Genossenschaftswohnen
Spatenstich im Frühjahr 2022: Die Kreuzlinger Wohnbaugenossenschaft ist auf gutem Weg zu ihrem ersten Projekt

Wenn alles läuft wie geplant und das Bundesamt für Wohnungswesen seine Genehmigung erteilt, kann die «Webege» im Herbst das Baugesuch stellen für das Mehrfamilienhaus an der Rieslingstrasse.

Inka Grabowsky
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Sven Frauenfelder, Cyrill Huber, Gisela Theus und Joel Zülle aus dem Vorstand der WeBeGe informierten im Trösch.

Sven Frauenfelder, Cyrill Huber, Gisela Theus und Joel Zülle aus dem Vorstand der WeBeGe informierten im Trösch.

Bild: Inka Grabowsky
«Wir wussten, es wird kein Schnellschuss, sondern eher ein Hürdenlauf.»

Das sagt Cyrill Huber, der Präsident der WeBeGe – der Wohnbaugenossenschaft – bei der Infoveranstaltung für Interessierte im Trösch. Zwei Jahre nach der Gründung der Genossenschaft ist nun der Baurechtsvertrag mit der Stadt unterschriftsreif, wird der Finanzbedarf für das Projekt an der Rieslingstrasse klar und haben sich vier Banken als mögliche Partner bei der Finanzierung gefunden.

Wenn alles läuft wie geplant und das Bundesamt für Wohnungswesen seine Genehmigung erteilt, kann im Herbst das Baugesuch gestellt werden. Im Frühjahr 2022 würde dann der Baubeginn gefeiert. Bezogen werden könnten die zwölf Mietwohnungen frühestens im Herbst 2023.

Auf diesem Grundstück Ecke Rieslingstrasse und Seetalstrasse soll das Mehrfamilienhaus der Wohnbaugenossenschaft Region Kreuzlingen entstehen.

Auf diesem Grundstück Ecke Rieslingstrasse und Seetalstrasse soll das Mehrfamilienhaus der Wohnbaugenossenschaft Region Kreuzlingen entstehen.

Bild: Reto Martin
(1. Oktober 2020

Geld aus vielen Töpfen

Mit Investitionskosten von rund 5,4 Millionen Franken rechnet die WeBeGe derzeit. Der Betrag werde allerdings noch von einem Kreuzlinger Bauexperten überprüft, um aktuelle Baukosten einzubeziehen. Damit würden sechs 4,5-Zimmer-Wohnungen, fünf 3,5-Zimmer-Wohnungen und eine 2,5-Zimmer-Wohnung nach Minergie-Standard P erstellt. Es gäbe unter anderem eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach, und geheizt würde mit einer Wärmepumpe.

Diverse Förderer des genossenschaftlichen Wohnungsbaus geben die Rahmenbedingungen vor. Die ökologische Bauweise wünscht sich die Stadt für ihr zinsloses Darlehen von 100'000 Franken und das Baurecht. Der «Fonds de Roulement» des Bundes verlangt eine Durchmischung der Mieter. Junge und alte Menschen oder Familien sollen gemeinsam wohnen. Nur dann gibt es zinsgünstige Darlehen von 40'000 Franken pro Wohnung.

Weitere Mitglieder gesucht

Doch mindestens fünf Prozent der Investitionssumme müssen im Herbst als Eigenanteil auf dem Bankkonto bereitstehen. Deshalb sucht die WeBeGe immer noch nach Mitgliedern, die tausend Franken für einen Anteilsschein zahlen können. Cyrill Huber sagt:

«Wir haben fünfzig bis sechzig Interessenten, die die Zahlung zugesagt haben. Aber Mitglieder mit Sympathie für die Idee des bezahlbaren Wohnraums für alle können wir immer brauchen.»

Auch private Baudarlehen werden gern genommen, um weniger grosse Bankhypotheken aufnehmen zu müssen.

So soll das Mehrfamilienhaus aussehen.

So soll das Mehrfamilienhaus aussehen.

Bild: PD

Kein sozialer Wohnungsbau

Im Augenblick kalkuliert die WeBeGe mit Mieteinnahmen von etwa 1800 Franken für eine 4,5-Zimmer-Wohnung. «Das mag relativ hoch erscheinen», sagt Vorstandsmitglied Sven Frauenfelder, «aber wir geben nur die realen Kosten für die Bedienung der Kredite sowie die Unterhalts- und Verwaltungskosten weiter. Die Genossenschaft ist nicht profitorientiert und wird auch Teuerungssprünge bei Mieten in Zukunft nicht mitmachen.» Man wolle gemeinnützigen, nicht aber den subventionierten sozialen Wohnungsbau.

Frauenfelder hat einen Finanzplan bis 2038 aufgestellt. Demnach würde die Wohnbaugenossenschaft nur in den ersten zwei Jahren rote Zahlen schreiben, anschliessend aber genug erwirtschaften, um Zinsen zahlen und Rücklagen bilden zu können. Er sagt:

«Das erste Projekt der WeBeGe wird auf finanziell gesunden Füssen stehen.»

Die zukünftigen Mieter sollten sich auf jeden Fall an der Genossenschaft beteiligen. Wer aber tatsächlich einziehen darf, wird nach den Richtlinien des gerade verabschiedeten Mietreglements entschieden.

Qualität statt goldener Wasserhähne

Nachhaltigkeit steht weit oben auf der Anforderungsliste an die Gestaltung des Mehrfamilienhauses. Joel Zülle aus dem Vorstand betont: «Wir statten die Wohnungen zwar mit Eichenparkett aus, weil das langlebig ist, aber verzichten auf die teuren langen Riemen.» Im Rahmen des verdichteten Bauens wird es unterhalb der Tiefgarage noch ein Kellergeschoss mit Abstellflächen geben. Eine Gartenhalle neben dem bereits bestehenden Spielplatz soll als Gemeinschaftsraum dienen.

«Das könnte für alle Bewohner des Quartiers ein idealer Ort werden, um Kindergeburtstage zu feiern.»

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