mit humorvollen Episoden aus seinem Arbeitsalltag viel Lebendigkeit hinein. Bevor er näher auf die Teamarbeit einging, die hinter der Perfektion der Showflüge steckt, zeigte er kurze Filmsequenzen mit beeindruckenden Aufnahmen aus dem Cockpit.

Führung braucht gesunden Menschenverstand

Vertrauen ist eines der Stichwörter, die im Patrouille-Suisse-Team gross geschrieben werden. «Wir sitzen alle im gleichen Boot», sagte der Leader Pilot, der die Staffel in der Luft anführt. Zusammen im Training an das gemeinsame Ziel zu gelangen, sei eine der Grundvoraussetzungen für die Verbandsfliegerei. Für ihn als Leader sei es wichtig, «aggressiv zuhören» zu können. Er müsse über alles Bescheid wissen, was die Piloten beim Flug irritieren könne. Zum Beispiel, ob einer einen Zeckenbiss oder Probleme mit der Freundin habe.

«Führung braucht einen gesunden Menschenverstand», meinte Jansen, dessen Fliegerspitzname Gandalf ist, nach einer Figur aus «Herr der Ringe». Dabei stehe die Leistung der Gruppe über dem eigenen Ego. Zu seiner Arbeit gehöre auch, Risiken einzukalkulieren und einen Plan B bereit zu haben. Auch Rituale gehören zum Teamwork. So tragen die Piloten an einem Tag mit Vorführung immer weisse Socken. «Das gehört zum mentalen Training, um für die Show bereit zu sein. Wer sie vergisst, muss Barfuss in die Schuhe.»

Vertrauen muss sein

In der anschliessenden Diskussionsrunde mit Regierungsrat Walter Schönholzer und Nationalrat Hansjörg Brunner zeigten sich Gemeinsamkeiten im Führungsverständnis des Berufspolitikers, des Gewerblers und des Piloten. Einig sind sich dabei alle: Ohne Vertrauen in die Mitarbeiter geht es nicht.

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