Genossenschaft
Mehr Zeit für neue Pläne: Die Genossenschafter verschieben «Frohsinn»-Versammlung

Das Weinfelder Genossenschafts-Restaurant Frohsinn ist seit dem Herbst geschlossen. Am Samstag fand eine Ausserordentliche Genossenschafterversammlung über die Zukunft der Institution statt.

Mario Testa
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Die drei Vorstandsmitglieder der Genossenschaft Frohsinn: Dominik Anliker, Matthias Haupt und Karin Wiegisser.

Die drei Vorstandsmitglieder der Genossenschaft Frohsinn: Dominik Anliker, Matthias Haupt und Karin Wiegisser.

Bild: Mario Testa (Weinfelden, 8. Juli 2020)

Wie haben Sie die Ausserordentliche Genossenschaftsversammlung am Samstag durchgeführt?

Dominik Anliker: Wir haben ein Zoom-Meeting abgehalten. Geplant gewesen wäre ursprünglich, die Genossenschaftsversammlung im Theaterhaus Thurgau mit bis zu 50 Mitgliedern durchzuführen. Weil das aber nicht mehr ging, sind wir auf die digitale Variante ausgewichen.

Wie viele Mitglieder nahmen teil an der Versammlung?

39 Mitglieder waren im Meeting dabei, wobei einzelne auch noch als Stimmrechtsvertreter auftraten. Wir hatten uns schon eine grössere Beteiligung gewünscht, da es ja um etwas sehr Wichtiges ging.

Welchen Entscheid über die Zukunft des «Frohsinn» hat die Genossenschaft nun getroffen?

Wir haben anfangs der Versammlung eine Verschiebung beantragt. Das war der Wunsch des Vorstands und der Arbeitsgruppe, die sich mit der Zukunft des «Frohsinn» befasst. Es gab natürlich eine Diskussion, wir konnten unser Anliegen aber erklären und zum Schluss hat eine grosse Mehrheit der Genossenschafter der Verschiebung zugestimmt. Darüber sind wir sehr froh.

Was bringt denn die Verschiebung?

Wir gewinnen drei Monate Zeit. In den vergangenen Monaten haben wir grosse Arbeit geleistet und es gibt nun auch Interessenten, die den Frohsinn pachten möchten. Es wäre einfach schade gewesen, den wichtigen Entscheid über die Zukunft unserer Genossenschaft auf diesem Online-Weg zu treffen. Deshalb werden wir nun im März versuchen, eine echte Versammlung durchzuführen mit den Mitgliedern vor Ort.

Welche Varianten für den «Frohsinn» gibt es denn?

Wir erarbeiten nun ein stichhaltiges Konzept mit den an der Pacht Interessierten. Dann können wir über dieses abstimmen lassen – das ginge auch per Zoom. Ebenso, wenn wir keine Lösung finden und über die Liquidation der Genossenschaft entschieden werden müsste. Unser Ziel ist es auf alle Fälle, dass der «Frohsinn» als soziale, regionale, nachhaltige und kulturelle Institution in Weinfelden bestehen bleibt. Gerade in Krisenzeiten ist es wichtig, dass wir zusammen stehen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern.

Können sich denn interessierte Pächter immer noch melden?

Ja, wir sind immer noch offen für neue mögliche Pächter. Denn so viel ist sicher, wir werden das Restaurant nicht mehr selber führen können, sondern es verpachten.

Was passiert mit dem «Frohsinn» bis im März?

Die Räume stehen weiterhin zur Vermietung zur Verfügung, ebenso die Parkplätze. Wir haben auch noch Lebensmittel die wir verkaufen. Zudem hoffen wir, auch wieder kulturelle Anlässe veranstalten zu können, wenn es dann wieder möglich ist.

Kontaktaufnahme: admin@frohsinn-weinfelden.ch