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Gericht verurteilt Schweinehalter wegen wiederholter Verschmutzung der Salmsacher Aach

Der Fall hatte vor drei Jahren hohe Wellen geworfen. Jetzt muss der Landwirt eine Busse zahlen und die Untersuchungskosten übernehmen. Er war bereits 2013 einmal ins Visier der Justiz geraten.
Markus Schoch
In der Salmsacher Aach kam es vor drei Jahren zu einem grossen Fischsterben. (Bild: Reto Martin)

In der Salmsacher Aach kam es vor drei Jahren zu einem grossen Fischsterben. (Bild: Reto Martin)

Am Schluss sagt der Angeklagte nichts mehr. Denn er hat zuvor versichert, dass er sich seiner Verantwortung jederzeit bewusst ist und dem Schutz der Umwelt grosse Aufmerksamkeit schenkt. Immer wieder seien Mitarbeiter des Amtes für Umwelt bei ihm gewesen. Und immer habe er sie gefragt, was er machen könne, um die Sicherheit verbessern zu können. Doch der Gerichtspräsident fragt an der sieben Stunden dauernden Verhandlung am Donnerstag unbeirrt weiter und will vom Schweinemäster wissen, warum er nach dem Vorfall 2013 keine Massnahmen ergriffen habe, um zu verhindern, dass sich so etwas wiederholt. Der Angeklagte bleibt die Antwort schuldig, weil er sich nicht mehr im Detail erinnern mag, was seinerzeit passiert ist.

Sein Verteidiger weiss es umso besser. Damals gelangte Schmutzwasser in die Aach, nachdem ein Unternehmen die Kanalisation des Betriebes gespült hatte, auf dem rund 1200 Tiere leben. Sein Mandant trage keine Schuld, sagt der Anwalt. Die Firma habe Fehler gemacht.

«Doch zum Neger gemacht wurde mein Mandant.»

Nach diesem Muster gehe es jetzt weiter. Das Strafverfahren sei seinerzeit zwar eingestellt worden. Dieser Umstand hindere die Staatsanwaltschaft aber nicht daran, ihm vorzuwerfen, die Aach zwischen 2013 und 2016 wiederholt und vorsätzlich beziehungsweise fahrlässig verschmutzt zu haben. Und das, obwohl es mit einer Ausnahme keine Beweise dafür gebe.

Anwalt sagt: Es gibt keine Beweise

Richtig sei einzig, dass einmal im Herbst 2015 ein Gemisch aus Fett und Eiweiss in den Bach gelangt sei, weil «es einen Schlauch verjagt hat». Aber auch in diesem Fall könne man seinem Mandanten keinen Vorwurf machen. Er sei nicht auf dem Betrieb gewesen. Zwei Angestellte hätten die ganze Suppe entgegen der Anweisung des Chefs teilweise in den falschen Schacht gespült.

«Abgesehen von diesem singulären Ereignis lässt sich durch nichts belegen, von wo und von wem Schmutzwasser in die Aach gelangt ist», sagt der Anwalt.

«Es lässt sich kein einziger Fall dokumentieren, der meinen Mandaten belastet.»

Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft seien reine Stimmungsmache. Denn sie habe es unterlassen, seriöse Abklärungen zu treffen.

Werkhofmitarbeiter roch Schweinegülle

So gebe es einen Schacht an der Grenze zum benachbarten Gemüsebaubetrieb mit einem Zulauf, von dem niemand wisse, wohin dieser führe. Niemand habe sich die Mühe gemacht, die Entwässerungspläne der Liegenschaften in der Umgebung zu studieren. Stattdessen sage man einfach, der Schweinemäster sei es gewesen, weil er es gewesen sein müsse.

Es stimme, dass er nicht sagen könne, wer alles verschmutztes Abwasser in die Aach leite, entgegnet der Staatsanwalt. Er wisse aber, wer es zweifellos gemacht habe: der Schweinemäster. Dafür gebe es genügend Beweise – und Zeugen. Einer von ihnen ist der Werkhofmitarbeiter von Salmsach. Als er im Herbst 2015 in einen Schacht mit Verbindung zur Aach steigt, um zu kontrollieren, ob die vom Kanton angeordneten Sicherheitsmassnahmen greifen, kommt ihm aus der Leitung eine nach Schweinegülle stinkende Flüssigkeit entgegen.

Gericht wirft Schweinehalter Fahrlässigkeit vor

Auch für das Gericht ist der Fall klar. Es wirft dem Schweinehalter fahrlässiges Verhalten vor und verurteilt ihn zu einer bedingt ausgesprochenen Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 230 Franken bei einer Probezeit von zwei Jahren. Zudem muss er eine Busse von 3000 Franken zahlen und die Verfahrenskosten von 5817 Franken übernehmen.

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